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Phantasmagoria

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Evelyn

Damien Rice - Live in Concert 16.03.2007Samstag 17.03.2007 05:55 PM

Am 18. Dezember hatte die Uhr zwölf geschlafen: man konnte sich Tickets für Damien Rice kaufen, bzw. bestellen. Eine Freundin und ich haben diese Chance sofort genützt und drei Karten für den Herrn, mit den traurigen Worten, bestellt. Im Nachhinein eine gute Entscheidung: denn alle Konzerte in Deutschland sind restlos ausverkauft ;-) Und dieses umwerfende Konzert war gestern und ich spüre noch immer dieses Kribbeln auf der Haut, als würde er noch immer singen. Das Blöde - gestern - war, dass ich arbeiten musste. Um zeitlich fertig zu werden, ging ich eine Stunde früher. Gut, das waren aber immer noch sieben Stunden Arbeit ;-) Nur kam gestern ein Neuer dazu: noch ein Praktikant! Zum Glück ist er nur jeden Freitag da *aufatmet* Und da ich nicht viel von der Arbeit reden will: jaah, der Typ ist sehr komisch. Hing ständig an mir, quetschte mich aus, wollte immer reden, meinte immer wieder, was für ein perfektes Leben ich hätte und lud mich letztendlich dazu ein, morgen (nun ja: heute) mit ihm wegzugehen. Aye. Er hat mir seine Handynummer auf den Arm geschrieben, als er gegangen ist. Ich hab sie jedoch, als ich zu Hause war, sofort mit viel Seife abgewaschen. Nein, ich bin nicht böse. Ich will mich nur nicht mit fremden Männern treffen. Das hat mir meine Mama beigebracht ;-) (Auch wenn sie meinte, es wäre fies, wenn ich mich einfach nicht melden würde und ihm somit nen Korb geben würde... *lach*) Jedenfalls... Um kurz nach drei Uhr bin ich zu Hause angekommen, hab ein paar Wörter mit meinem Schatz gewechselt <3, geduscht, gefönt, Puder aufgelegt und angezogen. Um fünf vor vier Uhr hab ich mir noch eine Semmel gestrichen, die ich auf den Weg zu meiner Freundin noch schnell gegessen habe. Um kurz nach vier Uhr haben wir die ländliche Region hinter uns gelassen und sind nach München - eine Stadt, die mich immer wieder fasziniert. Jedoch stellte ich fest, während wir den Herkulessaal suchten, dass ich mit einem eigenen Auto total untergehen würde. Hier einordnen, da anschließen, dort drüben warten, die Autos vorbeilassen. Wah. Ich werde mal nur die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen... Um sechs Uhr standen wir dann vor dem Saal, sind aber noch schnell aufs Klo. ( Wir haben die gruseligen Untergrund-Toiletten von München kennengelernt - schauerlich! *lach* ) Um zwanzig nach sechs Uhr wurden die Tore geöffnet, und der riesige Schwall an Fans aller Altersklassen und Arten, quetschte sich in die riesige Aula des Gebäudes, wo wir nur wieder warten mussten. Dort standen wir ungefähr zehn Minuten, bis die Security begann, Taschen zu durchleuchten - das taten sie jedoch nur so grob, dass jeder Terrorist reingekommen wäre ;-) Als wir durch waren, rannten wir durch den Gang, die beiden Treppen hoch, nur um letztendlich wieder vor verschlossenen Türen zu stehen. Dank meines Verhaltens ( "Los! Lauf! Wir müssen nach vorne!" ) standen wir in der Schlange ziemlich weit vorne. Genervt wurde ich erst, als den Security-Leuten die Scanner erst erklärt wurden und somit noch mehr Zeit verloren ging... Ewigkeiten vergingen, die Gemüter wurden nervös, der Sauerstoff wurde weniger. Irgendwann