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in China tragen sie Sachen von der StangeMontag 12.10.2009 03:01 AM

Samstag vor zwei Wochen, ich war gerade in der Boutique eines Freundes, in der ich am Wochenende ein paar Stunden aushelfe, um nicht den Bezug zum Geld zu verlieren. Außerdem lernt man dort Leute kennen und kann Erfahrungen im Verkauf sammeln. Manchmal bekommt man auch ein paar Teile geschenkt - unter uns gesagt würde ich sowas normalerweise nicht anziehen - aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. Abgesehen davon kann man immer ein Addidas oder Nike Penneroutfit für die nächste Badtaste Party gebrauchen, wenn nicht gerade beim Frühjahrsputz ein aus der Mode gekommenes Teil als Lappen dran glauben muss.
Ich stehe also gerade an der Kasse, als eines dieser möchtegern Modepüppchen den Laden betritt. Die "size two"-Speckrolle, die unter ihrem zu engen Versace Zweiteiler hervorlugt, lächelt mich direkt an. Sie stolziert zusammen mit ihrem Taschenträger herein und scheint neidische Blicke von allen Seiten zu erwarten - dabei weiß selbst ein Laie, dass die Kollektion von letztem Jahr ist.
Während ich meine Erheiterung so gut wie möglich verstecke, versuche ich höflich zu bleiben und frage, ob ich helfen könne. Als sie anfängt ihre geliftete Entenschnute in Bewegung zu bringen, höre ich schon lange nicht mehr zu und bekomme somit nichts vom ohnehin uninteressanten Frauengerede mit. Signalisierend, dass ich schon verstanden hätte, gehe kurz nach hinten, um ein Paar Stilettos von irgendeinem zweitklassigen Designer hervorzuholen. Natürlich traf ich damit voll ins Schwarze.
Nachdem sie sich im Laden umgeschaut hatte, wahrscheinlich um ein passendes Restoutfit zu suchen, packte sie ein paar Sachen auf den Tisch. Noch bevor ich die Rechnung machen konnte, fragte sie, ob ich ihr Prozente geben könne. Nicht sicher ob ich mich verhört habe, fragte ich noch einmal nach. Anstatt zu antworten führte sie sich auf wie eine Diva - die Erstbesetzung hätte sie mit ihrem Auftreten wohl höchstens in einem Low-Budget Pornostreifen bekommen. Da ich nicht wusste, aus welchen Krabbeltischkreisen sie kam, in denen die Leute auf Prozente angewiesen sind, verwies ich sie direkt des Ladens.
Als sie nach einem Pseudoaufstand wütend die Boutique verließ und in typisch femininer Stimmfrequenz quängelte, dass der Kunde König sei, stellte ich mir belustigt vor, wie es wohl wäre, auf den Preis achten zu müssen.

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