IRC-Galerie

PAUZ

PAUZ

so take me as i am.

Endstation.Samstag 07.10.2006 02:52 PM

Ich beobachte sie. Die Sonne. Beobachte wie sie sich langsam dem Horizont nähert, brennt und glüht. Folge den Silhouetten der Vögel, die über das Meer jagen.
Wie gern würde ich auch fliegen, alles hinter mir lassen.
Probleme, Sorgen, Schmerz.
All die Steine, die mir meinen Weg versprerren, mich daran hindern weiter zu kommen.Die mich zu Boden zwingen, wenn ich über sie hinwegklettern möchte. Diese Berge, die ich nicht bezwingen vermag, da sie mir die Kraft nehmen, welche ich brauche.
Ich rutsche ab, stehe wieder am Anfang.
Und nun befinde ich mich wieder hier, am Abgrund, möchte doch nichts weiter als hoch hinauf, hinauf auf den Gipfel.
Beginne den Weg erneut, kämpfe mich vorran; durch Regen, Sturm, Gewitter. Tränen vermischen sich mit Tropfen. Keiner sieht es, keinen interessiert es.
Mein Hände sind aufgeschürft, als ich verzweifelt nach Halt suche. Es blitzt, donnert, ich stolpere, knalle auf den Boden. Zitternd schließe ich die Augen, würge all den Schmerz herunter, richte mich auf. Muss stark sein, nicht für mich, nein. Sondern für die anderen Protagonisten in meinem Leben. Ich will sie nicht enttäuschen oder gar verletzen, doch tue ich es immer wieder.
Schritt für Schritt kämpfe ich mich weiter vorran, schnappe nach Luft, die in meine brennenden Lungen zieht. Der Regen klatscht unaufhörlich auf meine wankende Gestalt nieder, während ich weiter hinauf schwanke. Die Kälte durchdringt meine Haut, brennt sich in meine Seele, verharrt dort; wartet bis kein Leben mehr existiert.
Flashbacks greifen mich hinterrücks an, graben sich tiefer in die Wunden, reißen Narben wieder auf. Erinnerungen schnüren mir die Kehle zu.
Muss weitergehn, weiter, darf nicht aufgeben. Immer weiter.
Eiseskälte bedeckt mein Herz; es schlägt gegen die Massen an. Gefrorenes Blut klebt an meinen Händen.
Ich ergreife den nächsten Stein, kralle mich fest, setze all meine Hoffnung hinein um mich weiterziehen zu können.
Gedanken schießen durch meinen Kopf, verwirren mich, greifen mich an.
Beiße die Zähne zusammen, will verdrängen vergessen. Es muss weitergehn, es muss. Kein Weg geht daran vorbei. Doch laufe ich wie so oft in eine Sackgasse, muss umkehren, von Neuem anfangen.
Langsam komme ich meinem Ziel näher, kann es sehen, spüren. Die Hoffnung steigt an, fließt wärmend durch meine Venen. Hastig stolpere ich nach oben, nehme alle Kraftreserven in Anspruch.
Der Himmel hat aufgehört zu weinen, eine mitternachtsblaue Decke erstreckt sich so weit mein Blickfeld reicht. Der Mond leuchtet mir den Weg. Ich renne, springe, hetze hinauf. Atme stoßweise, krampfe zusammen, als es in meine Seiten sticht.
Adrenalin kocht in mir, ein Rauschen pocht in meinen Ohren.
So nah war ich noch nie.
Ich strauchle, eine Wolke schiebt sich vor mein Licht. Verzweifelt muss ich mit ansehen, wie mir die Sicht schwindet. Ich verliere den Halt, stöhne auf, als meine Seele, mein Herz auf der Erde aufknallt, zersplittert.
Warum?
Verletzt bleibe ich liegen, gebe auf, lege mein Leben in die Hände des Schicksals.
Alles abgestorben.
Alles tot.

© by pauZ.

Du bist noch kein Mitglied?

Jetzt kostenlos mitmachen!

Als registrierter Nutzer könntest du...

...Kommentare schreiben und lesen, was andere User geschrieben haben.