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[Kein Thema]Samstag 15.09.2012 04:30 PM

Ich habe diesen einen Freund. Ich kenne ihn seit der ersten Klasse. Er war der coolste Junge der ganzen Grundschule, weil er jede Pause mit mir verstecken gespielt undmichmanchmalvon der Schule bis nach Hause gebracht hat, wenn ich Angst hatte allein zu gehen. Später mochte ich ihn nicht mehr so gern. Irgendwann hatte er aufgehört mich nach Hausezubringen und angefangenmit den anderenJungen in den PausenFußball zu spielen. Wenn er mich gesehen hat, hat er sich weggedreht und mit seinen Freunden geredet. Als ich elf Jahre alt war, ließen meine Eltern sich scheiden. Ich wollte auf keinen Fall,dass sie es einer meiner Freundinnen erzählen. Meine Mutter konntenicht mit ansehen wie traurigichwar undrief beiihm an.Er kam vorbei und blieb das ganze Wochenende. Wir lagen auf meinem Bett, schauten fern und er weinte fast genau so viel wie ich. Für jede Werbepause,dieichohneweinenüberstand, erlaubteer mir eine Kugel Schokoladeneis zu essen. Vondaanginger wieder jeden Tagmit mir nach Hause. Die Jahre vergingen.Er kam mit Mädchen zusammenundtrennte sich von ihnen,aber ich war immer das Mädchen, das er abends nachHause brachte. In der elften Klasse saß ich im Deutschunterricht neben ihm. Ich starrte ihn an. Ich sah direkt in seine grünen Augen und verstand auf einmal, was meine Mutter meinte als sie zu mir sagte, dass die Augen das Tor zur Seele seien.In dem Moment wünschte ich mir,dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Im nächstenJahr trat er bei einer Schulaufführung auf. Ich saß in der ersten Reihe und lächelte ihn an während er imRampenlicht stand. Er sah unglaublich schön und glücklich aus und er lächelte zurück. In dem Moment wünschte ich mir,dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Ein paar Wochen später kam er mit einer Freundin von mir zusammen. Alle erzählten, wie gut die beiden zusammen passen würden. Sie war genau so schön und beliebt wie er. Aber ich war es, die er jeden Tagvonder SchulenachHausefuhr. EinenAbend saßen wir lange zusammeninseinem Auto.Er erzähltemir,dass er gerade die schönste Zeit seines Lebens habe.Ich sah in seine wunderschönen grünen Augen und wusste,dass er dieWahrheit sagte. In dem Moment wünschte ich mir, dass er die schönste Zeit seines Lebens meinetwegenhätte.Ichwünschte mir,dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste,dass er das nicht wollte. Am nächsten Taginder Schulemusstenwir Aufsätze über das Thema Erste Liebe schreiben. Ich wusste ganz genau, worüber ich schreiben wollte, aber ich konnteesnicht. Als ich meinen besten Freund anschaute, sah ich, wie er meine Freundin angrinste. In dem Moment wünschte ich mir, dass er diesen Aufsatz über mich schreiben würde. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste,dass er das nicht wollte. Ein paar Wochenspäter rief meine Freundin mich an und sagte mir,dass er mit ihr Schluss gemacht habe. Als er mich am nächsten TagnachHausefuhr,saßenwir Stunden lang in seinem Auto. Wir redeten über unsere Freunde, über die Schule, über Musik. Er erzählte mir, dass er meine Freundin nie geliebt habe. In dem Moment wünschte ichmir, dass er mir sagen würde, dass er mich liebe. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste,dass er das nicht wollte. Die Zeit verging. Nach dem Abitur wollte er ein Jahr nachKanadagehen.Auf seiner Abschiedsparty saß er neben mir und sagte, dass ich seine beste Freundin sei. Ich sah in seine wunderschönen grünen Augen undgabihm einenKuss auf die Wange. In dem Moment wünschte ich mir, dass er mir sagen würde, dass er mich liebe. Ich wünschte mir, dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste,dass er dasnicht wollte. Die Zeit verging. Als er wiederkam, erzählte er mir, dass er ein Mädchen kennen gelernt habe, das er heiraten wolle. Er stellte sie mir vor. Als er mich fragte, wie ich sie finden würde, sagte ich, dass sie wunderschön sei. Er erwiderte, dass er die Liebe seines Lebens gefunden habe. Dann drehte er sich um und ging. In dem Moment wünschte ich mir, dass ich die Liebe seines Lebens sei. Ich wünschte mir,dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. An diesem Tagfuhr er mich zum letzten mal nachHause. Auf seiner Hochzeit saß ich in der ersten Reihe der Kirche. Er stand vorn im Rampenlicht.Wie beider Schulaufführung sah er unglaublich schön und glücklich aus. Ich lächelte ihn an under lächelte zurück. Ichsah in seine wunderschönen grünen Augen und wusste, dass sein Lächeln aufrichtig war. In dem Moment wünschte ich mir,dass ich neben ihm am Altar stehen würde. Ich wünschte mir,dass er mehr als mein bester Freund sei, aber ich wusste, dass er das nicht wollte. Mein bester Freund zog mit seiner FraunachKanada.IchbliebzuHause. Die Jahre vergingen. Heute sitze ich wieder in der Kirche. Es ist seine Beerdigung. Ich erfahre, dass er sich schonnacheinigenJahren von seiner Fraugetrennthat.UnsereLehrerin aus der zwölften Klasse hält eine Trauerrede. Sie sagt, dass er schonimmer wunderbar schreiben konnte. Dann beginnt sie einen Auszugaus seinem Aufsatz in der zwölften Klasse vorzulesen. 'Meine Erste Liebe: Ich habe dieses Mädchen noch nie angesehen ohne ihr sagen zu wollen, dass ich sie liebe. Ich sehe in ihre wunderschönen grünen Augen und wünsche mir, dass sie mehr als meine beste Freundin ist, aber ich weiß, dass sie das nicht will.

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