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Wauzl

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What once was, what will be

Eine Portion GlücklichseinMontag 02.03.2009 05:31 PM

Ich fiel gestern beinah von meinem Kniestuhl, der im übrigens sehr viel gesünder zu benutzen ist als normale Stühle. Ich habe ihn geschenkt bekommen, von meiner Mamma, weil der Stuhl, den ich vorher hatte, der auch ein Kniestuhl war, kaputt gegangen war. Ich hatte ihn damals nur bekommen, weil er schon alt war, denn meine Mutter hatte ihn vorher benutzt.
Jedenfalls fiel ich fast davon herunter, denn ich blickte auf meinen riesigen Bildschirm, den ich mal von meiner Nachbarin geschenkt bekommen hatte. Eigentlich wollte ich ihr eine Packung merci dafür geben, aber ich habe das versäumt und deswegen wurde die dann schon 2 Tage überlagerte Packung merci von mir und meinen WG-Mitbewohnern vernascht.

Der Grund für meine Beinahe-Begegnung mit meinem Boden, auf dem zum Schutz vor Kratzern des Kniestuhls eine transparante Platte von IKEA liegt, weil meine Eltern neuerdings allen Scheiß von IKEA anschleppen. Überhaupt: ALLE haben heutzutage was von IKEA. das ist einerseits gut, man kommt in die Wohnung und fühlt sich gleich wie zuhause, andererseits sieht natürlich alles gleich aus...

Jedenfalls der GRUND war eine Nachricht, die ich im StudiVZ bekommen hatte. Ich war schon die Zeit vorher angenervt: Ich hatte mich dazu hinreißen lassen den Film "A Clockwork Orange" auf meinem Laptop zu sehen. Zwecks weiterer Informationen nach dem Genuss des Filmes surfte ich mit meinem anderen PC, vor dem der Kniestuhl mit der IKEA-Unterlage und dem Monitor von meiner Nachbarin steht. Dabei fiel mir das Lesen des zugehörigen Wikipedia-Artikels sehr schwer: Weil meine Graphikkarte wohl einen Fehler hatte und mein Riesenmoitor meiner Nachbarin nur lila Quadrate anzeigte.

Und diese lila Quadrate, die mich nun auch daran hinderten die Nachticht im StudiVZ zu lesen, regten mich dermaßen auf, dass ich erstmal direkt von meinem Kniestuhl auf der IKEA-Unterlage, weg von meinem Monitor meiner Nachbarin mit den lila Quadraten drauf aufstehen und meine Aggressionen beim urinieren in unserem schönen Bad, das seit mindestens 2 Jahren, anders als die anderen Räume im Haus, nicht mehr renoviert wurde, auslassen musste.

Das war aber nicht der Grund meines Nahezu-Tête-À-Têtes mit der IKEA-Unterlage. Sondern es war Manuela.

Manuela ist der Name der Verfasserin der Nachricht, die ich im STudiVZ erhalten hatte: vor ca 1036 Monaten und 5 Sekunden hatte ich ihr aus - sagen wir "Verehrung" - eine Nachricht geschrieben.

Manuela ist auch ein Mädchen, dass mit mir einige Vorlesungen besucht. Sie fiel mir sofort auf mit ihren ledernen, verzierten Stiefeln, ihrer relativ engen blauen Jeans und ihrer grünen, karierten Jacke mit den schwarzen Lederbändchen, die das Gegenstück zu den auf der anderen Seite des Reißverschlusses befestigten Knöpfen waren. Abgerunden durch ihre in Indie-kreisen momentan modernen Kappe, die, wie der Rest ihres Outfites ihr markantes aber doch absolut süßes Gesicht betonte.

Und ich hab ihr geschrrieben..

Und ich hab gewartet und gewartet. Mindestens 1036 Monate und 6 Sekunden. Gewartet, Däumchen gedreht, Sorgen gemacht, gewartet, geschlafen, wieder gewartet.

Als nach ca. 504,7 Monaten und 8 Sekunden immernoch keine Meldung kam, verblasste ihr edelbitteres Lächeln und ihr mich-nicht-mehr-denken-lassendes Auftreten in meiner präsenten Erinnerung langsam.

So verging die Zeit.. 10 Monate. Wieder 10 Monate... Viele Mädchen kamen und gingen, die einen groß und schlank, einige eher klein und schlank, alle hatte sie hübsche gesichter, große Augen. Irgendwas Faszinierendes. Ich stellte viel mit ihnen an: Die eine mochte es härter, eine andere bestand auf Blümchensex, eine sagte sie wäre asexuell und eine andere ließ mich schlicht nicht ran. Ich hab geküsst, gestreichelt, gekuschelt und gefickt. Aber eines fehlte ihnen allen, sie alle hatten dasselbe Manko:

Sie waren alle nur Produkt meiner Fantasie. Und das machte mich mit der Zeit traurig: Ich war immer alleine gewesen aber ich habe weitergemacht wie bisher, alles interessante, was passierte, passierte in meinem Kopf.

Doch diese Manuela, die mir zurückschrieb, die ich mochte, die mir so fern erschien, die mir so lang nicht geantwortet hatte, die mich fast hatte fallen lassen vor meinem Monitor von meiner Nachbarin mit den lila Quadraten drauf, von meinem Kniestuhl, auf meine IKEA-Unterlage; sie hat alleine durch das erste Wort "Juhu!" alle großen, kleinen und schlanken Fantasiemädchen übertroffen und hat mir so den Tag gerettet und mir ein Lächeln gegeben, dass ich schon so lange vermisst hatte.

Danke Manu :)

Ende

> Wauzl
> Danke Julschn für die Aufforderung dir was zu erzählen, aus der dieser Text entstand!
> Musik war übrigens "Richthofen" mit dem Album "Seelenwalzer", was auf den ersten Blick so gar nicht passen mag.

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