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Arcas90

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das Ende ist in Sicht....WUHUUUUUUUUUUUUUUU

5000 Arbeitslose sollen Erzieher werden...Donnerstag 12.07.2012 11:15 PM

Liebe Leute,

so langsam aber sicher reicht es mir! Ich mache eine Ausbildung zur Erzieherin seit nunmehr drei Jahren, eines habe ich also noch vor mir. Um eine staatlich anerkannte Erzieherin im Bundesland Niedersachsen zu werden, muss man eine vierjährige Ausbildung mit jährlichem Praktikum durchlaufen und nach dem Orientierungsplan arbeiten. Es sind nicht nur vier Jahre meines Lebens die ich lerne und arbeite, hinzu kommt, dass man in der Ausbildung kein Entgeld bekommt. Folglich habe ich finanziell nichts vorzuweisen, muss aus diesem Grund bei meinen Eltern leben die mir alles finanzieren, da ich es selbst mit einem Nebenjob nicht allein schaffen würde. Es ist eine ganze Menge Arbeit die wir angehende Erzieher zu leisten haben, es ist nämlich nicht wie die meisten vermuten nur ein bisschen mit Kindern spielen, dazu gehört viel mehr. Wer mir nicht glaubt, der kann ja mal einen Erzieher in Ausbildung fragen ob er sich dessen Unterlagen ansehen darf.

Nun heißt es aber, dass durch den angeblichen Mangel an Erziehern rund 5000 langzeitarbeitslose einen Crashkurs von einem halben Jahr durchlaufen sollen und in den Kitas arbeiten werden. Vorangesetzt ist ein Praktikum um zu sehen ob sie wirklich Spaß an der Arbeit haben und ob sie halbwegs kompetent sind. Liebe Leute mal ganz ehrlich, bei solchen Aussagen kann ich mir nur an den Kopf fassen und muss mir wirklich überlegen ob es nicht besser gewesen wäre, wenn ich mich nach meiner Schule freudestrahlend bei der Arge gemeldet hätte. Diesen Monat verlassen wieder unmengen an Erziehern meine Schule, die alle Arbeit haben wollen. Nächstes Jahr ist mein Jahrgang an der Reihe und wir sind bei weitem nicht die einzige Schule im Umkreis.

Ehrlich gesagt ist es ein schlechter Scherz, dass ich mir jetzt ernsthaft Sorgen um meine zukünftige Berufslaufbahn machen muss.

Ich muss mich wirklich fragen, ob das ein Witz sein soll, denn auch wenn es für die Einrichtungen mit Sicherheit billiger wäre diese Menschen einzusetzen, kann das doch wirklich nicht deren Ernst sein. Billig ist hier leider das richtige Wort, denn in einem halben Jahr kann man wohl kaum die ganzen pädagogischen Fähigkeiten erwerben, die wir uns in vier Jahren mühsam erarbeiten. Zudem frage ich mich, ob die Eltern der Kinder wirklich damit einverstanden sind, dass einerseits die Kosten für die Kitaplätze steigen, ihre Kinder aber dann von minderwertig geschultem Personal betreut und "pädagogisch gefördert" werden sollen. Versteht mich nicht falsch, ich bin durchaus dafür dass man arbeitslosen die Chance gibt einen neuen Beruf auszuüben, aber doch bitte nicht in diesem Bereich. Denn erstens werden den Leuten, die diesen Beruf wirklich ausüben wollen mal eben extrem viele Arbeitsbereiche genommen auf die sie vier Jahre (Leute mit Hauptschulabschluss sogar mehr Jahre) hingearbeitet haben und zweitens kommt es den Kindern wohl kaum zu gute, wenn ihre Förderung derart unprofessionell wird. Ihr würdet euch doch auch nicht von der Oma von nebenan in Geschichte unterrichten lassen, nur weil sie im zweiten Weltkrieg dabei war oder?

Es gibt soviele andere Möglichkeiten für Arbeitslose einen Beruf auszuüben, der wesentlich geringere Auswirkungen auf die Generation von Morgen hat.

Als letzten Punkt muss ich mich noch einmal auf oben beziehen, denn wenn das wirklich durchkommt, dann wird der Beruf des Erziehers wieder einmal, wie schon sooft in der Geschichte, so dargestellt, als wäre es nur ein bisschen mit Kindern spielen, Kaffee trinken und Kekse futtern, somit wird ein Beruf, der so ganz nebenbei bei jeder Versicherung als Klasse C, also sehr gefährdet, da steht, erneut als Pille Palle dargestellt.

Ich würde zu diesem Thema gern eure Meinung hören.

LG

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