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FreudentränenSonntag 25.10.2009 12:06 AM

Es war mein vorletztes Jahr auf der High School und alles in meinem Leben war cool. Ich war auf einer riesigen Schule und meine größte Sorge bestand darin, den Raum für die nächste Unterrichtsstunde zu finden.
Eines Tages änderte sich das alles schlagartig.
Das perfekte Leben meiner Familie wurde total erschütten.
Mein Vater wachte in einer Nacht mit schrecklichen Schmerzen auf. Wir fuhren sofort ins Krankenhaus und die Untersuchungen ergaben, dass er Krebs hatte. Die Ärzte sagten uns, dass er lange Zeit im Krankenhaus bleiben müsse. Dann begannen sie mit der Chemotherapie und es ging ihm bald noch schlechter.
Das Krankenhaus war ziemlich weit von zu Hause entfernt und da ich zur Schule musste, konnte ich ihn nur an den Wochenenden besuchen.
Ich schrieb ihm jeden Tag eine Karte, die meine Mutter ihm immer mitnahm. Ich vermisste ihn schrecklich und legte mir nachts ein Bild von ihm unter mein Kopfkissen.
Manchmal, wenn ich nicht einschlafen konnte, drückte ich sein Bild an mein Herz und weinte.
Dann endlich konnte Papa wieder nach Hause, aber er musste weiterhin 2 mal pro Woche zur Chemotherapie ins Krankenhaus. Er war sehr blass und es sah so aus, als würde es ihm jeden Tag schlechter gehen. Außerdem fielen ihm wegen der Behandlungen die Haare aus. Ich werde nie den Tag vergessen, als ich von der Schule nach Hause kam und mein Vater eine Baseballkappe trug. Er nahm die Kappe ab und fragte mich, was ich von seinem neuen Haarschnitt hielt. Es seien so viele Haare ausgefallen, dass er sich entschieden hätte, sie einfach abzurasieren. Ich wollte seine Gefühle nicht verletzen und so sagte ich, dass ich es total cool fand. Aber es brach mir fast das Herz ihn so zu sehen.
Es gab noch einen Tag den ich nie vergessen werde. Einige Wochen später setzten sich meine Eltern mit mir zusammen und sagten mir unter Tränen, dass Papa wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben hätte. Ich kann diesen grausamen Augenblich nicht beschreiben. Es war so, als würde eine wilde Bestie ihre Klauen in meine Seele schlagen. Ich war so traurig das mein Papa nicht dabei sein würde, wenn ich mein Abschlusszeugnis erhalten würde. Er würde mich auch nicht zum Altar führen, wenn ich mal heiratete. Er würde nie meine Kinder im Arm halten können. Das war für mich wie ein Schlaf auf den Kopf und ich spürte, wie etwas in mir starb. Ich dachte : Wie kann ich mein Leben weiterführen, während mein Papa gerade seins verliert ?
Mein ältester Bruder, der auch noch ein Teenager war, tat sein Bestes, um meinen Vater zu "vertreten". Mein kleiner Bruder war einfach noch zu jung, um zu verstehen, was passierte. Aber meine Mutter, die die beste Freundin ist, die ich auf der Welt habe, tat alles, um uns zu trösten. Obwohl sie selbst tieftraurig war, gab sie die Hoffnung auf ein Wunder nicht auf. Ganz gleich, welche Seelenqualen sie durchmachte, sie war für Papa, meine Brüder und mich da. Wie sie das geschafft hat, weiß ich nicht. Ich glaube, nur Mütter kennen dieses Geheimnis.
Nach einigen Monaten passierte etwas Unglaubliches : Unsere Gebete wurden erhört - Papa ging es besser ! Seine Haare wuchsen erneut. Es kam wieder Farbe in sein Gesicht und er konnte wieder lachen. Wir spürten, wie Gott unsere zerschlagenen Leben und Herzen wieder anfing zusammenzusetzen - Stück für Stück.
Vor kurzem habe ich meinen Schulabschluss gemacht. Als ich bei der Feier vor meinen Mitschülern, und deren Familien stand, um eine Abschiedsrede zu halten, sah ich meinen Vater und meine Mutter im Publikum. Ich sah die Tränen in Papas Augen und musste an den Tag zurückdenken, an dem er mir gesagt hatte, er würde meinen Schulabschluss wahrscheinlich nichtmehr miterleben. Auch mir schossen Tränen in die Augen - aber dieses Mal waren es Freudentränen.

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