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Gary Jules - Mad WorldMontag 18.06.2007 05:52 PM

Ich hab mich gerade aufs Fahrrad gesetzt, bin die Straße entlang gefahren. Ich wollte nur zur Tanke vor um Kippen zu kaufen... aber mir ging das Lied nichtmehr aus dem Kopf...Gary Jules - Mad World...

Ich habe mit dem Nachdenken und Gedanken fließen angefangen.

Ich mag die Nacht.
Ich bin auf der Straße lang gefahren, vorbei am Glockenbach. Ich fuhr im Schritttempo. Ein leichter, warmer Windzug mit einem unbeschreiblichen, natürlichen Duft schlug mir gegen die Nase, wehte ein paar Haarsträhnen aus meinem Gesicht. Innerlich schloss ich die Augen und nahm alle Reize in mich auf.
Ich nahm alles bewusst war... und mir wurde auf einmal so vieles so klar, das man nicht in Worte fassen kann. Es war unbeschreiblich...

Die Nacht hat eine wundervolle Idylle... alle Lichter sind aus, man hört kein Auto, es ist kein Mensch auf der Straße... nur ich und alles was mich umgibt. Eine unbeschreibliche Ruhe, die bei Tagesanbruch zerstört wird. Die Menschen werden hektisch, jeder geht nurnoch Gedankenversunken von A nach B, nimmt nur den Weg wahr, nicht, was daneben steht. Autos fetzen von A nach B. Menschen sitzen in Café's, lachen aber lachen doch nicht. Sie spielen nur etwas vor, nur um zu funktionieren.

Mensch arbeitet nurnoch damit er sich selbst besser fühlt, seine Probleme woanders lassen kann oder die Familie zu Versorgen. So gut wie niemand nimmt mehr bewusst war.

Ich genieße es, die Bäume anzusehen. Ihre Struktur, der Aufbau, das Laubwerk und die Büsche herum. Sie sind wundervoll. Die Häuser, mit liebe zum detail aber mit zuviel Sinn für Perfektion gebaut. Sie sehen schön aus, aber sind zu Perfekt.

Es herrscht absolute Stille. Nur der Wind und das leise knarzen der Fahrradkette.

Ich frage mich, ob andere ihre Umwelt genauso warnehmen können wie ich gerade. Ich tat es bis gerade eben noch nie.

Ich merke das ich irgendwo ein Einzelgänger bin, der Gesellschaft braucht aber nicht mit ihr Umgehen kann.

Ich hole Zigaretten und ein Bier, fahre wieder zurück... sehe mir die Häuser, die Eingänge, die Schatten ein. Es riecht wieder einmal ganz anders aber ganz herrlich. Der lauwarme Wind tut auf der Haut gut, weht durch meine Barthaare.

Ich frage mich, ob Menschen noch den Anblick von Bäumen genießen können. Eine Trauerweide lässt ihre Blätter fast bis hinunter auf die Straße hängen... Kein Blatt regt sich im Wind.

Ich wechsele die Straßenseite und fahre am dunklen Spielplatz vorbei.

Ich würde jetzt gerne vom Fahrrad steigen und Schaukeln, traue mich aber nicht - es würde diese Absolute Idylle zerstören.

Es ist einfach nur schön...

Die Straßenlampe mit dem orangenen Licht beim Zebrastreifen scheint hinunter und man hört das surren des Stroms von ihr schon 5 Meter bevor man unter ihr ist. Aber es stört nicht - es passt sich an.

Ich fahre weiter, bin fast daheim.

3 Menschen auf der Straße, gehen entlang und ich sehe einfach nur Menschen in ihren Gesichtern. Kein Bossmensch, kein Arbeitermensch, kein Familienmensch. Einfach nur Menschen. Leises klicken von Herrenschuhen auf dem Asphalt.

Ich sehe den kleinen Ahornbaum vor unserem Blumenladen.

Ich stelle das Fahrrad ab, schließe es fest und bin am Überlegen ob ich weiterfahren soll. Doch ich weigere mich - meine Gedanken müssen ausgeschrieben werden und ich weiß, das keine Straße so wie die, durch die ich gerade gefahren bin, ist.

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