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WIZO

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nicenicenice!

Er und Ich VSonntag 07.12.2008 05:13 PM

- Ich hatte es mir wirklich schon vorgestellt, bevor es passierte. Wirklich. Und dann passierte es. Wir begannen wieder zu schreiben, im Chat. Er und Ich. Immer öfter, immer mehr. Ich war so glücklich, wirklich glücklich. Abends ging ich schlafen und dachte an ihn. Ich dachte an die Zeiten, die vergangen waren. An alles schöne, was vergangen war. Und ich weinte. Nicht vor Trauer. Vor Glück. Ich hatte wieder Hoffnungen. Er hatte mir Hoffnungen gemacht. Es waren Kleinigkeiten, kurze Sätze, Wörter. Als wir uns sahen, auf einem Konzert, war er so nett zu mir. Er kam zu mir, um mit mir zu reden. Nur um zu reden. Es ging den ganzen Abend. Ich lachte so viel. Ein unbeschwertes Lachen. Den ganzen Abend, bis es langsam später wurde, Leute gingen, sich alles auflöste. Ich sah ihn. Ich sah ihn draußen stehen, mit einigen Freunden. Ich kam dazu. Er redete wenig mit mir. Fast gar nicht. Und dann ging er einfach. Er ging einfach weg. Mit meiner Freundin. Ohne etwas zu sagen gingen sie. Ich wusste nicht warum, ich wusste nicht wohin. Es traf mich wie ein Schlag. Hart und kalt. Bald folgte ich ihnen. Und dann sah ich sie beide. Sie standen dort mit anderen Freunden. Sie kifften. Sie kifften, sie rauchten, sie tranken. Und er beachtete mich nicht. Nein. Er beachtete nur meine Freundin. Mit ihr konnte er rauchen, kiffen. Mit ihr. Nicht mit mir. Bald ging ich. Ich weinte. Leise, in mich hinein. Es hatte mich so verletzt. Er und meine Freundin. Sie kannten sich nicht, sie hatten sich nie zuvor gesehen. Ich war so enttäuscht. Am Montag darauf redete sie mit mir. Es tat ihr Leid, es tat ihr wirklich Leid. Ich merkte es. Doch sie weinte nicht. Sie konnte nicht mehr weinen. Zu viel Trauer, zu viel Leere. Ich spürte ihr schlechtes Gewissen. Ich wollte ihr verzeihen, ich verzieh ihr. Doch etwas stand zwischen uns. Etwas, was sich immer weiter aufbaute. Es steht bis heute noch zwischen uns. Alles ist anders. Furchtbar anders. Bald kam sie mit zu mir. Es war ein schöner Tag, die Sonne schien, einer der Tage im September, die viel zu warm sind. Sie wollte nach der Schule mit zu mir kommen. Wir wollten einfach Spaß haben, nicht an das denken, was passiert war. Einfach Spaß haben. Doch es ging nicht. Schon in der Schule musste ich weinen. Ich weinte so viel und so sehr. Sie erzählte mir viel, sie konnte es nicht für sich behalten. Sie brachte es nicht übers Herz. Sie erzählte mir, was er erzählt hatte. Warum er kiffte, warum er rauchte, wie oft er kiffte. Es war so hart für mich. Es war so hart zu hören, wie der Mensch, den ich liebte, verehrte, wie er sich kaputt machte, zerstörte. Ich weinte so viel. Sie sagte, es sei wegen einer Geschichte, die ihn so berührt, eine Geschichte die ihn immer noch so sehr mitnimmt. Mit einem Mädchen. Ein Mädchen, das er bis heute nicht vergessen hat. Sie sagte, es wäre eine Geschichte, die er nicht erzählen könnte. Nicht, ohne sich vorher von seinen Problemen zu lösen. Nicht, ohne vorher zu kiffen. Ich weinte so sehr. So viele Dinge, die ich nicht wusste. Die er mir nie gesagt hatte. Ich war so kaputt. Alles