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[Kein Thema]Donnerstag 05.02.2009 01:50 AM

Karl Jaspers war Psychiater und Philosoph. Er befasste sich mit Grenzsituationen.
"Grenzsituationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie subjektiv als unabwendbar, unüberwindbar und unlösbar empfunden werden [...] Zusammenfassend handelt es sich um das erschütternde subjektive Erlebnis einer unabänderlichen Situation ausgeliefert zu sein."

Grenzsituationen haben den Charakter der Endgültigkeit.
Soviel zur Theorie.

Manchmal wird man von einer Nachricht ereilt.
Völlig unvorbereitet.
Wahrscheinlich ist es auch unmöglich, sich auf eine solche Nachricht vorzubereiten.
Jetzt ist sie da und man hofft, man wäre vielleicht nur der falsche Adressat. Man hofft, es läge vielleicht nur ein Irrtum zugrunde. Erst, wenn sich diese Möglichkeiten zerschlagen haben, trifft die Nachricht einen unerbitterlich wie ein Schlag und es wird dunkel.
Man reißt sich dann zusammen und tut, was eben getan werden muss, jeden Tag auf's neue.
Aber es hat sich etwas geändert. Man ist nicht mehr unversehrt, nicht mehr unsterblich.
Der Tod ist vorstellbar geworden.

Ich fühle mich oft, als sähe ich einen Zug an mir vorbeifahren, von dem ich eigentlich weiß, dass ich darin sitzen sollte. Aber wie soll man in einen Zug steigen, wenn einem das Ziel fremd geworden ist?
Jaspers beschreibt das Durchleben einer Grenzsituation als Sprung, nach dem nichts mehr so ist, wie es war.
Wie steigt man wieder in sein Leben in einer Welt ein, die nicht mehr dieselbe ist?

Grenzsituationen haben den Charakter der Endgültigkeit .
Und plötzlich weiß man, was das bedeutet.

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