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fragezeichen in der goldenen schachtelSamstag 02.05.2009 12:47 AM

zu jeder frage gibt es eine antwort - aber gibt es auch zu jeder antwort eine frage? im rückschluss müsste dem wohl so sein, aber sorum betrachtet ist die ganze frage-antwort angelegenheit gar nicht mal so einfach. oder nennen wir es einfach: ungewohnt.

man stelle sich "frage-antwort" einmal mathematisch vor:
frage: 2+2 = ?
jeder weiß sofort, ob nun mit oder ohne technische hilfsmittel, dass die gesuchte "antwort" hier 4 ist - so ist das spiel ganz leicht.
nun aber angenommen, eine beliebige, aber konstante antwort entspreche einer beliebigen konstanten variabel 'a'. in einer mathematischen gleichung entspräche 'a' dem ergebnis, also der zahl hinter dem gleichheitszeichen.
nicht genug, dass wir die antwort in eine frage verwandelt haben - gleichzeitig wird deutlich, dass die menge der "fragen" durchaus unendlich ist und damit nicht sonderlich gut definierbar.
ein einfaches beispiel, ohne mathematik:

Welche Farbe hat eine Banane?
natürlich, die banane ist GELB.

nun das ganze spiel noch einmal andersherum:
GELB.
- und nun? die antwort in eine frage verwandeln und sagen: ja was denn, gelb? oder auf gut glück ein paar fragen ausdenken, die eventuell passen?
konseequent weitergeführt, bringt es mich zu dem punkt, dass ich mich frage (!), ob denn überhaupt ein zusammenhang zwischen der frage nach einer antwort und der antwort auf eine frage besteht - denn ich habe sozusagen mathematisch bewiesen, dass dem nicht so sein kann. somit hätte jede antwort auf der welt (also im prinzip ALLES, denn man kann ja alles hinterfragen) zwei eigenschaften, zwei "identitäten". einmal die eigenschaft, das ergebnis einer gleichung zu sein und einmal die, der inbegriff des unfragbaren zu sein. paradox, oder?
ja, denn dadurch, dass man die 'antwort' in eine frage verwandelt, verwandelt man die 'frage' in eine antwort. es ist also unmöglich. oder undenkbar... wenn ich von unmöglichkeit ausgehen würde, dann wäre alles vorhergehende sinnloses gerede gewesen, also einigen wir uns auf 'undenkbar' oder 'paradox'.


und all diese gedanken, ohne irgendwelche zitate oder unverständlichen wissenschaftsmüll. ich klopfe mir selber auf die schulter. man muss nicht mit dem fremdwörter-duden jonglieren, um einen interessanten und einigermaßen intelligent anmaßenden text zu schreiben. geschweige denn, dass man sich auf irgendwelche fossilen quellen beziehen muss, um den lesern seinen intellekt zu beweisen.
was man an intellekt besitzt muss nicht zwangsläufig dem entsprechen, was man davon offensichtlich zeigt. wenn man sich schlau anstellt, braucht man nur ein bisschen allgemeinbildung und ein gutes sprachgefühl, um andere denken zu lassen, man sei klug. hochgestochenes, undurchdringliches geschwafel wirkt auf den ersten blick zwar beeindruckend, kann aber schon beim zweiten hinsehen oder gar beim "zwischen-die-zeilen-gucken" oft sehr enttäuschend und zum teil lächerlich wirken.

außerdem ist es anstrengend. wenn ich mir schon die texte aus dem werte & normen unterricht ansehe. mit den seitenlangen sätzen, in denen man 45 minuten zeit dafür hat, um die hauptaussage des autors herauszuschaben. hinter 3 seiten sülze versteckt sich dann meist nur ein einziger satz, wenn überhaupt. wieso kann man sich nicht auf's wesentliche konzentrieren? ist es im sinne eines autors, dem leser seine gedanken und gefühle zu vermitteln oder will er sich einfach nur durch sein geschwafel profilieren? affentheater.
da ich gerne verbildliche, muss ich jetzt sagen: was nützt mir ein haufen scheiße in einer goldenen schachtel? oder etwas freundlicher: der inhalt zählt, da kann die verpackung noch so schön sein (wenn die dann auch noch scheußlich ist, wird es schwierig oO).

um es zu einem diplomatischen ende zu bringen:
natürlich gibt es auch schnörkelige, kitschige, schwafelige, glitzernde, wunderschöne, oder beeindruckende, oder schlau-durchdachte, oder [...] verpackungen und wenn man darunter schaut, ist es immer noch genauso schön. aber kritisieren macht einfach mehr spaß und bietet mehr gedanken-raum als schönrednerei

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