ging dann eine der fünf großen Türen auf und mir entkam ein "Das ist unfair!", weswegen sich einige umdrehten und mich grinsend ansahen ^^" Ich kann ja auch nichts dafür... aber es gibt Plätze nach Verfügbarkeit und wenn die da drüben eher reindürfen und somit eine höhere Chance haben, einen Sitzplatz zu ergattern, werd ich nun mal etwas .. sauer *unschuldig guck* Nachdem die anderen Türen auch geöffnet wurden - und unsere Karten gescannt - war diese ganze Aufregung ganz umsonst. Denn: da waren nochmal fünf große Türen, an denen wir nun ungefähr eine halbe Stunde gewartet haben... In diesem Raum war auch eine Dame, die Shirts von der Band "The magical numbers" verkaufte. Nur leider standen wir wieder weit vorne in der Schlange und ich wollte den Platz nicht aufgeben, zudem wusste ich ja nicht, ob sie gute Musik machen . Aber dass das die Vorgruppe sein würde, war mir schon bewusst ;-) Nach Ewigkeiten des Wartens, öffneten sich auch diese Türen und ein wildes Gerenne begann. Da im Hintergrund etwas Musik lief und so viele Menschen in den Saal stürmten, kam mir das Lachen aus: es erinnerte mich zu sehr an "Reise nach Jerusalem". xD Wir hätten ziemlich weit nach vorne laufen können (Reihe 5 oder so), aber da stürmten schon die meisten hin und da wir lieber einen guten Platz haben, als gar keinen, nur weil wir vorne sitzen wollten, haben wir eine mittlere Reihe gewählt, wo ich mich auch wieder mitting gesitzt habe. Mein Blick fiel also geradewegs auf das Mikro (wofür ich im Nachhinein noch sehr dankbar bin ^^). Schnell füllte sich auch unsere Reihe und neben mir nahm ein seltsamer Japaner Platz. Nichts gegen Japaner, aber den habe ich während des Konzerts noch richtig hassen gelernt ;-) Gut, ja, wir warteten wieder. Es musste ja alles aufgebaut werden ;-) ( Ich will jetzt nicht so viel Text mit 'Wir warteten' verschwenden ^^ ) Irgendwann gingen dann die Lichter aus und ein bärtiger Herr mit langen Haaren betrat die Bühne. Seltsamerweise dachte ich sofort an ABBA. Ihm folgten zwei weiblichere Frauen und ein schlacksiger Mann, der sich sofort zum Schlagzeug verkrümmelte und die ganze Zeit nicht mehr gesichtet wurde. *g* Dann wurden wir mit einem "We are the Magic Numbers" begrüßt, gefolgt von dem ersten Lied. Anfangs waren alle etwas skeptisch, da, nehme ich mal an, der Großteil diese Band nicht kannte und wir alle auf Damien Rice gespannt waren. Doch nach den ersten Liedern sprang der Funke über, es wurde gejohlt, wie wild geklatscht und mitgefiebert. Ich hatte auch ziemlich oft feuchte Augen, weil die Band eigentlich nur traurige Liebeslieder sang. Als Michele "So take me or leave me alone" ins Mikro wisperte und dabei diesen leidenden Gesichtsaudsruck hatte, fiel mir das Schlucken schon schwer... Bei einem Lied mussten wir sogar mitsingen ;-) Als die Band ging, war ich schon fast etwas traurig.... habe mir aber geschworen, ein T-Shirt von ihnen zu kaufen und zu tragen (als Werbung ^^). Wir warteten - wieder. Dieses Mal erneut eine halbe Stunde, da das Equipment von den Magic Numbers abgeräumt und das von Damien raufgetragen werden musste. Sehr hektisch, sehr lange. Das Publikum war nach einige Zeit so genervt vom Warten, dass wir in verschiedenen Abständen geklatscht haben. Ich denke, ungefähr vier Mal, weil wir damit ausdrücken wollten: "Hallo? Wir wollen Damien sehen! Beeilt