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WIZO

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nicenicenice!

Er und Ich IIMontag 22.09.2008 10:44 PM

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Ich wusste nicht mehr, was ich denken sollte. Ich war so verwirrt, als ich an der Bushaltestelle stand und auf den Bus wartete der mich zu ihm bringen sollte. Es war kalt. Windig und kalt. Ich frohr, glaube ich.
An der Haltestelle traf ich ein Mädchen, das ich kannte. Nur flüchtig, aber immerhin. Wir fuhren mit dem selben Bus. Ich war so nervös. Der Bus fuhr lange, länger als ich dachte. Ich stellte mir die ganze Zeit vor, wie es wäre, ihn wieder zu sehen. Ich wusste nicht, ob ich mich freuen sollte, oder ob ich Angst haben sollte. Ich glaube, ich fühlte irgendetwas dazwischen.
Er holte mich von de Haltestelle ab. Wir umarmten uns. Und plötzlich war mir wärmer, nicht warm, aber auch nicht mehr so kalt. Dann gingen wir zu ihm. Auf dem Weg lachten wir viel, glaube ich. Eher aus Nervosität, als alles andere. Doch ich war froh.
Sein Haus war groß, viel größer als unseres, so kam es mir jedenfalls vor. Wir gingen in sein Zimmer. Hier war es warm. Anfangs wussten wir nicht, was wir machen sollten. Es war schließlich das erste mal, dass wir alleine zu Hause waren. Das erste mal bei ihm. Ich war so schrecklich glücklich.
Zuerst redeten wir nur. Über lustige Sachen. Nicht über Traurige, auch nicht über das, was passiert war. Es tat mir gut, so frei mit ihm zu sprechen. Ich glaube, ihm tat es auch gut.
Er sagte, er hätte eine Idee, er klappte sein Sofa aus, so dass es groß genug war, dass wir uns beide darauf legen konnten. Dann sahen wir fern. Etwas Lustiges. Etwas zum Lachen. Und wieder lachten wir viel. Ich kam ihm langsam näher. Ich war so nervös, obwohl ich wusste, dass er es wohl mochte. Ich dachte mir, dass er es mochte. Bald lag ich an ihn gekuschelt da. Schaute nicht mehr fern. Ich lag nur da, die Augen geschlossen und genoss den Augenblick. Er roch so gut. Ich kann mich heute noch daran erinnern, wie er roch. Und wie er atmete. Es war wunderschön.
Ich weiß nicht mehr, wie lange wir dort so gelegen haben. Aber irgendwann war der Fernseher aus. Er hielt mich in seinen Armen. Mein Kopf lag auf seiner Brust. Ich weiß noch, dass er mir über das Haar streichelte. Ganz langsam und sanft. Dabei erzählte er mir viel, das ich nicht wusste. Er sagte, er hätte nicht so ein schönes Leben, wie manche dachten. Er hätte manchmal Probleme in der Schule. Ich glaube, er sagte etwas in der Art. Und er erzählte von seinem besten Freund Benny. Damals kannte ich ihn nicht. Heute bin ich froh, ihn zu haben. Er versteht Menschen. Aber das ist eine andere Geschichte. Sie hat erstmal nichts mit ihm zu tun.
Er erzählte mir auch von seinem Hund, der gestorben war. Er hatte den Menschen wohl Angst vor Hunden genommen. Er muss ein toller Hund gewesen sein. Ich litt mit.
Dann sagte er, dass er so glücklich war. Einfach hier mit mir zu liegen. Einfach hier zu liegen und zu reden und zu kuscheln. Er sagte, er hätte sich das immer gewünscht und jetzt hatte er das, was er so sehr wollte. Wenn ich daran denke, muss ich heute noch weinen, vor Glück. Jetzt im Moment. Ich weine.
Wir waren so froh. Und ich war glücklich, dass er glücklich war. Und er war glücklich, dass ich glücklich war. Das spürte ich.
Er hielt meine Hand und mein Herz war so warm. Er wärmte mich von innen. Nach einer Zeit die wir so lagen und redeten, fragte ich, ob er mir mein Lied vorspielen mag. Er hatte mir gesagt, er hätte eines geschrieben. Nur für mich. Mein Lied.
Er stand auf und holte seine Gitarre. Ich setzte mich hin. Ich war gespannt. Noch nie hatte mir jemand ein Lied gespielt. Noch nie. Er sagte mir, er sei nervös. Ich lächelte und sagte, er sollte einfach anfangen. Es musste gut sein. Es kam von Herzen. Und es kam von ihm. Ich glaube, das war der Moment, wo mein Herz am höchsten schlug. Ich wusste, dass es Liebe sein musste. Ich wusste es einfach.
