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ImmortalRain

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Irgendwo zwischen Realität und Wahnsinn

WeihnachtenSonntag 20.12.2009 11:13 PM

Weihnachten


Es sind noch vier Tage, dann ist Heiligabend. Die Vorfreude ist so unglaublich groß; Es gibt Geschenke, die Familie ist beisammen, man trinkt Tee und Glühwein, genießt die Besinnlichkeit neben dem Tannenbaum... Wer freut sich da nicht?

Mir fallen viele Leute ein - ich bin eine davon.

Wenn jemand fragt, warum, antworte ich mit folgender Gegenfrage: "Fallen dir Leute ein, die an Weihnachten Arbeiten müssen?". Die meisten denken dann an Feuerwehr, Krankenschwestern und Polizisten.
Aber viele Leute gehen am Heiligen Abend mit ihre Familie essen oder feiern im Urlaub ihr Weihnachtsfest. Denkt dann jemand an die Kellnerinnen, von denen man bedient wird? Nein.

Ich bin eine von den, die das essen serviert. ich arbeite von 11.30 Uhr bis Abends spät nach Mitternacht, um Morgens um 5.00 Uhr wieder aufzustehen und die Frühstücksgäste zu bedienen. Stellt ihr euch so ein Weihnachtsfest vor?

Und wer denkt an meine Familie? Ich bin 750 Kilometer weit von meiner Heimat entfernt. Es ist das erste Weihnachtsfest ohne Svenja, dass 'zu Hause' stattfindet. Auch wenn meine Familie noch so schrecklich war, ich weiß, dass sie Abends, während ich serviere, schweigend um den Tisch sitzen, auf dem der gläserne Topf mit der Feuerzangbowle steht, und an mich denken. Wahrscheinlich wird meine Mutter ihre Tränen zurückhalten, während ich Wein ausschenke und Getränke mache. Das erste Weihnachtsfest ohne die älteste Tochter...

Was ist das für ein Gefühl?

Wer denkt an die Menschen die nicht bei ihren Familien sitzen und Arbeiten?

Wenige. Aber was kümmert es jene schon? Sie sitzen am Tisch und ich bediene Sie. Sie sehen das Geld und ihre Geschenke, welche sie bekommen, beschweren sich noch darüber, dass es das neue Nokia Handy und nicht der I Pod, den sie sich gewünscht haben oder mäkeln am Essen herum, welches ich serviere (Wofür ich nun nichts kann, denn ich serviere ja nur). Wer denkt an die Ärzte und Schestern, die in diesem Moment das Leben eines Kindes kämpfen? Odre an die Kellner, die ihre Familie alleine gelassen haben, nur um zu hören zu bekommen, dass die mit Käse überbackenen Tomatenhälften nicht zum Entrecôte Double passen? Wer denkt an die Kinder meiner Kolleginnen, die zu Hause nur mit Papa und Geschwisterchen unterm Baum sitzen und Geschenke auspacken, während Mama andere leute bedient udn sich dafür noch etwas anhören muss, wofür sie nichts kann?

Ihr nicht...

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