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ESCMittwoch 16.05.2007 05:00 AM

Ob das anderen auch so geht, dass sie ein und dasselbe Lied den ganzen Abend immer wieder hören können, ohne davon genug zu bekommen? Und das, obwohl sie das Lied tagelang verfolgt hat, weil man Ohrwürmer einfach nicht loswerden kann?

Marija Serifovic - Molitva
(Beitrag Serbiens zum Eurovision Song Contest 2007 & Gewinner des Wettbewerbs)

Der Song hat eine Melodie, die im Ohr bleibt, einen spannenden Aufbau mit ruhigem Anfang und Steigerung bis zum energiegeladenen Höhepunkt und zärtlichen Ausklang. Die Flöte in der Mittelpassage - schöner geht's nicht. Und das teils marschartig arrangierte Orchester mit dem Backgroundchor - unheimlich machtvoll. Klasse! Der Sängerin, die das Gefühl des Songs ungekünstelt transportiert, traut man ihre wunderbare Stimme beim ersten Anblick nicht wirklich zu. Um so überraschter ist man über die angenehme Klangfarbe und Natürlichkeit der Stimme.

Ich habe, als ich den Auftritt am TV sah, zu M. gesagt: "Schade dass beim ESC in so vielen Beiträgen hauptsächlich auf die Show und (möglichst kurzberockte) Backgroundtänzerinnen Wert gelegt wird. Wenn das Publikum auch nach diesen Äußerlichkeiten abstimmt, kommt dieser Song wohl leider nicht auf den Platz, der ihm zustehen würde." Ich hab mich schon lange nicht mehr so darüber gefreut, mich geirrt zu haben.

Ich habe nichts gegen die anderen Beiträge. An jedem von ihnen kann man irgendetwas positives finden. Selbst extravagantem wie den Ukrainern kann ich etwas abgewinnen, und Lordi haben im letzten Jahr völlig zu Recht gewonnen (Rock rockt!). Ich verstehe Leute nicht die behaupten, dass der ESC durch so etwas respektlos ins Lächerliche gezogen würde. Zum einen ist das nun wirklich nichts Neues mehr (ich denke da mit einem Lächeln an Guildo Horn, mit Bewunderung an Stefan Raab oder mit Entsetzen an Knorkator), zum anderen kann ich nicht nachvollziehen, warum bei einem Gesangswettbewerb der Spaß AN der Musik nicht auch durch Spaß IN der Musik zum Ausdruck kommen dürfen soll. Auch bin ich der Meinung dass die Unterschiedlichkeit der Beiträge den ESC bereichert, ihn bunter, vielfältiger und repräsentativer macht für die Gesamtwelt der Musik und den Geschmack Europas. Nicht umsonst waren Beiträge früher in der Landessprache zu singen.

Zum Thema "Ost-Connection" und den Abstimmungsmodalitäten will ich eigentlich nichts sagen. Sicherlich ist es auffällig, wieviele Punkte aus östlichen Ländern auch an östliche Länder verteilt werden, aber vielleicht ist das nur ein Zusammenspiel der Tatsache, dass es so viele osteuropäische Länder gibt, und selektiver Wahrnehmung. Hat sich schonmal jemand die Mühe gemacht, die Statistiken auf ähnliche "Zufälle" bei Nachbarländern Westeuropas zu untersuchen? Wenn ich mich recht erinnere wurde bereits vor Ewigkeiten über die vorhersagbaren Votings in Skandinavien oder auch in gleichsprachigen Ländern (Frankreich/Malta, Spanien/Portugal) gelästert.

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