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Wauzl

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What once was, what will be

Das SchicksalDonnerstag 06.08.2009 10:31 AM

"Ich weiß wer du bist!" schrie sie ihn an. "Ich weiß es jetzt, du kannst dich nicht mehr verstecken. Du bist es, du warst es immer und du würdest es auch immer sein. Immer wieder hast du mich gequält und deinetwegen musste ich leiden. Du hast mein Leben zerstört!" Sie hielt kurz inne. An ihren hängenden Schultern baumelten wie tot ihre Arme; das Gesicht gesenkt, ihre braunen Haare im Gesicht, sodass sie schwerlich etwas sehen konnte, schleppte sie sich langsam in Richtung des großen Mannes. Bei jedem Schritt ging sie in die Knie, zwang sich aber weiterzulaufen. "Warum... Warum hast du dich nie mir gezeigt? Hat es dir wenigstens Spaß gemacht?" Ihre Stimme versagte und ihr bis dahin teilnahmsloses Gesicht verkrampfte sich. "Was hattest du schon davon mir aus der Ferne Leid zuzufügen?" Nun rinn unsichtbar eine Träne aus ihrem linken Auge über ihre Wange bis an ihren zusammengekniffenen Mund.
Der große Mann mit den langen, schwarzen Haaren drehte sich langsam um. Sein schier endloser, dunkler Mantel vermittelte den Eindruck, als würde er schweben und seine Haare wehten leicht im Wind. Sein Gesicht war emotionslos und sein Blick war leer und kalt, als würde er nirgendwo hinsehen und in Gedanken verloren sein. Er blickte durch sie hindurch.
Nun war sie grade einen Meter von ihm entfernt, da sprang er kraftvoll und kühl weit nach hinten und er landete balancierend auf der Geländer der Brücke. "Bitte... Ich will nur.. Antworten!" sagte sie leicht verwundert über seinen grazilen, so unerwarteten Sprung. Doch sie ging weiter auf ihn zu. "Sag mir: Worin lag der Sinn?" Sie betonte jedes einzelne Wort. Apatisch, nicht reagierend stand er weiter auf dem Geländer.
Wieder hatte sie sich ihm auf einen Meter genähert. Diesmal konnte er nicht nach hinten ausweichen, denn unter ihm befand sich in respektabler Tiefe nur das kalte, schwere und in diesem Licht schwarze Wasser. Sein Blick glitt langsam ins Wahnsinnige ab und seine Augen begannen zu funkeln. Sie begann ihren Satz erneut: "Sag mir:..." Sie stocke. Wie in Zeitlupe schien er sich von ihr wegzubewegen, weiter und weiter. Erst als er senkrecht vor ihr in der Luft war, realisierte sie, dass er sich hatte fallen lassen. Sofort beugte sie ich über das Geländer und streckte ihre weiße Hand nach ihm aus. Doch es war zu spät. Entsetzt sah sie dem Fallenden nach und wartete mit offenem Mund und aufgerissenen Augen auf sein Aufkommen auf dem Wasser. Doch es blieb still. Er war verschwunden.

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