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Gegen den StromMittwoch 12.09.2007 09:26 AM

Ich schwimme Flussaufwärts, gegen den Strom und das schon eine ganze Weile. Ich würde mich gerne treiben lassen und nicht mehr gegen den Strom ankämpfen, doch wäre dies mein Untergang und ich würde unter der gewaltigen Kraft des Wassers ertrinken....

Es ist schon zum Verzweifeln. Egal was ich anfasse oder tue, es ist nicht recht. Ich habe einen neuen Job, er gefällt mir sehr gut und ich verdiene viel Geld, doch was bleibt mir davon? Nichts.
Ich habe eine Person die mich liebt, die mir Kraft gibt und mir versucht zu zeigen, warum das Leben lebenswert ist. Doch trotzdem liege ich alleine hier und verliere jeglichen halt.
Die Sache mit den Drogen ist längst vorbei, nach ein paar kaum erwähnenswerten Rückfällen bin ich endgültig davon los. Doch gings mir davor nicht besser? War es nicht, so beschissen es klingt ein Aufsteller in meinem Leben?
Es ist traurig, dass ich darüber nachdenke, ob es mir mit dem Zeug besser ging als ohne, doch ich sehe keine Sonne hinter all den Wolken. Es ist, so scheint es mir eine nicht endenwollende Dunkelheit, in der man noch nicht einmal die Hand vor Augen sieht. Wie will ich in dieser Dunkelheit meine Ziele sehn? Hab ich überhaupt noch Ziele? Was will ich erreichen? Wo will ich hin? Ich weiss es nicht mehr.

Alles was ich weiss ist, dass ich jeden Tag 10 Stunden arbeiten gehe, nur um mir zu Hause neue Vorwürfe anzuhören. Ich kann machen was ich will sie finden immer was. Sie gingen daran kaputt, meinten sie. Ich würde ihr Leben zerstören, werfen sie mir vor. Ich wäre immer so agressiv, würde bis lange in der Nacht wegbleiben. Aber was soll ich denn zu Hause, dass ich nicht mehr zur Familie gehöre zeigen sie mir jede Woche aufs neue. Sie würde Tabletten nehmen müssen wegen mir, oder sie würden mehr streiten, weil sie sich doch Sorgen um mich machen würden. Was für Sorgen denn? Ich habe versucht mich zu bessern. Habe nichts mehr getan, was man mir in irgendeiner art vorwerfen könnte. Doch trotzdem bin und bleibe ich der Täter. Ich bin ein Täter der weder flüchtet noch verurteilt werden kann. Ich möchte meine Strafe! Legt mir eine auf und ich werde die Bürde tragen. Solange nur die ewigen Anschuldigungen ihr Ende nehmen. Seht ihr nicht, dass ich innerlich sterbe. Seht ihr nicht, dass ich kaum noch lache und mich immer mehr verschliesse gegen aussen? Wie lange wollt ihr mich noch mit euren Blicken bestrafen und jedes Detail in meinem Leben akribisch genau unter die Lupe nehmen, nur in der Hoffnung etwas zu finden und mir dann wiederum zu sagen wie enttäuscht ihr von mir seid. Wenn einer am Boden liegt, sollte man nicht noch nachtreten, so hiess es immer... ich merke davon nichts.

Meine Liebe, sie hält mich am Leben. Sie ist es, warum mein Herz nicht einfach aufhört zu schlagen und aufgibt wie der Rest von mir. Doch sie ist so weit weg, auch wenn ich sie in meinem Herzen trage so fehlt sie mir von Tag zu Tag mehr...

Die Frage die sich mir stellt bleibt die selbe wie früher. Warum habe ich aufgehört, warum bin ich den Weg gegangen, den man von mir erwartet hat, warum habe ich aufgehört meine eigenen Spuren zu hinterlassen und bin in das vorgefertigte Muster der Gesellschaft zurückgekehrt? Weil ihr es erwartet habt? Weil es BESSER istfür mich? Was ist den bitte besser daran, legal zu leben, fernab von jeglicher Freude im Vergleich zu früher - Früher wo vieles sicherlich falsch lief, aber wo ich wusste wer meine Freunde sind, wo ich meiner Familie das Bild vom braven Sohn vorhielt und sie dieses Bild einfach akzeptierten.

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