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Juergen

Juergen

╚═► Jυєяgєη™ sagt: ¥€$ ! I'm a ★ fucker !

[Kein Thema]Samstag 05.01.2008 02:32 AM

Ich will euch mal was sagen:

Alkohol ist eine psychotrope Substanz, d.h. sie hat Auswirkungen auf Verhalten und Erleben. Alkohol ist auch ein Zellgift. Nach Einnahme einer gewissen Menge Alkohols kommt es zu einer Vergiftungserscheinung (Alkoholintoxikation), die gemeinhin als Rausch bezeichnet wird.

Alkohol wird vom Magen-Darm-System sehr schnell aufgenommen und gelangt schließlich ins Gehirn. Dort entfaltet es seine depressorische, sedierende (beruhigende) Wirkung innerhalb von Minuten. Bei kleinen Mengen Alkohols werden die hemmenden Synapsen zwischen den Nervenzellen im Zentralnervensystem gehemmt, was die Enthemmung des Verhaltens erklären soll. Später erfolgt auch die Hemmung der erregenden Nervenzellen durch verstärkte Bindung des Alkohols an bestimmte Neurotransmitter-Rezeptoren (GABA-Rezeptoren) und starker Hemmung des Hirnstamms. Wenn noch mehr Alkohol konsumiert wird, erfolgt auch eine Hemmung der erregenden Nervenzellen in der Großhirnrinde.

Außerdem scheint Alkohol über seine Abbauprodukte im Körper auch eine teilweise Wirkung über die körpereigenen Opiat-Rezeptoren zu haben. Beim Abbau von Alkohol in der Leber durch die Enzyme Alkohol-Dehydrogenase und Aldehydhydrogenase entstehen bestimmte Stoffe , die ins Gehirn gelangen und dort bei Anwesenheit von Alkohol mit anderen Substanzen (zentrale Monoamine) strukturell morphinähnliche Alkaloide bilden. Diese Stoffe (Abk. TIQ) wirken als "falsche" Neurotransmutter und binden sich an Opiat-Rezeptoren.

Die Auswirkungen der kurzfristigen Alkoholwirkung kann man im EEG durch verlangsamte Wellen beobachten. Außerdem ist der Tiefschlaf vermehrt, die REM-Phasen sind unterdrückt und der Schlaf hat weniger erholsamen Effekt (Alkohol ist ein Betäubungsmittel!).

Das ist die biochemische Wirkung von Alkohol bei einmaligem Genuß.

stimmt es wirklich, dass ein vollrausch mehrere tausend
nervenzellen zerstört? soweit ich weiss, wachsen die ja nicht
nach, wären also für immer verloren. also könnte man den
zeitpunkt seiner eigenen verblödung im prinzip hochrechnen?!?

Da Alkohol ein Zellgift ist, führt der längere Mißbrauch zu Zerstörungen an Zellen und von Zellen, jedoch nicht nur im Gehirn. An Nervenzellen kommt es z.B. bei der Neuropathie zur Zerstörung der Myelin-Umwicklungen der Axone. Nervenzellen gehen auch völlig zugrunde. Schwerer Mißbrauch kann z.B. zu Alkoholdemenz (die von Dir angesprochene Verblödung) oder z.B. zum Korsakow-Syndrom (Harald-Juhnke-Syndrom) führen. Beim Korsakow-Syndrom sind die Schäden im Gehirn so stark, daß Einspeicherungen ins Gedächtnis nicht mehr oder nur noch äußert schwer möglich sind. Das darfst Du Dir aber nicht so vorstellen wie: Jetzt habe ich mal was vergessen, sondern die Patienten haben keine Erinnerung mehr an alles, was kurz vorher geschehen ist. Um die Gedächtnis"lücken" aufzufüllen, erfinden sie was (Konfabulation). So kann ein Patient z.B. behaupten, mit Dir erst gestern im Restaurant X um 20 Uhr das und das gegessen zu haben und wie gut es geschmeckt hat. Selbstverständlich hat das Essen niemals stattgefunden.

hab auch mal gehört, dass der alkohol nur die dendriten, also
die "verbindungen" zwischen den nervenzellen, zerstört. und da
die wieder nachwachsen, wäre der schaden nur temporär.

Alkohol greift nicht nur die Dendriten an, sondern - wie gesagt - z.B. auch die Axone der Nervenzellen. Und es ist wahr: Über lange Zeit sind die körperlichen Schäden von Alkohol kurierbar, aber irgendwann ist Schluß: Leberzirrhose, Korsakow-Syndrom usw. sind nicht heilbar.

prost ihr ficka,


Gruß, Juergen

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