machte mich so kaputt. Ich fühlte mich leer, schrecklich leer. Bald war ich leer geweint. Ich weinte nicht mehr. Bald konnte ich wieder lächeln. Wir gingen zu mir. Am Nachmittag rief er an. Er fragte, ob ich Zeit hätte. Und all die Leere war vollkommen fort. Freude erfüllte mich. Ich war aufgeregt, aufgedreht. Ich rief meine beste Freundin an. Zu dritt fuhren wir in die Stadt, dort trafen wir ihn, einen Freund und eine Freundin. Er umarmte mich. Nicht sehr lange, aber es tat so schrecklich gut. Wir verbrachten den ganzen Nachmittag zusammen, bald nur noch zu viert. Er, sein Freund, unsere Freundin und ich. Es war lustig. Wir lachten viel. Über die Enten in der Weser… Bald kam er zu mir, redete mehr mit mir, setzte sich neben mich, lächelte mir zu. Und als ich ging war ich so schrecklich froh. Er umarmte mich noch einmal. Diesmal länger. Ich dachte, alles wird wieder gut. Alles wird wieder wie früher. Ich war so froh. Abends telefonierten wir. Nach langer Zeit. Wir telefonierten wieder wie früher. Am nächsten Tag wieder und am Tag darauf. Es war so gelassen. So gelassen wie früher. Und wir lachten und redeten. Er sagte, dass er mich lieb hat. Einfach so. Dass er mich schrecklich lieb hat. Ich war so unheimlich froh. Einige Tage später kam er wieder zu mir. Einfach so. Spontan. Nur für eine Stunde. Aber er war da. Nachts schrieb er mir eine SMS. Eine wunderschöne. Es war eine einfache SMS. Und genau deshalb war sie so wunderschön. Er schrieb, was er gemacht hatte, fragte, wie es mir ging, was ich gerade tue. Und dass er mich lieb hätte. Eine Kleinigkeit. Sie machte, dass mein Herz höher schlug. Ich lächelte. Den ganzen Abend. Und den nächsten Tag. Einfach so. Ich dachte, er würde sich wieder in mich verlieben. Ich dachte, alles würde wieder gut werden. Ich kann nicht beschreiben, wie unheimlich froh ich war. Nach 5 Monaten… Und doch war ich verwirrt. Sehr verwirrt sogar. Meine Freundin erzählte mir so viel, was er erzählte. Sie erzählte mir so unheimlich viel, vielleicht zu viel. Er und sie telefonierten auch, oft, jeden Tag. Sie hatten ein Gesprächsthema, meistens nur dieses eine. Sie redeten über mich. Und dann wurde er immer traurig, sagte sie. Er wurde immer schrecklich traurig. Er erzählte ihr, warum alles kaputt gegangen war. Er sagte, er könne sich einfach nicht vorstellen, dass man mit Liebe glücklich werden könne. Er sagte, er wurde verletzt, lief Jahre lang einem Mädchen hinterher, das ihn nicht liebte. Er sagte, er wünsche, dass alles anders sein könnte. Er sagte, dass er an mich dachte. Jeden Tag. Er sagte, fast alles in seinem Zimmer, in seinem Leben erinnerte ihn an die Zeit mit mir. Und das ich wunderschön währe, wunderschön, wundervoll, der tollste und schönste Mensch, den er je kennen gelernt hatte. Ich hätte ihm so schrecklich gut getan. Er hätte mich so schrecklich geliebt, mehr als jedes andere Mädchen. Es wäre eine so wunderschöne Zeit mit mir gewesen. Er sagte, er hasse sich dafür, was er mir angetan hat. Er sagte, ich hätte etwas Besseres verdient als ihn. Meine Freundin erzählte mir dies alles. Und ich weinte. Bei jedem Wort weinte ich mehr. Ich weinte, weil ich es nicht verstand, weil ich ihn nicht verstand. Warum er so dachte, warum er so redete, warum er