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[Kein Thema]Dienstag 19.04.2011 01:26 PM

Manchmal werde ich gefragt: Warum machst du das immer noch und warum gibst du auch immer wieder der Öffentlichkeit deine Gefühle Preis.
Es kostet zwar auch immer wieder sehr sehr viel Kraft und Tränen, aber wenn ich davon schreiben kann, tut es auch etwas gut, da ein winzig kleiner Teil des Schmerzes wieder raus kann, wenn ich den Mut aufbringe meine Gedanken zu äußern - auch wenn es mir nur für kurze Zeit etwas Erleichterung bringt. Die ausgesuchten Gedichte sprechen aus meinem traurigen Herzen.
Ich kann es nur schreiben, mir fehlt die Kraft, um es jemanden zu sagen, keine Kraft mehr da für Unverständnis, Erklärungen und schon gar nicht für Diskussionen. Mich für meine Trauer rechtfertigen und erklären zu müssen übersteigt meine Kraft, ich denke, andere Betroffene können es verstehen.

Und die Welt soll sehen, dass unsere Tochter und Schwester völlig unschuldig und sehr jämmerlich und allein sterben musste und dadurch eine glückliche Familie in tiefe unbeschreibliche Trauer versetzt wurde, die auch die Zeit nicht heilen kann. Ich werde ****** ungerechten Tod wohl nie akzeptieren können.

Ich möchte anderen Betroffenen zeigen, IHR seid nicht allein mit eurer Trauer, auch wenn andere Menschen euch einreden wollen: „Nun ist es aber gut…, das Trauerjahr ist um…, das Leben geht weiter…“

Ich möchte andere Menschen hinsichtlich der "Trauer um ein Kind" sensibilisieren und ihnen damit zeigen, das trauernde Eltern Trost, Zuspruch und vor allen Dingen Verständnis brauchen.
Sie brauchen Zuversicht und Anerkennung schon für die kleinsten Schritte die sie ohne ihr geliebtes Kind geschafft haben, dieses Drängen und Unverständnis macht es uns immer noch schwerer.

Ich denke, der größte Fehler bei den Nichtbetroffenen (die ohne Frage sicher auch gern helfen möchten) ist, dass sie sich vielleicht sogar versuchen in unsere Lage zu denken, aber das geht nicht! Es geht einfach nicht, der Verlust eines Kindes ist UNVORSTELLBAR!!!

Ich dachte auch immer ein sehr sensibler und mitfühlender Mensch zu sein, habe es auch DAVOR erlebt, dass ein Schulkamerad von unserem Sohn und ein Geschwisterkind von einem Kind, das bei uns in den Kindergarten ging und dessen Mutter ich kannte, durch Unfälle in diesem Alter gestorben sind. Ich dachte schon, die armen Eltern, es tat mir sehr Leid, aber dass es so schwer zu ertragen ist, nein, das habe ich nicht geahnt. Ich konnte mir vorher nicht mal ansatzweise so vorstellen, wie es Eltern ergeht, die viel zu früh ihr geliebtes Kind hergeben mussten.
Ich wusste auch DAVOR nichts damit anzufangen, wie es ist - dass die Zeit still steht.
Wie fühlt sich das an?, dachte ich. Heute weiß ich es leider nur zu genau.


Betroffene Eltern bekommen von anderen Menschen meist kaum bis gar kein Verständnis entgegengebracht, das ist leider so und auch das macht es uns oft noch schwerer.
Schon nach kurzer Zeit hörten wir schon Sätze wie:
Ist es denn immer noch nicht wieder gut!?
Nun ist es doch aber schon so lange her! ...
Sie verstehen es einfach nicht, unser Zeitgefühl ist stehen geblieben und wenn man ein geliebtes Kind ungewollt hergeben muss, das wird NIE WIEDER gut.
Eine glückliche Familie wurde UNWIEDERBRINGLICH zerstört und die Trauer und Sehnsucht tun tief im Herzen so unbeschreiblich weh!
Oft fehlt mir die Kraft meine Trauer erklären und verteidigen zu müssen, keiner ahnt wie oft ich ganz nah am aufgeben bin, nur mein geliebter Sohn - ich hab DICH ganz doll lieb mein Großer - und mein Mann, die beide immer fest an meiner Seite stehen, und meine Hoffnungslosigkeit Annika irgendwo wieder zu finden zu können, bringen mich immer noch irgendwie weiter von Tag zu Tag, auf diesem so unbeschreiblich schwer gewordenen Weg, der keinen Ausweg hat…


Vor allem die unstillbare große Sehnsucht und das Wissen, mein geliebtes Mädchen leider NIE WIEDER sehen zu können, macht es mir so unbeschreiblich schwer. Mir fehlen der Glaube und die Hoffnung, welche anderen Betroffenen vielleicht etwas Trost sein können.
Leider habe ich auch noch keinen Weg gefunden wie es etwas erträglicher wird, mir hilft es nur immer ein wenig, wenn auch nur für kurze Zeit, wenn ich mit jemanden reden kann oder an jemanden schreiben kann, wo ich das Gefühl habe, meine Trauer und Sehnsucht wird verstanden.
Ich kann es schwer erklären, aber es ist so, wenn ich meine Gedanken für Annikas Gedenkseiten schreibe, dass ich es mir immer wieder ein kleines Stück von meiner zerstörten Seele schreiben kann, es schafft immer wieder auch wenn ich unter Tränen schreibe, danach etwas Erleichterung. Zum einen, es mir immer wieder von der Seele schreiben oder immer wieder darüber reden können und dann auch noch was für ******* getan zu haben… für IHRE Gedenkseite… für IHR Gedenken, das brauche ich und hoffe, so belästige ich auch niemanden der es vielleicht einfach nicht mehr hören kann, es braucht ja hier nur lesen wer es möchte.

Ich hoffe auch, dass meine Worte irgendwie etwas helfen können, denn das ist für mich auch sehr wichtig geworden, ich möchte so gern anderen Menschen helfen, so wie ******* es auch immer so gern getan hat.

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