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Banshee

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in deinen Augen nur kann ich mich sehn

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[Kein Thema]Samstag 21.03.2009 03:57 PM


17ter August 556


Es ist Abend. Die Sonne überquerte Feuerrot den Horizont und einzig ein rötlich violetter Schein zeugte von ihrer Anwesenheit. Der Mond besiegte langsam aber stetig den Himmelskörper und brachte die dunkle Nacht über die Wiesen und Wälder über den Landen Kerkuhns.
Ein kühler Wind fegte über die Ländereien Jarls, strich sanft über Pappeln und Eichen und Buchen und zeriss fast gewaltsam, doch im Auge eines Menschen sanft, Neblbänke am Fluss und in den Auen.
Der Mond schien und seine Strahlen berührten still und liebvoll das niedere Gebüsch, die Wasseroberfläche und ließ alles strahlend weiß und glitzernd im Antlitz der dunklen Wälder.
Die nächtliche Idylle ließ nichts ahnen über das nahende Blutvergießen.
Kyra schlich leiße verborgen im Schatten der Nacht, zusammen mit zwei Kameraden entlang der Straße, die zu ihrem Ziel führte. Unter ihren Füßen knirschte kaum ein Stein und auch das Mondlich reflektierte keine ihrer gezogenen Waffen, denn sie waren mit Kohle eingeschmiert. Ledeglich das Weiß ihrer Augen verriet sie im Dunkel der Finsternis.
Kein Wort, alles Stumm. Leise verständigten sie sich, fast ohne ein zutun, schwärmten sie aus, suchten nach verborgenen Stellungen des Feindes, auf ein leises Zeichen das sie entdeckt wurden.
Doch nichts.
Weit hinter ihnen war die Hauptstreitmacht bereit zum Zuschlagen.
Der Angriff bei Nacht, ein riskantes Vorhaben, doch nichts war zu Riskant für ihre Sache, nichts zu gefährlich und kein Leben zu minder als dass man es Akron Blutfaust hätte opfern können.
Sie ging den Plan noch einmal durch. Die Drei sollten die Wachen des 50 Mann starken Lagers auspähen und eleminieren bevor der eigentliche Angriff statt fand. Alexander und George schlichen sich noch verborgener und noch heimlicher als sie hier hinten herum und suchten eine Lücke.
Alles war einfach, alles war sicher.
Leise schlichen die Schatten über den steinernen Weg, nichts war zu hören. Nicht einmal das leise Plätschern des Flusses, das zirpen von Grillen oder das wehen des kühlen Nordwindes.
Es war so still als könne man den Mond wandern hören.
Doch plötzlich durchbrach etwas die Stille. Ein Pfeifen.
Und, Götter seids ihr verdammt, es kam nur 2 Meter von rechts.
In diesem Augenblick wusste Kyra McNencie 3 Dinge. Die Späher haben sie gefunden, sie waren verdammt gut und ihr Leben stand auf Messers Schneide.
Klingen kreutzten sich, das oblegatorische klingen von Metall und Geschrei.
Kyra sah von dem alles nichts, denn plötzlich war Trubel um sie herum.
Feuer erschien direkt vor ihnen, ein heller Schein der im Vergleich zu sonstigen Dunkelheit wie der Rachen der Hölle aussah. Der Lagereingang. Sie hatten sich verschätzt, sie waren Näher als gedacht, ein Fehler der sich nicht wiederholen sollte, schwor Kyra sich.
Hinter ihnen hörten ihre, vor anspannung, geschärften Sinne das getrappel von vielen gepanzerten Stiefel und sie wusste dass es bald geschehen würde.
Ein Laut wie jemand starb und das geräusch von Metall durch Fleisch.
Wer da starb wusste sie nicht. Sie wusste blos, dass der Feind schon begann sich vor ihr zu formieren und keine Verstärkung in Sicht. Sie hatte noch Glück dass keiner sie entdeckte doch wird sich das viel zu schnell ändern, das wusste sie.
Doch nun entschied sie, ihr Leben war nicht mehr Wert als ein Dolch in der Nacht. Wenn sie schon sterben sollte, dann zu einem hohen Blutzoll.
Todesmutig stürmte sie auf den Feind zu, bereit ihren letzten Atemzug zu tätigen.
Mit erhobenem Säbel warf sie sich gegen die Massive Mauer aus Waffen und Schilden entgegen, schlug, hackte und parierte sich durch die Menge. Sie hielt stand, doch zwei Treffer musste sie schon in der linken Seite kassieren und die Wunden schmerzten. Die Disziplin der Kämpfer vor ihr war ohne gleichen.
