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Was sehen sie schwesterSamstag 03.01.2009 05:36 PM


Was sehen sie Schwester,
wirklich, was sehen sie?
Wenn sie mich ansehen,
denken sie dann.
Eine runzlige alte Frau,
nicht besonders klug,
unsicher in ihrem Verhalten,
die Augen in die Ferne gerichtet

die ihr Essen verkleckert
und keine Antwort gibt,
wenn Sie mit lauter Stimme sagen:
„Nun versuchen Sie es doch wenigstens!"
die nicht wahrzunehmen scheint,
was Sie mit ihr tun,
und die andauernd
einen Strumpf verliert oder einen Schuh,

die alles mit sich tun lässt,
ohne eigenen Willen,
baden oder füttern,
den ganzen Tag lang.
Ist es das was Sie denken?
Ist es das was Sie sehen?
Schwester, öffnen sie die Augen!
Sie schauen mich ja gar nicht an.

Ich will ihnen sagen wer ich bin,
die ich hier so still sitze,
die ich Ihren Befehlen folge,
die ich esse, wann Sie es wollen.
Ich bin ein Kind von zehn Jahren,
mit Vater und Mutter,
mit Brüdern und Schwester -
sie alle lieben mich.

Ich bin ein junges Mädchen von sechzehn,
mit Flügeln an den Füßen,
träumend, dass es nun bald
einem Geliebten findet.
Ich bin zwanzig und Braut,
meint Herz macht Sprünge,
und ich denke an das Versprechen,
das ich gegeben habe.

Ich bin fünfundzwanzig
habe nun selbst Kinder,
die mich für ein glückliches Zuhause
brauchen.
Ich junge Mutter von dreißig,
meine Kinder wachsen schnell,
sie sind miteinander verbunden
durch Bände die immer halten.

Ich bin vierzig, meine Kinder fast
erwachsen,
sie gehen fort von daheim.
Aber mein Mann steht mir zur Seite,
und er achtet darauf, dass ich nicht weine.
Ich bin fünfzig und wieder
spielen Babys auf meinen Knien
und wieder leben wie mit Kindern,
mein lieber Mann und ich.

Es kommen dunkle Tage,
mein Mann ist tot,
Ich blicke in die Zukunft
und mich schüttelt die Angst.
Denn meine Kinder haben viel zu tun,
sie ziehen selber Kinder groß,
und ich denke an die vergangenden Jahre
und die Liebe, die mich umfing.


Nun bin ich eine alte Frau
und die Natur ist grausam,
sie macht das wir
aussehen wie Narren.
Der Körper ist verfallen,
Schönheit und Kraft sind dahin.
Und wo einst mein Herz schlug,
ist nur noch ein Stein

Aber in diesem Leib
wohnt immer noch das junge Mädchen.
Und bisweilen freut sich
mein geplagtes Herz.
Dann erinnerte ich mich der Freunde,
ich erinnerte mich der Not.
Und ich lebe und lebe,
mein Leben noch einmal.

Ich gedenke der Jahre,
zu wenige und rasch verflogen.
Aber ich weiß auch,
das nichts ewig dauern kann.
Darum Schwester, öffnen sie Ihre Augen
und schauen Sie,
sehen Sie nicht die schrumplige alte Frau
schauen Sie genauer - sehen Sie mich.

Dieses Gedicht wurde unter der persönlichen
Habselgikeiten einer alten Frau gefunden, die
in einem englischen Altersheim gestorben war.
In ihren letzten Lebensjahren hatte sie nicht
mehr sprechen können, aber gelegentlich hatte
man sie schreiben gesehen.




In einem forum gefunden ....


Ist dies nicht oft so man zwingt die leute jetzt zui essen jetzt zu baden jetzt schlafen zu gehen ..?
ist es so das man ihre eigentsändigkeit sichert und ihnen ihre würde lässt ...=/

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