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der trip geht weiter...Dienstag 02.10.2007 04:38 PM

Wie wir so durch den Park geschlendert sind, merkte ich auf einmal, wie ich mich immer mehr von der Gruppe trennte. Dies jedoch nicht, dass sie mir davon gelaufen wären und ich nicht mehr nachkam. Sondern rein auf kommunikativer Ebene. Während mein Trip Kumpel ständig am diskutieren war, wurde ich auf einmal still und zog mich etwas in mich selbst zurück. Ich genoss den Spaziergang durch den Park, konnte minutenlang einen baum oder eine Pflanze anschauen und war einfach nur entspannt. Wenn die beiden mich etwas gefragt haben, dauerte es meisst lange bis ich realisierte, dass Jemand mit mir sprach.

Ich glaube, so intensiv wie an diesem Abend habe ich die Natur noch nie wargenommen und vorallem auch genossen. Eigentlich traurig, dass ich dafür eine Droge brauche. Immer wieder verlor ich mich an irgendeinem Objekt und es kam mir vor, als würde ich als kleines Kind die Welt neuentdecken. Es war ein fantastisches Gefühl.

Auf einmal wurde ich jedoch schlagartig aus meinen Gedanken gerissen. Ein Baufahrzeug der Gleisarbeiter blendete uns mit grossem Scheinwerfer. Obwohl ich mit geöffneten Augen direkt in das Licht schauen konnte, empfand ich dies als sehr unangenehm. Nicht, der Scheinwerfer als solches oder dass es mich blenden würde. Nein, es war die Tatsache gestört zu werden. Die Idylle der perfekten Natur brach auf einmal zusammen und ich wurde zurück ins Leben gerissen. Die anderen beiden schauten etwa gleich verzweifelt wie ich und wir beschlossen nach hause zu gehen. Wir verabschiedeten uns von unserem Kumpel und gingen nach Hause.

Der Heimweg gestaltete sich sehr mühsam und anstrengend. Ich fühlte meine Beine nicht richtig und hatte das Gefühl als könnte ich nicht gerade laufen. Ich war froh als wir vor der Wohnung standen. Das Treppenhaus war hell erleuchtet und wir fuhren mit dem Lift bis ganz nach Oben vor die Haustüre. Noch wussten wir nicht welchen Fehler wir gleich begehen würden.

Wir öffneten die Türe und das Licht im Flur ging aus bevor wir selbiges in der Wohnung anknipsen konnten. Dunkelheit! Meine Füsse waren wie anbetoniert. Ich schaute erschrocken zu meinem Kumpel. Es schien ihm nicht besser zu gehen. Wir standen zwischen Flur und Wohnung und konnten nicht weiter. Bis zum Lichtschalter wären es nur ca 3 Meter durch die Wohnung gewesen. Doch keiner von uns getraute sich einen Fuss in das dunkle Loch zu setzen. Dies war die schlimmste Efahrung am ganzen Abend. Aus dem Hellen direkt ins Dunkle und kein Ausweg in sicht. Die Situation schien aussichtslos.

Ich kann nicht genau sagen, wieviel Zeit verging, bis endlich irgend ein Nachbar im Flur das Licht anschaltete und uns somit aus dieser Misere befreit hatte. Aber es war schrecklich. Kaum war das Licht an stürmten wir, durch die noch immer geöffnete Wohnungstür ins innere und schalteten sofort in allen 5 Zimmern die Lichter an. Sowas sollte uns nicht mehr passieren.

Wir setzten uns anschliessend ins Wohnzimmer, wo noch eine Schale mit vorgedrehten Tüten stand. Rückwärts liess ich mich in den weichen Sessel fallen und lag wie auf Wolken gebettet im Himmel. Mit grossen langsamen Zügen inhalierte ich den Rauch und schien mich ein weiteres mal zu verlieren. Ich schloss meine Augen und liess den Rauch durch die Nase wieder aus meinem Körper entweichen. Es war der ultimative Joint. Durch das schliessen meiner Augen erfuhr ich die nächste Stufe des Trips. Anstatt einer schwarzen Wand sah ich neonfarbene Schlieren. Die Schlieren waren mein Material und ich der Künstler. Egal was ich mir vorstellte, meine Gedanken formten die dazu entsprechenden Bilder. Ich war überwältigt. Ich hätte stundenlang so weitermachen können. Ich genoss jede einzelne Minute, auch wenn ich längst jegliches Zeitgefühl verloren hatte.

Meinem Freund ging es derweil gar nicht so gut. Die Minuten in der Dunkelheit hatten ihn zum Denken angeregt. Auf einmal wurde ich durch die Frage: "sag mal denkst du wir sind dran hängengeblieben?" aus meinem Kunstwerk mit den Neonfarbene Schlieren gerissen. Was?? Nein bestimmt nicht, wir haben das zeug doch erst vor einer Stunde eingenommen. Ich schaute zu ihm rüber, er war bleich im Gesicht und hielt sich die Hand an die Halsschlagader als würde er seinen Puls fühlen wollen. "Es ist schon 7 Uhr Morgens" sagte er und schaute mich verzweifelt an. Mir war das egal. Ich hatte gelesen, dass so ein Trip mehr als nur ein paar Stunden dauern würde. Doch es holte mich dermassen runter, dass es ihm nicht mehr gut ging und er infizierte mich, mit seinen paranoiden Gedanken. Ich fing mir an vorzustellen wie es wäre, wenn ich nicht mehr runterkäme. Was wäre mit meinem Job, meiner Familie, ja meiner Zukunf? Diese Fragen beschäftigten mich eine ganze Weile bis er plötzlich Aufstand und meinte, er würde sich zu seiner Frau ins Bett legen.

Gesagt getan, ich sass alleine im Wohnzimmer, einer mir fremden Wohnung. Der Fernseher flackerte und die ersten Sonnenstrahlen züngelten durch die Ritzen des Sonnenrollos. Es wurde Tag. Ich schnappte mir einen weitere Joint aus der Schale, stellte den Stuhl auf Schlafstellung und schloss erneut meine Augen. Doch ich konnte nicht mehr so schön mit dem Neon spiele wie vorher. Er hatte es kaputt gemacht!! Ich war sauer! Doch der Joint und die Reportage über den Amazons im TV brachten mich schnell auf andere Gedanken. Ich denke es vergingen sicherlich noch 2-3 Stunden bis ich schlussendlich eingeschlafen bin. Aber ich war zufrieden. An und für sich ein sehr schönes Erlebnis. Bis auf ein bis zwei Schockmomente war es eine lehrreiche und schöne Erfahrung.

Um 21 Uhr wurde ich von der Frau meines Kollegen geweckt. Die ganze Wohnung sah anders aus. Ich konnte mich nicht erinnern, aber sie meinte, ihr Mann und ich hätten Morgens um 5 angefangen die Möbel umzustellen. Mir gefiel die Anordnung ganz gut, sie fand es jedoch nicht so toll.

Mein persönliches Fazit.
Ich habe mir die ganze Sache viel spaciger vorgestellt. Dachte ich würde versinken in einem Meer von Farben, doch was ich stattdessen erlebt habe fand ich noch um ein vielfaches intressanter. Auf dem nach Hause Weg lief ich durch den park, in welchem ich schon in der Nacht zuvor umhergeirrt bin. Ich wurde langsamer und genoss die Natur....

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