so handelte. Und warum er nie mit mir geredet hatte. Dieser Gedanke lässt mich heute noch vor Trauer weinen. Er hatte mir nie gesagt, was passiert war. Er hatte einfach gesagt, es wäre aus. Er würde mich nicht mehr lieben. Ich war so verletzt. So schrecklich verletzt. Ich weinte so viel, ich weinte mehr, als in der Zeit zuvor. Ich weinte jeden Tag. In der Schule, zu Hause, im Bett. Ich weinte so viel, viel zu viel. Ich weine jetzt, in diesem Moment. Ich wusste nicht, dass er mich nie vergessen hatte. Ich dachte, er hätte mich vergessen. Er hatte mir gesagt, ich solle ihn vergessen. Er hatte mir gesagt, er hätte einen Schlussstrich unter die Sache gezogen. Was er wirklich fühlte und dachte, hatte er mir nie gesagt. Warum, das wusste ich nicht. Doch egal warum, es war ein schreckliches Gefühl. Er wusste, dass sie es mir erzählt hat. Glaube ich. Sie hatten darüber gesprochen. Und bald war alles wie vorher. Wir wechselten kein Wort mehr. Er rief nicht mehr an, er schrieb mir nicht mehr. Er kam im Chat on. Und einige Zeit später verließ er ihn wieder. Jetzt, da er wusste, dass sie mir so viel erzählt hatte. Jetzt, da ich wusste, warum er kiffte, warum er mich verlassen hatte, was passiert war. Er ignorierte mich wieder. Er ignorierte mich, wie die Monate zuvor. Wie die verdammten fünf Monate zuvor, in denen ich das alles versucht hatte, zu verarbeiten. In denen ich so viel geweint hatte, so viel gehofft hatte, so viel gebetet hatte. Doch es war anders. Diese 5 Monate hatten mich etwas gelehrt, sie hatten mich reifer gemacht, sie hatten mich verändert. Die Zeit, die nun begonnen hatte half mir nicht, sie machte mich nicht reif, sie veränderte mich nicht. Sie machte mich kaputt. Sie nahm mir für Wochen die Fröhlichkeit. Sie saugte mich aus - Seit dem Tag, an dem meine Freundin mir gesagt hatte, dass sie sich in ihn verliebt hatte. Seit dem Tag, an dem sie mir erzählt hatte, dass er sich auch in sie verliebt hatte. Seit dem Tag war ich komplett leer. Ich lachte Tage lang nicht mehr. Ich weinte nur noch. Meine Freundin ignorierte ich. Ich konnte nicht mehr mit ihr reden. Drogen, Alkohol hatten sie kaputt gemacht, machten sie weiter kaputt. Ohne dieses ganze verfluchte Zeug währe es nie soweit gekommen. Ich hatte ihr gesagt, dass es so nicht weitergehen kann. Doch sie hatte es nicht verstehen wollen. Ich redete nicht mit ihr, ich redete fast mich niemandem. Nicht mit ihr, nicht mit ihm, nicht mit meinen Freunden. Nur mit meiner Mama. Dem wichtigsten Menschen in meinem Leben. In ihren Armen weinte ich, wie ich so oft geweint hatte. Sie versuchte, mich aufzubauen. Sie versuchte, mich zu trösten. Sicher half es, doch meine Trauer nahm es nicht. Manche Nächte schlief ich kaum ein paar Stunden. Ich lag meist nur da und weinte, dachte nach und verzweifelte innerlich. Warum… Ich glaube, es war die Frage, die mich verzweifeln ließ. Nur eine einzige Antwort, eine einzige Antwort von ihm und alles wäre anders. Er hatte mein Herz gebrochen, nicht zum ersten Mal. Drogen, Alkohol. Sie hatten ihn verändert. Er war so ein anderer Mensch geworden. Dieser Mensch war weniger einfühlsam, weniger verständnisvoll. Er war oft nicht mehr er selbst. Nicht der Mensch, in den ich mich verliebt hatte, am 7. Februar 