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Phantasmagoria

Phantasmagoria

Evelyn

WindkindSamstag 24.02.2007 03:44 PM

>> Sinnloser Text von mir ^^" <<




Der Wind stöhnte auf,
in einem Anflug von Kummer,
als sein Auge über die Erde ging.

Er fand' vor, was man stets verhindern wollte.
Er fand' vor, was ihn zu Tränen rührte,
die nie vergoßen werden konnten.

Ein Mädchen,
mit Haaren, so rot,
wie das Blut, das über ihre Lippen glitt,
hielt das Auge des Windes in ihren Händen.

Sie schritt durch die Dunkelheit,
die alles verschlingende Dunkelheit,
die in ihrer Grausamkeit alles an sich riss,
was lebte.

Keinen Moment hielt sie inne,
um einen Atemzug der süßen Freiheit zu nehmen
oder den Zweifeln die Zügel zu geben.

Das tränendurchweichte Blut wollte nicht trocknen,
auf ihrer schneeweißen Haut,
die noch nie Licht hatte erblicken dürfen.

Der goldene Käfig,
der sie bittersüß umarmt hatte,
wollt' sie nie wieder freigeben.

Sie war sein,
sein Eigen.

Wenn er wollte, dass sie starb,
hielt ihr gieriges Herz die Luft an,
um mit geschlossenen Augen unterzugehen.

Er wollte, dass sie litt.
Dass sie sich den Tod herbeisehnte
und ihre Stimme zum Himmel schrie:
"Gott! Gott brich mir die Flügel!"

Er raubte ihr das Einzige, was sie je geliebt hatte:
das Tageslicht.

'Und ob sie nun wanderte...'

Das Einzige, was sie vorantrieb,
was das Auge des Windes in ihren Händen
mit den gebrochenen Fingern,
die unnütz waren, zu fühlen.

Ihre, vom Egoismus zerschnittenen Füße,
hinterließen tränenreiche Abdrücke,
die niemand zu würdigen wusste.

Die Menschen gingen vorrüber,
ohne den Blick zu senken und
diesem Mädchen,
diesem verlorenem Mädchen
auch nur einmal die Hand zu reichen.

So schritt sie weiter
und lauschte dem Flüstern des Windes,
der sie bis ans Ende der Welt trieb.

An einen Ort,
den die Menschen 'Himmel' tauften.

Sie sagten,
dass es dort kein Leid gab, keine Tränen und keine Todsünden.

Doch dies ist eine Lüge, flüsterte der Wind ihr zu.

Und während ihre Schritte bis ans Ende der Welt gingen,
das Auge in ihren Hände müd' wurde
und Hoffnung sich mit Ignoranz bedeckte,
wusste sie, wer Wahrheit sprach.

Sie gab dem Wind sein Auge zurück,
das ihm so verhasst war.
Er wollte nicht sehen, wie alles zerfiel.
Er wollte sterblich sein und einsam sterben,
versinken in einem Meer aus Stille.

Ihre schlanken Arme hoben,
die filigranten Finger spreizten sich,
als wäre sie ein Vogel in Menschengestalt.

Eine Sehnsucht in ihr öffnete die Augen,
eine Sehnsucht, wegzufliegen, von dieser Welt,
die zerfiel.

Lautlos legte sie den Kopf in den Nacken
und schloss die Seelenfenster vor der Grausamkeit des blauen Himmels.

Menschen starben unter ihm
und Kriege wurden geführt.

Doch er blieb... so erbarmungslos blau.

Und wie ein Vogel,
dessen Flügel gebrochen waren,
gab sie sich der Ungewissheit hin.

Am Ende der Welt.
Auf einer ruhelosen Brücke,
wo nur der Wind Zeuge war,
wie ein Engel seine Federn verloren.

Und die Tränen, die er ihretwegen vergoß,
fielen schwer und kreischend zu Boden.

Doch die Menschen waren zu eitel.
Sie gingen weiter,
im Rythmus der drehenden Welt...

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