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WIZO

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nicenicenice!

Er und Ich IIISonntag 05.10.2008 05:52 PM

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Ich hatte es mir wirklich schon vorgestellt, bevor es passierte.
Wirklich. Und dann passierte es.
Ich war der glücklichste Mensch auf Erden. Endlich war alle so, wie ich es mir gewünscht hatte. Und er hatte es sich auch gewünscht. Ich wusste es.
Abends telefonierten wir. Seine Stimme war so schön. Ich wurde immer glücklich, wenn ich sie hörte. Ich hörte sie so gerne. Doch wir redeten eigentlich nicht viel. Nur die eine Sache, die uns beide so glücklich machte, sagten wir uns immer wieder. Immer neu und es war so schön es zu hören. Ich Liebe Dich.
Endlich konnten wir beide glücklich sein. Er musste nicht mehr weinen, ich musste nicht mehr weinen. Doch, ab und zu weinte ich. Weil ich so unheimlich glücklich war. Und das war ich wirklich. Ich hatte mich nach Liebe gesehnt. Und jetzt bekam ich sie geschenkt, von dem Menschen, dem ich meine eigene ganze Liebe geben wollte. Er schenkte mir seine Liebe. Und er war der einzige Mensch, von dem ich sie haben wollte. Er war der einzige, den ich lieben wollte.
Wir waren so glücklich zusammen.
Einige Tage, nachdem ich bei ihm war, fuhr ich weg – 5 Tage. Mit meiner Konfer-Gruppe. Wir fuhren auf eine Insel. Schon morgens um 6, als wir mit dem Bus losfuhren, schrieb er mir. Er schrieb, dass er mich vermisste. Es machte mich traurig und unheimlich glücklich zugleich.
Wir fuhren lange, bis wir an die See kamen. Von dort brachte uns eine Fähre auf die Insel. Ich war froh, mit vielen Freunden hier zu sein. Mein Leben war perfekt. Alles stimmte.
Als wir auf der Insel ankamen, sah ich seinen Freund. Er war auch mit seiner Konfer-Gruppe hier gewesen. Vor uns. Er fuhr jetzt zurück.
Als wir uns sahen, passierte etwas, was vielleicht nicht hätte passieren dürfen. Ich verliebte mich nicht in ihn, Nein! Das hätte nie passieren können! Aber ich machte etwas, woran ich noch lange denken musste. Es machte mir ein schlechtes Gewissen, obwohl er, den ich liebte, davon wusste. Ich verdrängte es. Ich hatte nichts Falsches getan.
Die 5 Tage, die ich nicht zu Hause war, telefonierten wir jeden Abend sehr lange. Ich wünschte mir, dass er auch da wäre. Dann wäre alles perfekt gewesen. Noch viel perfekter als es schon war! Es waren schöne Tage, aber er fehlte.
Einen Tag sollte jeder von uns eine Trauminsel aus Sand bauen, mit Dingen, die wir dort fanden. Ich baute viel. Sachen für Freunde, für Familie. Und ich stellte zwei Menschen darauf. Nur zwei. Ihn und mich. Es waren Stöckchen. Ich dachte an das Stöckchen. Sein Stöckchen.
Am 5. Tag kamen wir erst spät in der Nacht zu Hause an. Ich ging nicht zur Schule am Montag darauf. Ich schlief aus.
Mittags schaute ich ins Internet. Er hatte mir Nachrichten geschrieben. Er hatte geschrieben, dass er mich sehen, mich lieben, mich spüren, mich küssen möchte. Ich solle zurückkommen von der blöden Insel. Ich weinte. Ich war so berührt. Noch nie hatte mir jemand so gezeigt, dass er mich liebt. Noch nie wurde ich so sehr geliebt. Wie sehr er mich liebte, wie wichtig ich ihm war, wurde mir erst sehr viel später klar, glaube ich. Wenn ich diese Nachrichten heute lese, muss ich wieder weinen. Aus Glück oder Trauer, das weiß ich nicht. Alles hat sich verändert.
Am Nachmittag kam er zu mir. Zuerst gingen wir zu einem Freund von ihm und von mir. Sie hatten sich schon lange nicht gesehen. Ich freute mich, dass sie sich so gut verstanden.
Sie spielten ein Videospiel. Er hielt die ganze Zeit dabei meine Hand. Er zeigte vor ihm, dass er mich liebte. Das machte mich so froh.
Bei mir waren wir wieder alleine. Wir lachten. Und wir liebten uns. Er küsste mich. Ich war so glücklich. So schrecklich glücklich.
Einige Tage später kamen er, sein Freund und meine Beste Freundin. Es war ein perfekter Tag. Wir redeten und lachten und hatten viel Spaß zusammen. Er und ich und sein Freund und meine Beste Freundin. Zu viert war alles noch schöner. Mit den Menschen, die mir am wichtigsten waren. Mit dem einen Menschen, den ich liebte.
