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Es war schätzungsweise der 22.5 als ich in mein Tagebuch schrieb ich schreibe hier nicht mehr rein, bis sich etwas verändert denn die Einträge sind so ähnlich, dass sie sich wohl höchstens in der Farbe der Tinte mit welcher sie verfasst wurden unterscheiden.

Dies war die längste Schreibpause meines Lebens, jedoch konnte ich nicht schreiben da alles was ich in dieser Zeit schrieb dem Leben nicht gerecht gewesen wäre, jeder Tag praktisch gleich begann und von Ohnmacht und Selbstzweifeln bestimmt war. Das Problem an diesem Zustand ist definitiv die Dauer. Je länger diese Selbstzweifel andauern desto eher hat man das Gefühl einzufrieren. Sich zu bewegen wird unmöglich, leben wird unmöglich. Der Mut schwindet mit Passivität und jede an sich selbst gestellte Aufgabe wird unüberwindbar. Die Welt, andere Menschen all' das scheint in solchen Phasen entfremdet.

Am 30.6. war dann also mein Abiball, das offizielle Ende von 4 Jahren Schule, die notentechnisch besser beendet wurden als sie vor 4 Jahren unmotiviert begannen und es war wohl genau dieser Tag, welcher den vorherigen Zustand beendete.
Ein Junge aus der Parallelklasse hielt eine Rede, welche genau das ausdrückte was ich seit Monaten fühlte: Selbstzweifel, Angst vor der Zukunft, Angst es nicht geschafft zu haben doch das Wichtigste war ein Satz, welchen er gegen Ende erwähnte der in etwa sagen sollte: Es ist vollkommen normal Angst und Selbstzweifel zu haben, jedoch sollte man diesen Ängsten niemals die Macht geben über das eigene Leben zu bestimmen

Wie Recht er mit dieser Rede hatte, denn genau diese Angst brachte letztendlich Passivität und jagt einen letztendlich in die Verstecke von welchen aus man sich das Leben ansieht. Das kann so weit gehen, dass man das Leben ansich auch gar nicht mehr sieht, nicht mehr lachen kann und selbst seine Lieblingsmusik überhört.

In der nächsten Zeit unternahm ich viel. Wieso? Es klingt banal, aber ich wusste ich bin frei und jeder Moment welchen ich in Isolation verbringen werde, würde mich noch weiter weg von einem Leben transportieren.
Ich kann sagen ich bereue es nicht. Ich war zum ersten Mal auf einem Festival, beginne die Wochenenden schon donnerstags und komme nach durchzechten Nächten am nächsten Morgen gut gelaunt nach Hause und jede Minute Schlaf an solchen Tagen wäre reinste Verschwendung (Montags hole ich den Schlaf natürlich auch mal nach).
Ich bin wieder in der Lage Musik zu hören ohne diese zu überhören , Gesprächen zu folgen, mich über einen Sternenhimmel zu freuen und wieder über schlechte Witze lachen zu können wie früher. Es ist ein Gefühl als sei mein Blut über die Monate eingefroren gewesen und mein größter Wunsch ist es, dass es nie wieder einfriert.

Wie dies zu schaffen ist? Niemals stehen bleiben. Wieder so eine banale Anleitung, aber ich stellte in letzter Zeit fest dass es sich nicht immer lohnt jede Situation im Leben zu analysieren. Wir sind nicht immer das was unsere Gedanken sind, manchmal sind wir das was unsere Entscheidungen sind und Entscheidungen kommen durch Gedanken bei mir oft ins Stocken, da das abwägen von Vor und Nachteilen oft zu Resignation führt.

So eine Zeit wie diese hatte ich bisher noch nie. Ich habe losgelassen und lebe nun einfach nur noch und ich weiss: genau so will ich weitermachen, Genau so soll das Leben sein.

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