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Frei schwimmen.Mittwoch 28.04.2010 05:55 PM

Davor.

Sie schnaubte. ''Ich gebs auf! Früher warst du nie so. Es gibt schließlich noch andere Jungen auf der Welt. Außer dem unvergleichlichen Mr Johnson-Superman.''
Ich lächelte. ''Klar, weiß ich.''
''Es ist als ob du abgeschaltet hättest oder so. Von Jungen.''
''Na ja, ich...'' Einen Moment lang war ich versucht, es ihr zu sagen. Aber ich konnte nicht. Sie machte so ein kritisches Gesicht. ''Ich will mich einfach nicht wieder in was reinziehen lassen'', murmelte ich. ''Noch nicht.''
''Um Himmels willen! Keiner sagt, dass du gleich ernst machen sollst. Ich meine... Ernst hast du gerade hinter dir. Ich meine... du könntest dir ruhig ein bisschen Spaß gönnen, ab und zu.''
''Es ist nur, dass... irgendwie interessiert mich keiner, ich spüre nie... Ach, ich weiß nicht. Ich sehe keinen Sinn darin.''
''Mensch, so gut kann er doch gar nicht gewesen sein.''
''Doch. War er.''
Sie warf mir einen ihrer berühmten Blicke zu. Halb missbilligend, halb eifersüchtig. ''Okay,okay. Du Glückspilz. Aber jetzt hast du die Wahl. Du kannst die anderen links liegen lassen und dein Leben ganz der Erinnerung an IHN widmen und wie toll er war- oder du kannst dir Mühe geben, damit fertig zu werden.''
''Ich bin fertig mit ihm! Das ist nicht fair. Alle sagen, wie gut ich...''
''Klar. Wir wischen dir nicht mehr alle fünf Minuten die Tränen ab. Ich meine aber: wirklich und endgültig fertig.''
Sags ihr, dachte ich wieder. Wofür ist eine beste Freundin da?
Um einem Strafpredigten zu halten, dafür ist sie da. Schon legte sie wieder los. ''Ich finde wirklich, du solltest langsam versuchen, dich wieder ein bisschen zu amüsieren. Dich vielleicht sogar mal von jemand anfassen lassen, hin und wieder. Ich meine, ist dein Mund eine Art Schrein geworden oder was? Nur für diesen elenden Kerl?''

Teils war ich ihr dafür dankbar, ich fand sogar, dass sie wahrscheinlich Recht hatte. Ich war auf dem besten Weg, eine Nonne zu werden - eine traurige, fade, auf die Vergangenheit fixierte Nonne.
Am Samstagabend verbrachte ich viel Zeit im Bad, ich duschte, kremte mich ein und schminkte mich. Heute Abend, redete ich mir ein, nehme ich die Sache in die Hand, heute Abend gehe ich ran. Ich werde Erfolg haben, und das wird mich kurieren. Vielleicht kann ich die Erinnerung an ihn ein bisschen verwischen, dachte ich, wenn ich einen anderen küsse. Ich sah das ganz nüchtern.
Ich trug eine Spur Lipgloss auf und lächelte über sie, die meinen Mund einen Schrein genannt hatte. Nicht länger, dachte ich. Zeit, ihn zu entweihen.

Danach.

Der Raum war dunkler geworden und ich fühlte, wie sich diese trostlose Unausweichlichkeit als drückende Last auf mich legte. Los, weiter, ermahnte ich mich streng. Zieh das durch. Dann sah ich ihn an, lächelte und legte ihm die Arme um den Hals. Er schien leicht verblüfft. Dann strich er mit den Händen über meinen Rücken. Wie eine Welle durchströmte mich dieses blöde Gefühl von Ablehnung und am liebsten wäre ich davon gelaufen, aber dann reckte ich ihm ganz bewusst mein Gesicht entgegen.

Du bist falsch, alles an dir ist falsch. Du riechst falsch und du schmeckst falsch. Deine Hände halten mich nicht richtig. Es fühlt sich nicht richtig an. Du bist nicht ER.

Entschuldige, sagte ich im Stillen zu ihm. Es ist nur... du bist nicht ER, und Küssen ist ER, nur ER.

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