Er begann zu spielen. Ich merkte, dass er aufgeregt war. Er wollte nicht beginnen zu singen. Doch dann sang er. Er sang. Für mich. Mein Lied. Ich glaube, es war der schönste Moment in meinem Leben.
Das Lied ging um ihn und mich. Darum, wie schön die kurze Zeit war, mit uns, dass ich wissen soll, dass er mich liebt. Dass es schwer ist, nicht zu wissen, was kommen wird. Es war so schön. Und so schrecklich. In dem Lied hörte ich, was er fühlte. Es zeigte mir mehr und mehr, wie schlecht er sich gefühlt haben musste. Und ich weinte. Ich weinte leise, während er spielte. Vor Glück. Und vor Trauer.
Ich war so froh, dass die schlechte Zeit vorbei war. Ich war so traurig, dass ich ihn so verletzt hatte. Eine traurige Freude; eine freudige Trauer?!
Er spielte zu Ende. Dann schwiegen wir. Ich weinte immer noch. Er fragte, was los sei. Und ich sagte, dass es so wunderschön war. Es wäre das schönste Lied, dass ich je gehört hatte. Es stimmte. Er lächelte. Sein Lächeln war so wunderschön. Alles war so wunderschön.
Er spielte mein Lied noch einmal. Einen Namen hatte es noch nicht, sagte er. Und ich weinte. Ich war so gerührt. Dann nahm er mich in den Arm, und sagte, dass er schrecklich froh war, dass es mir gefiel. Vielleicht sagte er noch etwas. Ich kann mich nicht daran erinnern.
Mir war so warm. Ich lag in seinen Armen und war glücklich. Und er war auch glücklich. Das sagte er mir oft. Auf einmal war ich sehr müde und erschöpft. Es war alles ein wenig zu viel gewesen für mich. Ich sagte, mein Kopf würde weh tun. Es stimmte. Er gab mir ein Küsschen. Fragte, ob es nun besser ging. Er war so einfühlsam. Doch es ging mir nicht besser. Obwohl es so schön kribbelte, in meinem Bauch. Und dann küsste er mich. Er küsste mich, einfach so. Er küsste so lieb. Und sanft. Das erste mal, dass ich ihn küsste. Mir war so warm, ich war so glücklich. Wir waren glücklich. Wir beide zusammen. Es war wunderschön. Endlich war alles schlechte hinter uns und er musste nicht mehr leiden. Alles war so frei, während wir uns küssten.
Dann sagte er mir, dass er mich liebt. Ich sagte, ich liebe ihn auch. Es tat so gut, es zu sagen und endlich zu wissen, dass es stimmte. Wir redeten noch eine lange Zeit. Draußen war es schon dunkel, es war schließlich nicht mal Frühling, Ende Februar. Doch bald musste ich gehen. Meine Mutter würde mich abholen. Wir küssten uns noch einmal, sehr lange. Wir standen in seinem Zimmer und küssten uns. Und ich vergaß alles um uns herum. Nur er war da. Er und ich. Zu schön, um wahr zu sein, doch es war wahr. Ich glaube, ich weinte wieder. Er guckte mich an und lächelte. Es tat gut, ihn lächeln zu sehen. So unheimlich gut.
Dann gingen wir runter, zogen Schuhe an und gingen nach draußen. Es war kälter und windiger als am Nachmittag. Doch es machte mir nichts. Ich glaube, ihm machte es auch nichts. Er war froh, dass merkte ich. Und das machte mich froh. Ich liebte ihn so sehr. Ich war das erste mal verliebt. Am 21 Februar 2008 hatte ich mich das erste mal verliebt.
Es dauerte gar nicht lange, da kam meine Mutter mit dem Auto. Ich war traurig, dass ich fahren musste. Am liebsten währe ich noch lange bei ihm geblieben. Wir umarmten und verabschiedeten uns. Dann stieg ich ins Auto. Mein Kopf tat schrecklich weh, aber ich war glücklich. Er sagte meiner Mutter noch Hallo. Dann winkte er und ich schloss die Autotür. Wir fuhren los.
Abends lag ich noch lange im Bett und konnte nicht schlafen. Ich konnte nicht schlafen vor Glück. Es war so schrecklich schön an ihn zu denken und zu wissen, dass auch er an mich dachte.
Ich schlief ein, spät in der Nacht, hatte sein Lied im Kopf. Und seinen Geruch in der Nase. Es war perfekt.

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The time was hard but it's harder without
Sometims so hard I could cry loud
Don’t know what’s coming up, but it will show.
Don’t care what happens I just want you to know.
You’re so beautiful,
Your so good to me.
You make me feel all right,
The sun shines mostly bright with you...
Like you.
I love you.

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