Es wurde ein wunderschöner Nachmittag. Und der Abend kam viel zu schnell. Ich sehnte mich schon nach ihm, als er nur aus der Tür ging. Er war der Mensch, den ich liebte. Er war so wunderschön. Der schönste Mensch den ich je gekannt habe.
Ich dachte viel nach. Ich fragte mich, warum ich so etwas Schönes verdient hatte. Der schönste Mensch der Welt liebte mich. Ich war so unheimlich glücklich darüber.
Bald hatte ich Geburtstag. Am Abend davor telefonierten wir. Länger, als bis Mitternacht. Er wollte mir unbedingt als erster gratulieren. Er sagte, er wäre jetzt viel lieber bei mir. Um mich in den Arm zu nehmen, und um mich zu küssen.
Als es soweit war, wünschte er mir alles, was ich brauche, um glücklich zu sein. Er sagte mir, dass er unheimlich froh war, mich zu haben. Er sagte, dass er mich liebt. Er sagte so viel. Und ich war so glücklich.
An meinem Geburtstag kam er zu mir. Einige andere Freunde kamen auch. Sein Freund auch.
Wir gingen zum Osterfeuer, es war Ostersamstag. Doch es war kalt. Ich kuschelte mich in seine Arme. Er drückte mich eng an sich. Seine Liebe wärmte mich.
Doch natürlich war ich nicht die ganze Zeit nur bei ihm. Ich war auch bei seinem Freund. Wir alberten ein wenig herum. Er war mir auch sehr wichtig. Doch ich liebte ihn natürlich nicht.
Uns wurde kalt, es begann zu regnen und wir gingen nach Hause. Ich merkte, dass er, den ich liebte, sauer war, oder beleidigt. Vielleicht eifersüchtig auf seinen Freund. Ich fragte, was los sei. Er sagte, alles sei in Ordnung. Ich nahm es wohl so hin. Zu Hause tranken wir Tee um uns zu wärmen. Wir schauten fern. Und redeten. Alle zusammen. Ich nahm seine Hand, kuschelte mich an ihn. Ich wusste, dass er es brauchte. Er zeigte mir, dass er mich liebte. Ich weiß nicht mehr wie, ich wusste es auch in dem Moment nicht. Doch ich merkte, dass es ihm nun besser ging.
Bald wurden sein Freund, und meine Freundinnen abgeholt. Meine letzte Freundin ging um elf. Wir waren allein. Wir machten den Laptop aus, zogen das Sofa auf. Wir kuschelten uns darauf und küssten uns. Endlich waren wir alleine. Ich legte mich auf seine Brust. Wir sagten nichts. Dieser Augenblick war zu schön, um ihn durch Worte kaputt zu machen. Er hielt mich in seinen Armen. Es war warm.
Irgendwann sagte er, er wäre so glücklich gewesen, als ich seine Hand genommen hatte. Dann sagte er, er wäre eifersüchtig gewesen. Ich wusste, dass er schnell eifersüchtig wurde.
Ich drückte mich an ihn und sagte, dass es keinen Grund gäbe. Er war der einzige Mensch, den ich lieben wollte.
Die Nacht war schön. Wunderschön. Wir schliefen wenig, kuschelten viel. Er spielte mir mein Lied vor und sagte, wenn ich weinen würde, würde auch er weinen.
Natürlich weinte ich, ich konnte nicht anders. Noch heute, wenn ich das Lied im Ohr habe, muss ich weinen. Er weinte auch. Es erinnerte mich an die Zeit, als er aus Trauer weinte. Doch jetzt weinte er vor Glück. Es war wunderschön. Dieser Moment hätte stehen bleiben können. Für ewig. Ich nahm ihn in den Arm und wir weinten beide. Leise und in uns hinein.
Sein Lied. Your song. Ich liebte es, wenn er es sang. Ich liebte ihn und ich liebte seine Stimme. Sie war so faszinierend. Sie war so beruhigend. Sie war einzigartig. Wunderschön.
Das sagte ich ihm. Er musste Lachen. Doch er freute sich darüber.
Wir schliefen erst spät ein. Er hatte seinen Arm um mich gelegt und ich roch ihn, während wir einschliefen. Ich roch ihn und ich spürte ihn neben mir. Er war da. Bei mir.
Am nächsten Morgen musste er früh gehen. Ich musste bald weg. Mein Bruder wurde getauft.
Abends telefonierten wir wieder. Wir sprachen beide leise. Nicht weil wir uns nichts zu sagen hatten. Weil wir so unheimlich froh waren. Ich sprach leise und zärtlich, weil ich ihn liebte. Er sprach leise und zärtlich, weil er mich liebte.

Ich weiß nicht, wann es war, als unsere Liebe Routine wurde. Ich weiß nicht, was passierte.
Ich wusste nicht, was kommen würde. Ich wusste nicht, wie die Zeiten sich ändern könnten.
Ich liebte ihn.

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