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ImmortalRain

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Irgendwo zwischen Realität und Wahnsinn

Diary of a Crow: HomecomingDienstag 11.05.2010 04:36 PM

Tagebuch einer Krähe:
Homecoming


Nach neun Stunden Fahrt in einem Nachtzug von Basel nach Hamburg Altona kam ich um halb 8 Morgens in Hannover an. Da schlafen fast unmöglich war, mal von Zugtrennung und Lokkopplung in Mannheim agesehen (Himmel, hätte ich nicht gewusst, was da passiert, hätte ich Angst gehabt, dass auf uns geschossen wird oder wir von einem Abstellgleis über Schotter in einen Kanal geschoben werden! ZUmindest hat es sich so angefühlt und geklungen). Und Dank Mitreisenden war auch die restliche Fahrt ein schlafloses Ereignis.

Die Ankunft an Gleis Sieben in Hannover war eine Erlösung. Der eigentliche Beginn meines Urlaubs, ein Wiedersehen nach über einem Dreivierteljahr. Da stand ich nun, im norddeutschen Flachland, als neuer Mensch. Meine Eltern waren sprachlos, als ich voller Stolz und Eleganz auf sie zuschritt - und doch war ich ihre Tochter, die sich losgerissen hatte und nun ein eigenes Leben führte.

Auch "Daheim" war alles wie früher - nur der handgeschriebene Zettel der die Handschrift meiner Schwester und die große Aufschrift "Welcome Back, Inno! :3" und an der Glastür zum Wohnzimmer klebte - der war da definitiv nicht immer. Man kann sich kaum vorstellen, dass das Leben ohne einen weitergeht - zumindest ging es mir so. Mein neues Leben war von Veränderungen verseucht, Neues hat mich heimgesucht und an mir geklebt wie Stecknadeln an einem Magneten. Und nun kam ich heim und alles ging seinen gewohnten Gang - ganz wie früher.

Doch als jemand, der sich verändert hat, passt man nicht mehr ganz in diesen... "gewohnten" Ablauf. Wo ich früher relativ Faul war und nicht sonderlich gerne mit angepackt habe, bin ich nun durch das Haus geschwebt, habe das Besteck und die Gläser poliert, Mutter aus der Küche verscheucht und Essen gekocht, den Tisch gedeckt,... Meine Eltern waren perplex.

Und dann kamst du um 15 Uhr zu mir. Mutter hat mich geweckt, weil ich mich schlafen gelegt habe. Mein Goth, als ich einigermaßen wach war und unten stand, konnte ich das erste Mal seit 8 Monaten einen Blick auf dich werfen. Deine Haare sind wieder länger geworden, doch ansonsten wusste ich sofort, dass du immer noch der selbe bist. Und ich? Würdest du mich als solche Wiedererkennen, die ich gewesen bin? Vom Äußerlichen habe ich mich nicht wirklich grob Verändert, ich habe etwas "weiblichere" Foprmen angenommen, bin nicht mehr so mager und bewege mich etwas anders, was von der täglichen Arbeit herrührt. Das größte Geschenk, was die schlaflose Zugfahrt und alle strapazen wettgemacht hat, war dein Lächeln und die Umarmung. Nach so langer Zeit... Ich hatte trotzdem Angst, dass ich mich zu sehr Verändert hatte und du sagst, dass ich nciht mehr die bin, die ich mal war. Davor hatte ich solche Angst. Aber es hat sich nichts geändert, das Vertrauen ist noch da... Was ich mir nicht Anmerken lassen habe, dass ich überglücklich war, auch wenn ich später in Tränen ausgebrochen bin, weil die Zeit ohne dich so unerträglich war. Ich konnte mit dir reden, du warst da, hast dich nicht groß verändert - all meine Befürchtungen waren unbegründet.

Ich war einfach glücklich. Dieses Glück hätte mich beinahe verraten - Oder hat es das schon? Es hat mich plötzlich übermannt, niedergeschlagen und die Kontrolle übernommen, meine Gefühle waren in diesem Moment zu stark, um sie zu verstecken - Es tut mir leid, dass ich dich geküsst habe. Ich weiß, es hätte nicht passieren dürfen... Ich habe nun Angst, dass du auf Abstand gehst. Ich kann dir nicht mehr in die Augen sehen, aus Angst, dass du eines meiner best gehütetsten Geheimnisse errätst.

Und wenn, dann mögen mir die Engel gnädig sein und ich dich trotzdem als meinen Vertrauten, meinen besten Freund behalten darf.

Und ich kann den kommenden Donnerstag kaum erwarten.

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