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Mrs_Mia_Wallace

Mrs_Mia_Wallace

ich bin so counter strike, ich hab garkeine zeit mehr in die schule zu gehen und amok zu laufen.
du bist so hässlich, wenn du schläfst. Deine Augenlider zucken, deine Lippen liegen halboffen inmitten des Vollbarts, den du neuerdings trägst. Bei deinem ungleichmäßigen Wildwuchs wahrlich keine gute Idee. Wo keine Haare sprießen, offenbaren sich Spuren der Pubertät. Sie hat dich nicht grade verschont, das wirst du zugeben müssen. Deine Haare liegen struppig in deinem Gesicht und kleben dir im Nacken. Du tendierst zum Schwitzen, weil du dich immer so rumwälzt. Vorallem, wenn du betrunken bist und eine penetrante Bierfahne bei jedem deiner schnarchenden Atemzüge deinen trockenen Mund verlässt. Deine Hand liegt selbstzufrieden auf deiner beachtlichen Wampe, die andere im Schritt. Zwischendruch kratzt du dich wohlwollend dort. Vermutlich hast du dich wieder nicht rasiert und es wuchert unten wie oben. Nackt siehst du ziemlich bescheuert aus. Dein Bauch zieht dich ins Hohlkreuz und deine schneeweißen Streichholzbeine passen eben so schlecht zu deiner Hühnerbrust wie deine hageren Arme.
Wenn du dich umdrehst, während du schläfst, nimmst du mich in den Arm und ich rieche deinen Schweiß. Oder du drehst mir deinen Rücken und zugleich deinen ziemlich haarigen Arsch zu.
So liege ich nun seit Stunden hier. Du schläfst und ich schau dir zu. Robbe unter deinen Primatenarmen hinweg und passe gut auf, dass du mich nicht anatmest. Du scheinst irgendwas zu träumen, schlägst kurz um dich und klammerst dich an wieder an meinen Körper; deine Nase an meiner Wange, dein dürres Bein auf meinem, deine Hand an meinem Arsch.

Vor sechs Monaten war es für mich das Größte, genauso mit dir einzuschlafen. Deine Nase an meiner Wange, dein dürres Bein auf meinem, deine Hand an meinem Arsch. Ja, noch vor einem halben Jahr, war es das, was ich jeden Tag wollte. Ich wollte das sein, was du willst. Geklappt hat es nie. Wenn du damals von Zeit zu Zeit betrunken genug warst, mit mir einschlafen zu wollen, roch ich an deinen Haaren, deiner Haut und deinem Shirt und ich begehrte dich. Auch wenn du stankst wie ein Penner. Nach Bier, Kippen, Kneipe und manchmal auch nach Kotze. Das alles war mir egal. Du warst da. Wie oft fuhr ich mitten in der Nacht quer durch die Stadt, um dich von irgendeiner Theke abzuholen, nachdem du mich angerufen hast, weil du mich vermisstest. Oder einfach nicht mehr laufen konntest. Dann hab ich dich heim gekarrt, ausgezogen und mein Bett gelegt. Geschlafen hast du meist binnen Sekunden. Aber das machte mir nichts. Schließlich war ich unsagbar verliebt in dich.

Wenn du nun so vor mir liegst, ausnahmsweise nüchtern und glücklicherweise im Tiefschlaf, nachdem du mir sagtest, dass du mich vermisst und nach Monaten mal wieder in meinen Armen einschlafen möchtest, erinnerst du mich nicht mehr an Liebe. Ich kann kein Auge neben dir zumachen. Von deinem Atem wird mir schlecht. Und anfassen will ich dich auch nicht. Nach knapp vier Stunden Schlaflosigkeit löse ich mich aus deinem Klammergriff, ziehe mich an und schleiche hinaus. Wehe du wirst wach.

Es ist gerade erst hell draußen, es hat geschneit und die Luft ist diesig. Die Menschen fahren zur Arbeit oder wohin auch immer. Die Bäckerfrau putzt die Fenster ihres Ladens und der Streudienst ist auch schon unterwegs. Ein Rentner schiebt mit einem Straßenbesen Schnee von seiner Einfahrt an den Rand der Straße. Er beäugt mich kritisch.
Und das völlig zurecht! Ich bin kreidebleich und die Reste meiner Wimperntusche veleihen mir ein komisches Aussehen. So laufe ich nachhause und grinse selbstzufrieden. Ich fühle mich großartig! Wie ein stolzer Krieger, der nach gewonner Schlacht heimkehrt. Meine Füße berühren im Takt zur Musik, die mein Player spielt, den Asphalt. Mein Kopf wippt und meine Hand trommelt auf mein Bein.
Ich habe dich besiegt. Jetzt nistet du in keiner Ecke meines Herzen mehr.

(Das Ende von „Kind, das wird nix“ und „Fick dich, Bambi“.)

von DeineLiebe

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