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Wauzl

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What once was, what will be

Deutsch HausaufgabeSamstag 22.09.2007 11:37 PM

8. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)
"Des Menschen größter Verdienst bleibt wohl, wenn er die Umstände soviel als möglich bestimmt und sich so wenig wie möglich von ihnen bestimmen lässt. Das ganze Weltwesen liegt vor uns wie ein großer Steinbruch vor dem Baumeister, der nur dann den Namen verdient, wenn er aus diesen zufälligen Naturmassen ein in seinem Geiste entsprungenes Urbild mit der größten Ökonomie, Zweckmäßigkeit und Festigkeit zusammenstellt."
(Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre...)

Goethe verdeutlicht in diesem Ausspruch die Phrase "Jeder ist seines Glückes eigener Schmied", wie es im Volksmund häufig gesagt wird. Man sollte seine Umstände als erstes akzeptieren und dann kann man sich darum kümmern diese zu beurteilen. Denn es ist sehr wichtig, dass man sich klar macht, was an einem Umstand positiv oder eben negativ ist. Wenn man die Umstände nicht akzeptiert driftet man in seinen Entscheidungen in das Ziellose, denn wenn man nicht weiß, wo man sich befindet, kann man auch nicht die Richtung wissen, in welcher es zum Ziel geht. Weiterhin ist es Goethes Meinung, man soll allen Dingen neutral gegenüberstehen und sich nicht von ihnen beeinflussen lassen; selbst wenn vieles negativ erscheint, so sollte man sich doch nicht selbst aufgeben. Eine moderne Erscheinung von dem "sich selbst aufgeben" sind sogenannte "Emos". Jemand, der in diese Schublade gesteckt wird hasst sich selbst. Man ritzt sich mit scharfen Gegenständen die Arme oder Beine auf um überhaupt etwas zu fühlen. Das ist sicher nicht der richtige Weg um etwas zu verarbeiten oder hinzunehmen, denn es gibt fast immer etwas positives an dem man sich festhalten kann, denn ohne licht gibt es auch keinen Schatten. Diese Lebensauffassung von Emos und deren Selbsthass und Verherrlichung von Suizid kann ich nicht verstehen. Welches Bauwerk würde stehen, welche Straße wäre gebaut und welcher Steinbruch geleert, wenn alle Baumeister beim bloßen Anblick der komplizierten und zufälligen Naturmassen aufgegeben hätten? Keines, keine und keine! Man muss sich Aufgaben stellen um etwas zu bewegen, oder in diesem Fall etwas zu erbauen, denn wenn man sich ihrer nicht annimmt, so wird alles so zufällig und vielleicht kompliziert und zufällig bleiben, wie es ist.
Man selbst kann der Baumeister sein und die Gesteinsmassen formen, nach seinem Bilde und brauch IHN nicht zu achten. Götter!
Selbst wenn man sich nicht zutraut alleine Konstrukteur seiner träume und Wolkenkratzer zu sein, so gibt es immer noch Freunde, Bekannte oder sogar vielleicht Lehrer, die einem sicher helfen werden sein Werk zu vollenden oder wenigstens anzufangen.
Wäre der Mensch ewig dabei geblieben, sich von seinen Umständen bestimmen zu lassen, so wäre nähme er heute keine Sonderstellung unter den Lebenden ein, wie Albert Schweitzer es sieht; der Mensch wäre ewig ein Tier geblieben, welches sich von seinen Instinkten leiten lässt und nicht von seiner Vernunft, denn von nichts kommt nichts, kein Traum und keine Vision könnte verwirklicht werden, wenn sich von den Umständen hätte bestimen lassen und nicht umgekehrt.
Aber alles, was man tut sollte man mit dem Ziel tun die größte Ökonomie, Zweckmäßigkeit und Festigkeit zu erreichen. Es wäre wohl unlogisch etwas dort zu kaufen, wo es teurer ist als bei einem anderen Laden. Das ist das Minimalprinzip. Oder von einer bestimmten Menge Geld weniger zu kaufen, als man bekommen könnte. Das ist das Maximalprinzip. Zweckmäßigkeit ist eine wichtige Sache, vor allem in meiner pragmatischen Generation; wir fragen warum! Abwesenheit von Festigkeit heißt Unsicherheit und wer unsicher ist hat in unserer kapitalistischen Welt schon verloren. Sicher nicht umsonst sagt man auch "Ellenbogengesellschaft". Man muss sich profilieren und zeigen was man kann um nach vorne oder oben zu kommen.
Wie im Text oben beschrieben kann ich der Meinung Goethes nur Zustimmen und ich bin der Meinung, dass sie auch und vor allem in unserer heutigen Zeit Gültigkeit hat.

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