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Kapitel 2 - Ein stummes ErwachenDonnerstag 09.07.2009 11:05 AM

Hilfesuchend blickte sich Alyshia im Park um. Doch niemand war dort. Nirgends war auch nur eine Menschenseele zu erkennen.
Warum hatte sie auch diese Abkürzung vorschlagen müssen? Warum hatte sie nicht besser auf Jay gehört?
Jetzt saß er hier vor ihr, mit einer stark blutenden Wunde am Arm. Er machte keine Anstalten langsam wieder aufzuwachen.
„Nie wieder soll dir etwas zustoßen! Es ist allein meine Schuld. Ich kann es gut verstehen wenn du mich jetzt hasst.“, dachte Alyshia.
Um Jays Wohlergehen zu wahren, beschloss Alyshia alles aufzugeben was sie liebte. Sie hatte Angst um ihren Freund und wollte nur sein Bestes. Doch dies konnte sie nur erreichen, wenn sie das Singen gänzlich aufgab.
Alyshia fiel plötzlich wieder ein, dass sie doch ihr Handy dabei hatte. Schnell kramte sie es aus ihrer Hosentasche. Doch mit Entsetzten stellte sie fest, dass die Entführer irgendetwas an ihrem Handy getan hatten. Noch immer leuchtete ihr die Rufnummernabfrage entgegen, die ihre eigene Nummer preis gab.
„Oh nein.“, dachte Alyshia und drückte das Fenster weg. Sofort rief sie Hilfe. Nachdem ihr bestätigt wurde, dass diese unterwegs sei, steckte sie ihr Handy wieder weg und wandte sich wieder Jay zu. Der jedoch war noch immer nicht bei Bewusstsein.
„Halte durch. Jetzt wird dir nichts mehr geschehen.“, dachte Alyshia und blickte ihren verletzten Freund an. Nur wenige Minuten waren sie noch allein. Die gerufene Hilfe brachte Jay und sie ins Krankenhaus.
„Wo bin ich?“, fragte Jay und blickte sich um. Eine Antwort erhielt er jedoch nicht. Nur die Stille die ihn auch schon die ganze Zeit umgeben hatte. Erst nach wenigen Minuten, in denen er sich orientiert hatte, bemerkte er das schlafende Mädchen neben ihm. Sie lag an seiner Bettkante und schien eingeschlafen zu sein.
Erst als er seinen Arm anheben wollte, spürte er wieder diesen Schmerz. Nun realisierte er erst, dass der Vorfall im Park kein Traum war. Sofort kamen ihm wieder die Worte der Entführer in den Sinn.
„Alyshia! Alyshia wach auf!“, sagte Jay und schüttelte sie leicht. „Mhm…“, mit einem verschlafenen Ton öffnete sie die Augen. Sofort blickte sie in ein besorgtes Augenpaar ihr gegenüber.
„Alyshia ist mit dir alles in Ordnung?“, fragte Jay besorgt. Doch als Antwort erhielt er nur ein Nicken ihrerseits. „Oh nein! Sag nur du hörst auf diese Kerle? Du darfst nicht mit dem Singen aufhören!“, rief Jay ihr entgegen. Doch die Angesprochene senkte nur den Kopf. „Alys, bitte. Sprich doch mit mir. Sag mir dass sie dir nichts getan haben. Bitte.“, Jay verzweifelte an dem Schweigen seiner Freundin. Doch gerade als die den Mund öffnete, klingelte ihr Handy. Verwundert nahm sie es zur Hand und blickte auf das Display. Eine SMS. Von wem? Unterdrückt.
Zögernd öffnete Alyshia die Nachricht und las. Bei jedem Wort bekam sie mehr Angst:
„Hallo kleine Sängerin. Wir wissen wo du bist. Wehe, du verrätst irgendeinem, was wir mit euch getan haben! Dann wirst du schwere Konsequenzen ertragen müssen. Ich rate dir, halte dich an deine Worte und lass das Singen besser sein. Du willst doch nicht, dass deinem Freund etwas zustößt, oder? Noch besser wäre es, wenn wir deine unerträgliche Stimme gar nicht mehr hören würden, aber das ist dir überlassen! Doch bleib bei deinem Wort! LASS DAS SINGEN SEIN!“
Nun war sich Alyshia ihrem Entschluss zu 100 % sicher. Sie würde nicht mehr singen. „Noch besser wäre es, wenn wir deine unerträgliche Stimme gar nicht mehr hören würden…“
Ein weiterer Satz der Alyshia nicht kalt gelassen hatte. Sollte sie vielleicht auch das Sprechen aufgeben? Dann könnten diese Kerle sie wenigstens nicht mehr wegen ihrer Stimme angreifen. Ja. Sie würde es lassen.
Lieber würde sie für ewig schweigen als dass Jay wieder etwas zustoßen würde.
„Alyshia? Was ist los? Ist alles in Ordnung?“, besorgt riss Jay sie aus den Gedanken. Doch als Antwort kam nur ein stummes Nicken. „So rede doch mit mir! Bitte.“, flehte er sie an.
Er konnte nicht glauben, dass sie nur wegen ihm das Singen aufgab. „Willst du auch mit dem Sprechen aufhören? Oder warum bekommst du keinen Ton aus deinem Mund?“, fragte Jay und sah seine schweigende Freundin mit sorgevollem Blick an.
Aber als Antwort erhielt er wieder nur ein stummes Nicken. „Alyshia, mir wird nichts passieren. Glaub mir.“, sagte Jay und nahm dabei Alyshias Gesicht in seine Hände. So musste sie ihren abgeschweiften Blick auf ihn richten. Doch Alyshia kamen nur die Tränen. Warum bestand er nur darauf, dass sie sprach und sang? Warum konnte er sie nicht in Ruhe lassen? Viele Fragen wirbelten in ihrem Kopf. Doch einzig eines blieb im Vordergrund.
Die Sorge um Jay.

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