euch!" Dann - Aufregung - ging das Licht aus und man sah einige Schattengestalten. In der Mitte ungefähr ein kleiner Mann, sehr dünn und mit einem jugendlichen Wuschelkopf. Mir war klar: nur das kann er sein! Neben mir fiel das wohl auch zirka 999 anderen Menschen auf, denn plötzlich wurde es laut im Saal. Das Traurige war: wir wurden nicht begrüßt. Nichts. Alle setzten sich an ihre Gerätschaften, Damien hing sich die Gitarre über und begann zu singen. Erst nach den ersten Liedern benutzte er das Mikro auch zur Kontaktaufnahme mit seinen Fans. Anscheinend gefiel ihm der Saal, weil er sich erkundigte, wann er gebaut wurde. Irgendwo erhob sich eine junge Frau und rief nach vorne: "In den 50ern!" Damien sieht sie an, runzelt die Stirn, blinzelt, und sagt mit so einem schelmischen Grinsen: "In den 50ern..?" Sein Tonfall drückte dagegen sowas aus wie: "Das glaubst du doch selbst nicht, Mädchen ^^" Nachdem niemand wusste, wann der Saal gebaut worden war xD , einigten wir uns mit Damien darauf, dass dieser Saal nur für die Beatles damals gebaut worden war. ( Wahrscheinlich findet das jetzt niemand recht lustig, aber das ganze Gerede mit dem Saal war doch recht lustig ^^ ) Dann wollte er testen, ob es in dem Saal hallt... ... und da stand nun dieses kleine Kerlchen vorm Mikro und machte komische Geräusche ins Mikro.. *lach* Zu erst machte er sowas wie "Bap" und lauschte dann, ob er was hört. ^^ Leider hallte es nicht - wieso wohl? xD Nach einigen Liedern wollte er uns wieder etwas mitteilen, doch da hatte er Probleme, sich auszudrücken. Er stand vorne, stammelte was, stockte wieder, lachte verlegen und gestikulierte verzweifelt. Irgendwann wandte er sich an seine Band, doch die konnte ihm auch nicht helfen. Im Nachhinein weiß ich immer noch nicht, was er uns da mitteilen wollte ;-) Jedenfalls zuckte er dann mit den Schultern und sagte: "Nun... wir sind ja eh alle ein bisschen high..." ( Weil: auf der Bühne und in dem Saal brannten etliche Päckchen Räucherstäbchen ;-)) Wieder spielte er Lieder: neue und alte. Eine perfekte Mischung, zumal ich von den Neuen nur ein paar kenne. Hab mir die CD noch nicht gekauft, da ja leider das Geld fehlt... Doch Damien konnte das Publikum innerhalb weniger Minuten fesseln und nach jedem Lied klatschten und johlten wir ausgiebig. Anscheinend zu laut, denn irgendwann meinte er, er würde jetzt ohne Mikrofon und Verstärker spielen, damit wir uns etwas beruhigen würden ;-) Und obwohl der Saal riesig war und 1000 Leute gespannt die Luft anhielten, hörte man seine Stimme klar und rein - und noch viel intensiver, als wenn er mit Mikrofon und Verstärker arbeitet... Ein Beweis: der Mann braucht keinen modernen Schnickschnack! Seine Stimme ist auch ohne all das Gold wert. Und das kann man ja leider von den Wenigstens heutzutage sagen... Überhaupt war dieses Konzert ein Fest der Sinne, besser gesagt, wurden alle Sinne miteinbezogen und ein kleines bisschen strapaziert. Denn wir rochen den zarten Duft der Räucherstäbchen und wurden fast blind, als er in völliger Dunkelheit spielte und sich im nächsten Moment vier riesengroße Scheinwerfer hinter ihm einschalteten, die uns mitten ins Gesicht trafen. Als würde aus der Nacht ein Tag werden. Auch die Ohren wurden einmal sehr mitgenommen ;-) Ich denke, ihr kennt alle diesen dumpfen Bass, den man im ganzen Körper