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MsJoe

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Das Mädchen mit dem Industriestahlherzen | Invisible Misfitsgirl

Stranger.Core Teil 3Mittwoch 22.08.2007 09:21 PM

Ein sanfter Schmerz weckte das junge Mädchen. Sie spürte das weiche Bett unter sich und wie ihr Körper mehr zu einer Seite neigte. Aus Angst die Augen zu öffnen, konnte sie nicht sehen wer dort neben ihr saß. Dieser Unbekannte hob gerade ihren Arm und legte ihn sich auf den Schoß. Etwas Kaltes, Kleines berührte ihre Haut. Sie zuckte.
„...wieder wach?...Tut mir leid das ich dich wecke, aber ich muss die splitter rausziehen...“
Die Stimme, mit der der junge Mann sprach war tief und sehr warm. Das er Julie beruhigen wollte, war offensichtlich und doch gelang es ihm. Denn nun öffnete sie, wenn auch nur zögernd, ihr hellen Augen. Sie funkelten in blauen und grünen Tönen, wirkten nicht mehr so dumpf wie noch Stunden zuvor.
Es war ein seltsames Gefühl diesen Fremden anzusehen und keine Angst zu haben, sich nicht zu fürchten. Die leicht rosafarbenen Lippen des jungen Mädchens öffneten sich einen Spalt. Still blieb es dennoch im Raum. Julie sprach nicht.
Langsam musterte sie ihren Gegenüber. Er hatte dunkle Haare, war ein heller Hauttyp...und seine Augen, sie waren blau. Ein Blau, das einem nie wieder aus dem Gedächtnis gehen würde.
„Verstehe...ich würde auch nicht mit mir reden wollen“, scherzte der Unbekannte und lächelte dabei frech. Auch dieser Versuch Julie aufzumuntern glückte ihm.
Der verwirrende Blick ihrer großen Augen traf den seinen. Das Lächeln erstarb. Für einen Augenblick sahen sie sich nur an. Ohne auch nur ein Wort, ohne eine einzige Bewegung.
Sie lauschte seiner Stimme, als er sich abwand und die Stille durchbrach. Der junge Mann erzählte ihr eine Geschichte aus seiner Kindheit, während er immer wieder ein Splitter mehr aus ihrem Arm zog. Es waren noch ein halbes Dutzend.
Damals war er von zu Hause weggelaufen. So schnell er konnte rannte er in den Wald neben seinem Elternhaus und fiel in einen Busch Brennesseln, worauf er weinend zurückkehrte.
Ein Schmunzeln konnte das verschwiegene Mädchen nicht verstecken.
„Ach,...das findest du lustig?“, lachte er. Sein Blick traf erneut den ihren.“Ich bin Jack...“
„...Julie...“
Jack nickte lächelnd und sah auf ihren Arm.
„So...das wars. Falls du noch einen Splitter finden solltest...sag bescheid.“
„...danke...“
Die Tür ging langsam auf.
„Hey...Komm jetzt wir müssen los!“, rief einer der anderen Männer und draußen konnte man hören wie ein Wagen gestarten wurde. Der Motor war laut und knallte ein paar Mal.
Jack stand auf, warf Julie noch einen kurzen Blick zu und verschwand hinter der Tür.
Es dauerte einige Augenblicke, bis der Krach, den der wagen von sich gab, sich entfernte und die Dunkelhaarige aufstand. Die schwarzen Slipper.
Ihre Schritte, vorsichtig und leise, trugen Julie in Richtung der Tür. Der Grund dafür war die Stille. Niemand hatte abgeschlossen. So schlich sie weiter, kam an, legte die Hand an die Türklinke. Ihre Hand zitterte unglaublich stark. Die Klinke war kalt, fast eisig, als sie diese herunter drückte und die Tür automatisch ausschwang.
Nichts war zu hören. Der Wagen war schon zu weit weg.
Mit mehr Mut ging sie in den nebenraum.
„Wohin solls denn gehen?“
Es klickte. Eine Waffe lehnte an ihrem Hinterkopf.

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