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zurückgedachtSonntag 04.02.2007 05:37 AM

Hast du schon einmal zurückgedacht? Zurückgedacht an Zeiten und Situationen, die du damals vielleicht gar nicht bewusst mitbekommen hast? Erinnere dich mal an Stunden, wo du glücklich warst. Eine rauschende Geburtstagsparty, intime, romantische Stunden mit deiner Liebsten oder deinem Liebsten, nettes Beisammensein mit guten Freunden, auch traurige Zeiten gehören dazu, wo man Freunde braucht, die einem wieder raus helfen aus dem Loch, in das man gefallen ist. Schau dir Bilder an, von vielleicht längst Vergessenem, von gnadenlosen Partys, von Freunden, mit denen du durch dick und dünn bist, von Freunden, zu denen du vielleicht schon gar kein Kontakt mehr hast. Und gib dich dem Gefühl hin, dass dich überkommt. Das Gefühl des Schönen, das Gefühl das man hat, wenn man in einem sehr glücklichen Moment einmal innehält und versucht zu begreifen, dass man jetzt gerade glücklich ist.

…die Welt hält für einen Augenblick den Atem an…und alles schaut zurück.

Dann überlege dir, wie viele solcher Stunden, glücklicher Momente und schöne Zeiten du hattest…es sind bestimmt genug. Aber warst du deswegen in dieser Zeit zufrieden? Hast du in der Zeit, in der bestimmte Momente geschahen, die du nie wieder vergessen wirst, dich einfach dem Gedanken hingegeben, dass momentan alles so läuft wie es soll? Oder hast du trotz allem immer noch versucht „noch“ glücklicher zu werden? Hast du dein Glück vielleicht mit dem von anderen verglichen und wolltest immer mehr?
Es ist bestimmt nichts ungewöhnliches, wenn man so fühlt und denkt. Wir Menschen sind nun mal so, mögen einige sagen. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur so, weil wir „normal“ sein wollen. Und normal, das zeigt uns jeden Tag der Fernseher und andere Medien, ist nun mal der, der immer glücklicher ist. Der Glücklichste, ist der, der am Meisten hat: Familie, Haus, Garten, Auto und am Besten noch ein Boot. Dann muss das Haus natürlich auch an einem See liegen…mit eigenem Strand und….nun ja ihr wisst was ich meine.

Wenn viele Menschen glauben, etwas ist „normal“, dann wird es normal.

Nun, so ist der Lauf der Dinge.
Aber keiner sagt, dass das „Normale“ auch das Richtige ist!

Ein Arzt einer psychiatrischen Anstalt fragte einmal eine Frau, ob sie ihm sagen könne, was er denn da um den Hals gebunden habe. Das Ding um seinen Hemdskragen. „Eine Krawatte natürlich“ antwortete die Frau. „Sehr gut.“, antwortete der Arzt. „ Ihr Antwort ist logisch, kohärent, die eines ganz normalen Menschen: Eine Krawatte“
Ein Verrückter würde jedoch sagen, dass ich ein buntes, lächerliches, nutzloses, auf komplizierte Weise geschlungenes Stück Stoff um den Hals trage, das die Beweglichkeit des Kopfes einschränkt und uns zwingt, tiefer zu atmen, damit Luft in die Lungen gelangt. Wenn ich in der Nähe eines Ventilators bin und nicht aufpasse, kann dieses Stück Stoff mich erwürgen.
Dennoch wird, wenn ich einen Verrückten und einen normalen Menschen frage, was das ist, derjenige als gesund erachtet werden, der mir antwortet: eine Krawatte!, Gleichgültig, wer es richtig sieht oder wer recht hat.“

Ich behaupte von mir selbst, dass ich (ein bisschen zumindest) verrückt bin. Aber was bedeutet verrückt sein? Es bedeutet wohl nichts anderes als „anders“ sein. Eben nicht den Lauf der Dinge zu nur hinzunehmen, nicht einfach zu akzeptieren, was geschieht, sondern selber überlegen, was richtig und was falsch ist, selber bestimmen was normal und unnormal ist, selbst festlegen, wohin es gehen soll. Es heißt, sich nicht einfach Regeln unterzuordnen. Die meisten Regeln sind von Menschenhand erschaffen, also können sie auch durch Menschenhand verändert werden und neu ausgelegt werden.
Das „Immer-glücklicher-werden“ ist eben so etwas.
Man muss keinesfalls immer glücklicher werden. Mann muss eben nicht das nächst Beste, Teuerste, Größere besitzen, um wieder von vorne anzufangen.
Besinne dich mal auf das, was du wirklich brauchst, um Mensch zu sein. Wann hattest du deine schönsten Stunden? Wo hattest du Spaß und warst zufrieden? Wann gelang es dir, mal alles fallen zu lassen und alle Ängste zu vergessen, wo du dich vielleicht später gefragt hast: „War das wirklich ich?“ Wie kamst du aus den Tiefen deines Lebens wieder raus, in die du mal geraten bist?
Die Fragen sind leicht zu beantworten und es bedarf dabei nicht vieler Worte. Es waren immer Menschen dabei, denen du vertraust, mit denen du gerne zusammen bist, Menschen, die du magst und liebst. Und eben nicht das Auto, der tolle PC oder der iPod.