spürt, wenn er zu laut ist? Nun gut... Damien hockte sich irgendwann auf die Bühne, zog die Schultern etwas an und plötzlich folgte ein langer durchdringender und unglaublich lauter Bass, der zirka zwei Minunten ohne Pause die Luft erfüllte. Viele Leute hielten sich die Ohren zu und auch wenn ich es nicht tat, fühlte ich mich, als würde mir gleich das Trommelfell reißen oO' So etwas habe ich noch nie gehört... und könnt ihr euch wahrscheinlich auch gar nicht vorstellen... waah... Auch wenn ich es irgendwie toll fand, dass man durch diesen durchdringenden Ton nichts mehr verstand. Denn irgendwann schrie Damien irgendwann was ins Mikrofon, doch wir verstanden nichts. Und wenn wir was verstanden, war das, durch den Bass, nur ein Teil und sehr abgehackt. Als hätte man einen Satz schmerzlich mit einer Axt geteilt. Etwas verträumt wurde es, als drei Discokugeln bei einem ruhigen Lied, die Wände mit hellen Punkten beleuchteten, die sich wie ein Schwarm von Glühwürmchen im Kreis drehten. Sehr schöner Anblick <3 Nachdem er sein Programm durchgezogen hatte - leider ohne Lisa - fragte er uns, was wir noch hören wollten. Leider erhielten nur die ihren Willen, die weit vorne saßen und wie Irre ihren Wunsch nach vorne schrieen ;-) Leider ging er dann irgendwann... ... und die Menge erhob sich. Es folgten sieben Minuten Standing Ovation, wo wir Non-Stop klatschten, pfeiften und schrien. So lange, bis irgendwann Vivyenne Long mit ihrem Cello wieder erschien und uns "Random Man" vorsang. Ein Song, der sehr an ein Kinderlied erinnerte - nur hatte der Text so gar nichts damit zu tun ;-) Nach diesem Lied hatte es mich sowieso gewundert, wieso die Gute nicht viel mehr in dem Konzert gesungen hatte... mit solch einer zauberhaften Stimme. Doch sie hatte die ganze Zeit nur Cello gespielt und sich nur hin und wieder zu Wort gemeldet - gesungen hat sie, wie erwähnt, erst etwas bei "Random Man". Als sie wieder abging und wir noch immer - stehend - schrien, tappste Damien mit der Band nochmal raus und meinte, er hätte ja leider keine Zeit mehr, doch er würde noch ein Lied singen. Nämlich: Blower's Daughter Und dieses Lied ist so großartig - und perfekt für das Ende eines wunderschönen Abends... Nachdem die Bühne dunkel wurden und alle verschwanden, wollte ich gar nicht weggehen. In der Hoffnung, er würde doch nochmal kommen... Tat er jedoch nicht mehr :( Daher gingen wir wieder zurück zum Auto - und meine Freundin wollte mich nicht mehr zu dem kleinen Shop begleiten, weswegen ich kein Shirt von "The Magic Numbers" gekriegt habe, weswegen ich heute noch sauer bin... - und fuhren wieder Richtung heimwärts. Um zwanzig nach elf starteten wir das Auto und folgten dem Weg in die ländliche Heimat zurück. Während der Autofahrt bin ich auch ein paar Mal eingenickt, war aber wieder hellwach, als wir um halb zwei Uhr vor meinem Haus standen. Und als ich da in meinem Bett lag, konnte ich nur noch Lächeln. Denn das war einer der schönsten Abende in meinem Leben. Damien ... danke! Du hast uns mit deiner melancholischen Stimme in die Welten unserer Sehnsüchte befördert, und uns nur einen Augenblick später wieder aufgeweckt, indem du auf deiner Gitarre getrommelt oder vor Schmerz geschrien hast. Du hast uns gezeigt, wo der Traum endet und das Aufwachen beginnt.

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