2008. Meine erste Liebe. Einfach die Erste… Irgendwann redete ich wieder mit meiner Freundin. Sie hatte den Kontakt zu ihm abgebrochen. Es hatte ihn verletzt. Es hatte ihn traurig gemacht. Und das machte mich traurig. Doch geredet haben er und ich nicht darüber. Wir redeten nicht mehr. Und bald lachte ich wieder. Ich lachte viel. Ich dachte nicht mehr an ihn. Ich zog einen Schlussstrich darunter. Ich begann, ihn zu vergessen. Die Zeit zu vergessen. Er kam im Chat on. Nach einiger Zeit ging er wieder off. Und es störte mich nicht. Ich registrierte es nicht. Ich dachte, nichts könnte mich wieder in die Zeit zurückholen. Nichts in die Trauer, in die Verzweiflung, in die Leere. Und einen Tag schrieb er mir. Einfach so. Er schrieb, dass er weinte. Er schrieb, dass ihm in diesem Moment klar geworden wäre, was er mir angetan hatte. Er schrieb, dass es ihm alles so schrecklich Leid täte. Dass es ihm nie so Leid getan hätte, wie in diesem Moment. Dass er es nicht gewollt habe. Dass er mich nie verletzen wollte. Dass ich ein wundervoller Mensch für ihn wäre. Der Mensch mit der tollsten Ausstrahlung und dem besten Charakter, den er je kennen gelernt hatte. Er sagte, ich hätte ihm so schrecklich gut getan, ich wäre so wundervoll. Und dann sagte er, ich hätte jemand Besseren verdient, als ihn. Jemand, der mich behandelt, wie ich es verdiene. Er sagte, er wäre es nicht wert. Er hätte etwas wie mich nicht verdient. Er sagte, er wolle mich nicht wieder traurig machen, aber er hätte es mir einfach sagen müssen. Es belaste ihn so sehr. Er sagte es mir, ohne Zögern, ohne Hemmungen. Das erste Mal. Er sagte, er hätte mich nie vergessen. Das erste Mal. Er sagte, er hätte an mich gedacht. Das erste Mal. Er sagte, das einzige, was er sich wünschte wäre, dass ich endlich glücklich sein könne. Egal wie. Ohne ihn. Das erste Mal. Er sagte mir all dies das erste Mal. Das erste Mal nach 6 Monaten. Nach 6 Monaten, in denen ich verzweifelte, weil ich dachte, er hätte mich vergessen. Ich fragte, warum er nie mit mir geredet hatte, warum er mich so ignoriert hatte. Er sagte, er hätte gedacht, es sei so das Beste für mich. Und das er erst jetzt verstehen würde, dass er genau das Gegenteil war. Er sagte, er hätte ein schrecklich schlechtes Gewissen. Er war traurig. Traurig und bedrückt. Es tat ihm alles Leid, schrecklich Leid, das merkte ich. Und ich sagte ihm, dass ich nie jemand anderen hätte haben wollen. Dass er der wundervollste Mensch wäre, den ich je kenne gelernt hatte. Dass ich ihn liebte, dass ich ihn immer geliebt habe und dass ich ihn immer für den gehalten hatte, der an meiner Seite stehen solle. Dass ich mir immer nur gewünscht hatte, ihn wieder lieben zu können. Frei lieben zu können. Diese Worte trafen ihn, das weiß ich. Er hatte es mir gesagt. Er versprach mir, dass er mein Lied, Your Song, aufnehmen werde. Er versprach es mir schon das zweite Mal. Ich hatte es mir so sehr gewünscht. Er sagte noch einmal, dass ihm das alles schrecklich Leid tun würde. Dass er sich dafür hasste, was er mir angetan hatte. Ich glaube, es war das letzte, was er sagte. Ich glaube, es war unser letztes Gespräch. Unser letztes wirkliches Gespräch. Es tut mir Leid.

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