Je glücklicher die Menschen werden können, desto unglücklicher sind sie.

Halte dein mal Leben an. Drück mal die „Pause“-Taste, steig mal für einen Moment lang aus. Und lege alles ab was dich umtreibt. Der Prüfungsstress, der dich Tag und Nacht beschäftigt, die Geldsorgen, die unlösbar erscheinen, der Termindruck, der dir keine Pause gönnt. Sag dazu einmal „STOP“. Halte einmal an und schau dich um. Nimm dir kurz Zeit um etwas völlig Un-„normales“ zu tun. Zieh dir im tiefsten Winter eine Badehose an und mache auf dem Marktplatz einen Kopfstand, geh in den Wald und schreie Bäume an, laufe einmal rückwärts durch die Stadt oder umarme einfach jeden Menschen der dir heute begegnet. Sei kreativ!
Du wirst dabei feststellen, wie du langsam lachen musst! Vielleicht wirst du zuerst nur den Kopfschütteln, dann vielleicht ein bisschen Grinsen müssen. Aber irgendwann wirst du dich nicht mehr halten können vor Lachen. Und das zeigt dir dann nichts anderes als dass du glücklich bist. Du wirst es in genau diesem Augenblick bewusst spüren, dass es dir gut geht, dass du happy über das bist, was gerade geschieht. Das sollte dir im Kopf bleiben.
Denke darüber nach, was du momentan hast, was du tust, und denke vor allem darüber nach, wenn du lachst.

Lebe den Moment!

Du wirst bemerken, dass deine kleine Welt die du im Kopf hast genau das Richtige ist. Du musst sie nur zulassen. Jeder ist anders, jeder hat andere Gedanken. Jeder ist irgendwie verrückt. Lass es raus, lass deinen Gedanken freien Lauf und mach dir die Welt wie sie dir gefällt! Dann wirst du genießen können. Dann wirst du jeden glücklichen Moment bewusst erleben und ihn nicht nur als alltäglichen Einheitsbrei erleben. Du wirst merken, wie viele glücklichen Momente es gibt, ohne dass du ein teures Auto besitzt oder eine teure Reise unternimmst. Du wirst merken, wie viele solcher Momente du bisher verpasst hast, weil du dich Dingen hingegeben hast, die dich selbst nicht erfüllen oder nur ärgern, aber die Andere von dir verlangen, dass du als „normal“ betrachtet wirst. Solche Dinge sind bestimmt hin- und wieder notwendig, aber sie sollten nie lebensbestimmend sein

Arbeite um zu leben! Lebe nicht, um zu arbeiten!




Dieser Text ist einer ganz bestimmten Person gewidmet, die mich zum Nachdenken angestoßen hat. Wir hatten in unserer gemeinsamen Zeit sehr viele schöne Momente, romantische, ausgefallene, feierintensive. Alles war dabei und ich konnte mich eigentlich sehr glücklich schätzen, so etwas erleben zu dürfen, mit einer Person an meiner Seite, die mir ein Lebensgefühl gab, dass ich bis dato nicht kannte.
Leider weiß ich das erst heute. Es ist einige Zeit seither vergangen und unser Kontakt musste sehr leiden unter Eskapaden meinerseits.
Ich hatte damals mein Ziel, glücklich zu werden, eindeutig erreicht. Ich hatte etwas, was sich viele wünschen und nur wenigen zu Teil wird. Ich tat dieser Person zu Liebe Dinge, die ich mir heute nicht mehr zutraue. Ich war zu dieser Zeit der glücklichste Mensch auf Erden.
Anstatt aber zufrieden zu sein, wurde ich Opfer meiner selbst und rannte einer Illusion vom Noch-Glücklicher-Sein hinterher. Das stellte sich als fataler Fehler heraus.
Heute denke ich zurück an diese Zeit und ärgere mich über die vielen ungenutzten Stunden und schönen Momente, die ich nicht wahrnahm. Ich verglich mich mit anderen und wollte so glücklich sein wie sie vorgaben, dabei war ich längst glücklicher als die Meisten.

Macht es besser als ich! Werdet euch eurem Glück bewusst, schätzt alles Schöne um euch herum, umarmt eure Freunde und sagt ihnen mal, wie schön es ist, dass es sie gibt! Und euch wird es erspart bleiben, dass ihr euch ein einer Woche, einem Monat oder ein paar Jahren darüber ärgert, dass ihr eure Zeit damals nicht besser genutzt habt! Es ist nämlich ein scheiß Gefühl…



Danke an: „Murmel“-Anna fürs Zuhören, TekknoArne für seine Lebenseinstellung, Freezaa für sein „Drop-the-thought“-Theorie und Veronika, die beschloss, zu sterben.


© 2007, Florian Lenz

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