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LeyLegbreaker

LeyLegbreaker

 

...Freitag 18.08.2006 12:43 AM

Meine beste Freundin war grad da, und hat mir schreckliche Neuigkeiten vermittelt. Neuigkeiten die mich schier verzweifelt und hilflos zurücklassen. Wir kennen uns jetzt seit 11 Jahren, und waren vom ersten Moment an unzertrennlich. Ich hab sie bewundert, dieses fröhliche, energische Mädchen mit den hübschen Rehaugen.

Sie spielte Klavier, so schön dass es mir immer wieder die Gänsehaut über den Körper jagte, sobald sie die Tasten berührte. Zusammen gingen wir in den Volleyball-Club der Schule, und wurden bald ein berüchtigtes Duo. Wir trainierten wie die wilden, wobei wir uns vorstellten, der Ball hätte das Gesicht der Person die wir hassen aufgemalt. Schon recht bald fürchtete man unsere Aufschläge.

Doch die wunderbare Person die ich in ihr sah, veränderte sich. Es tauchten Narben an ihren Armen auf, das Haar wurde strähnig, und sie schien stetig zu zunehmen. Ich machte mir Sorgen und begann, sanft aber eindringlich auf sie einzureden. "Mein Vater" sagte sie zu mir, mehr nicht. Und ich wagte es nicht sie zu drängen. Ich war damals erst 15, und kannte sie erst 2 Jahre...So oft es ging besuchte ich sie zu Hause, wobei ihre Mutter sagte dass ich die einzige Person bin, der es erlaubt ist, mit ihr etwas zu unternehmen. Erst später, viel später erfuhr ich den Grund weshalb.

Zu Hause war meine Freundin stets bedrückt, ängstlich, leise, vorsichtig. So zog ich mit ihr um die Häuser, oder durch den Wald, wir machten allerlei Blödsinn, liefen mit der Kamera umher und interviewten fremde Leute. Wir schlichen uns auf eine Hochzeit und naschten von den Erdbeeren, die im Nebenraum auf die Gäste warteten. Allerlei kindischer Blödsinn eben. Ich öffnete mich ihr völlig, und erzählte ihr alles über mich, um ihr zu zeigen dass ich ihr komplett vertraue.

An ihrem 18. Geburtstag, als ich ihr den Freundschaftsring schenkte, zog sie mich auf s Klo und vertraute mir an, was sie damals nicht aussprechen konnte. Für mich war das ein Schock, trotz ich es schon vermutet hatte. Sie hatte etliche Suicid-Versuche hinter mich, stolperte von einer Sucht in die andere, und egal in welche Therapie oder Klinik ich sie schleppte, es nahm kein Ende mehr.

Nun bestätigte sich meine Vermutung. Danach schien alles besser zu werden, sie lernte einen netten Freund kennen, und zog aus. Die Jahre zogen dahin, und sie war stets guter Dinge wenn ich sie traf. Ausser dem Alkohol nahm sie nichts mehr zu sich, sie hatte sogar begonnen, von ihren Medikamenten (Angstzustände) abstand zu nehmen, sprich, entzug. Nur fand sie keine Arbeit, und wenn, wurde sie schnell wieder entlassen. Nie bekam sie festen Boden unter den Füssen..

Dieses Jahr hab ich oft versucht, sie zu erreichen, aber sie hatte ihre Nummer geändert und war umgezogen. Grad eben ist sie bei mir gewesen, und hat mir gestanden dass sie auf Entzug ist. Auf Entzug von der härtesten Droge überhaupt. Ich bin grad noch zu entsetzt um das zu realisieren, natürlich habe ich sie gefragt warum sie sich nicht bei mir gemeldet hat. Sie hat unter Tränen gesagt dass sie es hassen würde, immer mit schlechten Neuigkeiten zu mir zu kommen.

Aber sie ist meine Freundin, und bleibt es auch, und ich werde weiterhin mein möglichstes tun. Freunde sind nämlich nicht für 3 Jahre da, und auch nicht nur da wenn es jemandem gut geht, Freunde sollen sich verdammt noch mal auch helfen, wenns dem anderem schlecht geht. Für immer.

Wer dazu keinen Mumm hat, hat keine Freunde verdient. Komme was wolle, jetzt hab ich ihre neue Nummer, ich weiss wo sie wohnt, und werde sie scharf im Auge behalten, sprich, sie zu den Therapien und allem drumherum begleiten, so wie vor Jahren auch schon. Irgendwann werden wir zusammen am Tisch sitzen, bei einer Tasse Tee, und über alte Zeiten reden, mit dem Rückblick dass es besser geworden ist.

Auch wenn ihre seelischen Wunden womöglich nie richtig heilen werden, soll sie doch irgendwann wieder von Herzen lachen können. Ich wünsch ihr alle Kraft auf Erden, und hoffe, wünsche mir sehr, dass mit vereinten Kräften sie wieder zu sich selbst findet...

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