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ImmortalRain

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Irgendwo zwischen Realität und Wahnsinn

Opfer für ein neues LebenDienstag 08.12.2009 11:50 AM

Opfer für ein neues Leben


Seit gut drei Monaten lebe ich nun im Schwarzwald und bin sehr zufrieden mit meinem 'neuen Leben': Ich Arbeite, liebe meinen Beruf, der mir uglaublich viel Freude bereitet, trage endlich für mich selbst Verantwortung, was nicht immer leicht ist und habe mich Verändert - überwiegend zum positiven. Jene, die mich geliebt haben, würden mich und meine 'neue' Seite nicht sonderlich gern haben, denn ein kurzfristiger Umzug, eine Flucht vor seinem alten Leben und die Arbeit verändert Menschen. Es hat sich nichts an meiner Kleidung und Einstellung geändert - ganz im Gegenteil; meine Sammlung an Kleider ist um einiges gewachsen! Darunter sind sehr schöne und elegante Stücke..! - Aber ich bin erwachsener und reifer geworden, als ich erwartet hätte. Man hat mich in eine neue Welt geschleudert und ich bin auf beiden Füßen gelandet; Glücklicherweise.

Natürlich gab es auch Momente, wo ich meine Koffer packen und wieder heim fahren wollte, in die sichere Welt, wo ich einfach alle Verantwortung ablegen konnte, es gab Momente, in den ich weinend in meinem kleinen Zimmer saß, am Boden zerstört, alle Hoffnung verloren, die Kündigung war schon geschrieben, ich stand am Bahnschalter in Titisee und wollte die Fahrkarten kaufen, als mir klar wurde, was für Opfer ich für dieses Leben hier unten gebracht habe: Freunde aufgeben und verlassen, Abschied genommen, so lange gekämpft, so weit gereist... Es aht mich viele Tränen gekostet, Abschied zu nehmen. Niemand hat diese gesehen, alle haben nur ein gequältes Lächeln gesehen, aber ja: Mir fiel der Abschied sehr schwer. Wollte ich all das wirklich aufgeben? ALles, wofür ich so lange gekämpft habe? Wollte ich Alex und Patrick wirklich im Stich lassen? All die vielen anderen Freunde, die ich hier in kürzester Zeit gefunden habe, mit denen ich in Freiburg so viele tolle Sachen gemacht habe?

Nein, Nein das wollte ich nicht.

Die Probezeit ist vorbei, kündigen kann ich nicht mehr, ohne Grund und Zustimmung des Betriebs. Mit 19 Jahren stehe ich fest und selbstständig im Leben, habe eine ausgezeichnete Ausbildungsstelle, lerne einen Beruf der mir viel Freude bereitet, ich gehe so gern zur Arbeit... Was könnte das Leben noch perfekter machen?

Ein Versprechen.

Alexander hat mir ein Versprechen gegeben; das Versprechen, sein Leben mit mir zu verbringen. Er sagte, ich habe so viele Opfer und so viele Beweise gebracht, das sich es Ernst meine. Nun wäre es an der Zeit, mir einen Beweis zu bringen - als Zeugen für dieses Versprechen waren seine Eltern anwesend: Er hat mich gefragt ob ich ihn heiraten möchte, mein Leben mit ihm verbringen möchte, eine Familie mit ihm gründen will. So viele Opfer für ein Leben mit ihm... nun gibt er mir das Versprechen, dass keines dieser Opfer um sonst gewesen sein würde?

Ja, ja ich nahm dieses Versprechen an.

Ich hoffe so sehr, dass es dieses Mal für immer ist. Die Letzten Beziehungen, die ich eingegangen bin, wo ich dieses Versprechen angenommen habe, sind zu bruch gegangen.

Aber ich habe hier so viel, was ich früher nicht hatte:
Eine Familie, bei der ich immer Willkommen bin (und fast beleidigt ist, wenn ich meine freien Tage nicht bei ihnen verbringe!), Jemanden, der mich unterstützt, wo er kann und wenn er sich mitten in der Nacht in den Zug setzt um bei mir zu sein, Arbeit, die ich liebe; wo ich gerne hingehe und ich aufstehe, ein Leben, dass mir noch so vieles bietet.

Um ehrlich zu sein: Es ist das, was ich mcih immer gewünscht habe.
Und es hat sich gelohnt, alles dafür aufzugeben.

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