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Ein kleines Stück klarer WahnsinnSamstag 11.02.2012 08:45 PM

Zu viele gebrochene Worte
an zu spitzen Federn aufgeschnitten
auf noch blutiges Pergament gezwungen
durch zu kalte Augen hindurchgestochen.

Lass die Federn fliegen, nur, wer sie noch am Körper trägt, darf sich Spott leisten und, mein Herz, es sind nun wirklich nicht mehr viele. Niemand kennt den Rhythmus des Meeres, die Karte am Nachthimmel, das Diktat der Gezeiten oder die Nadel im Kompass und dennoch zieht es alle auf fahrig zusammen gezimmerten Schiffen hinaus aufs Meer.

Die Wellen schlagen hoch, der Wind bläst nicht in die Segel sondern geradewegs duch die Ohren, unaufgehalten und ohne wirkliches Ziel, das Säuseln, das zwischen anderen Ohrmuscheln bis in meine Augen hineingetragen wird. Ich weinte vielleicht vor Schmerz, wenn die Tränen nicht an meinen Wangen festfrören.
Was frommts, noch etwas zu sagen, wenn der Wind die Worte aufs Meer hinaus trägt, wo sie zwischen schiefen Kahnen und zerrissenen Segeln im Nichts zerfasern?

Ja, die Worte sind alt. Ich bin es wohl auch. Nicht in den Gliedern spüre ich es, sondern hinter den Augen, eine Müdigkeit, die nicht an Jahren gemessen wird. Der Widerwillen liegt sogar auf meiner Zunge, giftig, zäh und bitter. Er steht mir im Weg.
Die Götter sind hier, der Gott, er schaut mit gemeißelter Mine auf all die Träume, die unser Leben sind. Ich versuche hineinzusehen in das unsichtbare Gesicht, möchte den Traum einen Traum sein lassen und auch die anderen Träume blühen lassen auf giftigen Feldern.

Suche Ruhe hinter dem Schleier, solange Taten noch stramm ihre Fesseln um jedes Gelenk ziehen. Aufs Rad geflochten.

Der Dichter ist es wohl, der Abend sagt. Wird in der Dämmerung Fels zu Kristall...

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