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Kapitel 8 - Neue unbemerkte GefühleDonnerstag 09.07.2009 11:01 AM

„Warum muss so was immer mir passieren? Warum kann ich nicht einfach mal ein normales Leben führen?“
Die Fragen überschlugen sich nur so in Alyshias Kopf. Sie hatte schon wieder kein anderes Gefühl in sich als Angst. Sie war sich sicher, dass sie Jay schützen musste. Doch wie würde sie es schaffen? Indem sie nun ganz verstummte? Oder sollte sie zur Polizei gehen und ihnen die ganze Sache erklären?
Nein. Das alles war allein ihr Kampf. Nur sie konnte ihn bestreiten.
Und ihr war klar, dass sie ihn gewinnen musste. Egal wie.

„Alys, mach dir keine Sorgen. Wir schaffen das schon. Aber du darfst jetzt nicht mit dem Singen aufhören!“, Jay sprach ruhig und fest. Doch Alyshia wusste nicht was sie sagen oder tun sollte. Sollte sie wieder schweigen und sich so an die Abmachung halten? „Alyshia. Bitte rede mit mir.“, flehte Jay besorgt, „Lass nicht zu, dass diese Idioten dein Leben beherrschen!“ Doch Alyshia war immer noch in Gedanken. Zu schwer war die Last die auf ihr ruhte.
„Alys! Bitte.“, erst jetzt schien ihre Aufmerksamkeit wieder bei Jay zu liegen. Doch noch immer war nichts von ihr zu hören.
„Bitte sprich doch mit mir. Ich kann es nicht länger ertragen. Bitte.“, Jay bettelte schon fast um Alyshias Worte. Die jedoch kämpfte noch immer mit sich selbst.
„Dann rede doch wenigstens nur mit mir. Wenigstens wenn wir allein sind.“, bat Jay. Doch diesmal zeigte Alyshia eine Reaktion. „Gestern hatten wir auch geglaubt allein zu sein. Und trotzdem wurdest du verletzt.“, kam es leise von Alyshia. Sie versuchte so leise wie möglich zu sein. Zu groß war die Angst, dass Sean, Avery oder einer seiner Kumpanen sie belauschten.
„Das spielt doch keine Rolle! Du darfst dich nicht unterkriegen lassen!“, sagte Jay stur. Doch Alyshia schüttelte nur den Kopf. „Ich werde nicht mehr sprechen geschweigedenn singen!“, sagte Alyshia und wandte den Blick ab.
Jays Augen hatten auf sie eine merkwürdige Wirkung. Bei ihnen fühlte sie sich sicher, doch hatte sie auch das große Verlangen zu singen. Schon das ganze Jahr lang hatten sie diese Augen gequält. Mit dem steigernden Verlangen zu singen.
Doch Jay war sprachlos. Diese Worte aus ihrem Mund trafen ihn zu hart. Stumm drehte er sich auf die andere Seite seines Bettes. „Kannst du bitte gehen?“, fragte Jay. Doch dabei kamen ihm die Tränen. Noch nie hatte er Alyshia abgewiesen.
Auch sie traf es hart. Noch nie hatte sie so etwas von Jay gehört. Jedoch antwortete sie nicht und ging einfach. Stumm. Ohne ein Wort zu sagen.
„Wie kann sie das nur sagen? Wie kann sie sich nur von anderen beherrschen lassen?“, fragte sich Jay. Als Alyshia die Tür geschlossen hatte, konnte er seine Tränen nicht mehr aufhalten. Noch nie hatte er sich so hilflos gefühlt. So allein.
Alyshia ging es genau so. Erst jetzt bemerkte sie was Jay ihr bedeutet. Zuerst hatte sie geglaubt er wäre so etwas wie ein Bruder für sie. Doch jetzt erkannte sie die Wahrheit.
Er war mehr als das. Mit niemandem hatte sie so ein Verhältnis wie zu ihm. Selbst nicht zu ihren Eltern. Jay war ihr immer am nächsten gewesen.
Beide wünschten sich auf einmal, dass der andere vor ihm stehen würde. Alyshia vermisste die Geborgenheit von Jay. Er wiederum vermisste ihre Wärme.
Dieses Gefühl nahm in Alyshia überhand. Sofort kehrte sie um und rannte zu Jay.
Als sie die Tür öffnete und dabei fast gegen Jay rannte, sah sie ihm direkt in die Augen. Wieder verspürte sie das große Verlangen nach ihren Liedern. Doch anstatt etwas zu sagen, schlang sie einfach ihre Arme um ihn. Sogleich legte er seine Arme um Alyshia. Soweit ihm das mit der verletzten Schulter gelang.
„Es tut mir leid, dass ich dich fort geschickt habe.“, sprach Jay leise und vergrub sein Gesicht in ihren Haaren. Doch Alyshia drückte sich nur noch enger an ihn. „Ich werde es akzeptieren, dass du nicht mehr singen willst. Aber ich werde dennoch alles daran setzen, dass du wieder Mut zu deiner Stimme findest.“, sagte Jay leise und drückte Alyshia noch enger an sich.
So standen sie da. Eng umschlungen und mit Tränen im Gesicht. Jedoch hatten sie sich noch nie so verbunden gefühlt. Es kam ihnen fast so vor als würden ihre Herzen im gleichen Takt schlagen.
„Du bist mir wichtiger als alles andere.“, sagte Jay und löste sich langsam wieder von Alyshia. Die jedoch lächelte nur leicht und wollte so sagen, dass sie nicht anders fühlte. Trotz des Schweigens verstand Jay sie. Er legte seine Hand an ihre Wange und strich ihr vorsichtig die Tränen fort. Jede seiner Berührungen jagte Alyshia ein Kribbeln in den Bauch.

Ohne es zu merken, hatten sie die beiden ineinander verliebt.

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