Eisern hielten sie an ihrer geschlossen Linie, obwohl sie alleine war.
Eine Stabwaffe parierte sie mit dem Sänel und der Schild war zufällig genau richtig als ein Schwert sich in das dünne Holz schlug und sich verkantete, als sie schon den dritten Schlag von links bemerkte.
Die Klinge sauste ewig und doch viel zu schnell auf sie zu. Das blitzen versprach keine Heldentaten nur den Tod, nur den Schmerz und Staub.
Fast im letzen Moment kam ein Schild zwischen der klinge und ihrem Gesicht und rettete ihr das Leben.
In einem Bruchteil einer Sekunde erkannte sie Scott der plötzlich neben ihr stand und an ihrer Seite begann zu kämpfen.
Sie erwachte aus ihrer Starre, verdrehte ihren Schlid und schlug die Klinge weg. Ihr eigener Säbel fand eine Lücke in der Mauer aus Schildern und Leibern und schluge einem ein Auge aus. Blut erfüllt für einen kurzen Augenblick ihre Sicht.
Rechts von ihr wagte sich einer zu weit vor. Ohm schlug sie geschickt die rechte Hand ab und während er schreiend auf Knien seinen Armstupf umklammerte, trat sie ihm voller Kraft zwischen die Beine während sie einen anderen Abwehrte.
Sterben, Gewalt und Leid waren ihre Schlachtgefährten. Nach kurzer Zeit war der straubige Boden rutschig vom Blut, nicht nur der ihrer Feinde sondern auch ihr eigenes.
Scott war ein Turm in diesem Meer aus Opfern und Gegnern. Ohne Rücksicht beschützte er sie, und wie kein anderer in ihrer Gruppe schwang er das breite Schwert durch die Reihen der Feinde. Er brachte dem Teufel ein reiches Fest und bald schon hatten die Feinde den Eindruck eines Dämonen unter ihnen.
Erst jetzt kamen die anderen und der Mut der Feinde schwand, wenn auch ihre Linie hielten.
Doch da waren Kyra und Scott schon hinter allen Linien.
Sie schleppten sich, tödlich getroffen an den Wegesrand. Das Leben wich schnell aus ihren sterblichen Körpern. Scott hatte es am schlimmsten erwischt. Er hatte keine Chance mehr auf Rettung. Kyra wusste, er erlebte seine letzten Augenblicke in dieser Welt. Die Wäscherin würde auch bald sein Hemd waschen.
“Warum?” fragft sie ihn nur während sie vergeblich versuchte ihre Blutungen zu stillen.
“Warum warst du so schnell bei mir? Warum hast du sich aus dem Schutz der Gruppe geworfen? Warum musstest du mich retten?”
Er spuckte einige Male Blut bis er mit schwacher Stimme sprach.
“Es war ein Reflex. Ich sah dich in Gefahr, und ich konnte nicht anders als dir Helfen. Die Götter beflügeln selbst den kleinsten Wurm wenn er bereit ist sein Leben für das eines geliebten Menschen zu tauschen. Schau dir meine Wunden an, ich dürfte eigentlich nicht mehr am Leben sein.”
Er hatte recht, und sie verstand als er ihr auf deise Weise sein Herz öffnete. Das Leben war rau und ließ keine Schwäche zu. Er offenbarte ihr schon ziemlich viel, mit diesen wenigen Worten.
“Kyra” kam es röchelnd vom ihm “Kyra...ich glaub ich hab den Fehler gemacht mich in dich zu verlieben.”
Und mit einem Lächeln auf den Lippen starb der mutige Narr.
Der Mond schien über die weiten Felder und Auen, der Wind strich über die Gräser und Flüsse und auch über sein Blutverschmiertes Gesicht. Kyra spührte die kühle Berührung des Windes der drehte und scheints seine Seele nahm um ihn in eine Bessere Welt zu bringen. Dummer Narr, dachte sie. Dummer dummer Narr. Warum ausgerechnet ich?
Ihre Nase füllte sich mit den Gerüchen der Schlacht und des Todes. Doch hauptsächlich roch sie den würzigen Duft der nahen Gräser die nun blutbefleckt wie Wasser im Mondlich schimmerten.
Die Wolken zogen dahin und die letzten Strahlen der Blutroten Sonne zogen sich zurück und der Mond erschlug den Tag und die Herrschaft der Nacht begann. In der Dämmerung, war ihr Glück für einen Augenblick vollkommen.

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