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die Geschichte eines MädchensDonnerstag 12.10.2006 12:02 AM

Es war ja nicht so dass ich unbedingt herausfinden wollte, was der gute Jesus damals falsch gemacht hatte.
Ich saß einfach so rum, trank eine Cola und erfreute mich des schönen Wetters, dass an diesem wundervollen Donnerstag in Rickmansworth die dunklen Mienen der Bewohner verdeckte.
Natürlich ging ich heute nicht in die Schule und eigentlich kam ich auch gar nicht aus Rickmansworth.
Ich war nur wegen meinem Freund hier.
Er heißt Josh, ist 23 Jahre alt und hauptberuflich Motorkrossrennfahrer.
Ich lernte ihn letztes Jahr bei einem seiner Rennen kennen und verliebte mich auf Anhieb in ihn, weil er so eine tolle Maschine hatte, auf der ich dann sogar auch mal fahren durfte.
Meine Gedanken flogen davon und ich sah zum Kellner rüber, der mit einer irgendwie sinnlichen Art gerade die Biergläser an der Theke sauber machte.
Ich hob meine Hand um ihm zu vermitteln, dass ich bezahlen wollte.
Doch sofort nahm ich sie wieder herunter, bevor er merken konnte, dass ich meinen Arm überhaupt gehoben hatte.
Warum? wusste ich selber nicht so genau.
Mich trieb nur irgendetwas dazu noch einen Moment hier sitzen zu bleiben.
Gestern war ich auch nicht in der Schule und machte hier in Rickmansworth mit meinem Freund einen drauf.
Rickmansworth war größer als Chesterson, da wo ich her kam.
Zwar nur ein bisschen, aber man merkte doch, dass es ein wenig größer war.
Der wohl markanteste Unterschied war wohl die Anzahl der Kneipen in den beiden „Städten“.
In Chesterson gab es keine Kneipe und in Rickmansworth genau......eine.
Der Kellner kam munter dahergelaufen und fragte mich mit einem sichtlich aufgesetzten Grinsen, ob ich noch etwas benötigte.
Gedankenversunken gab ich ihm durch eine Handbewegung zu erkennen, dass ich nichts weiter benötige als mich selbst.
Ich machte mir plötzlich in rasendem Tempo über viele Dinge Gedanken.
Affen, Staubsauger, Kekse, Bruttosozialprodukt, Hitler, Skateboards....
Alles innerhalb von nur ein paar Sekunden und ich war erstaunt, was mein Gehirn in so einer kurzen Zeit geleistet hatte.
Ich strich meine Haare zurück und lehnte mich zufrieden auf dem wohl schon sehr alten Plastikstuhl zurück.
Ich guckte genau in die Sonne und wischte mir mit meinem Handgelenk den Schlaf aus den Augen.
Mein Freund lag wohl noch im Bett und schlief.
Würde ich ihm auch nicht verübeln, denn gestern war wirklich eine harte Nacht.
Mit zwei Anderen unbekannten Menschen saßen wir an einem Mittwochabend in der einzigen Kneipe von Rickmansworth, die sich einen recht originellen Namen einfallen ließ um die Ganze Nachbarschaft auf sich aufmerksam zu machen.
Ihr Name war „ Pub Nr.1“ und wir amüsierten uns köstlich, bis wir kein Geld mehr hatten und nach Hause gehen mussten.
Es war neun Uhr morgens und ich war auch einer der wenigen Menschen in diesem Cafe.
Wahrscheinlich gab es eh nicht viele Menschen in diesem kleinen Kaff.
Ich hätte wohl noch ewig hier sitzen können und mir die Sonne auf meinen blonden Haarschopf scheinen lassen können, aber plötzlich spürte ich wie etwas in meinem Kopf passierte.
Es fühlte sich an, als ob 500 Volt durch meinen Kopf jagen würden, aber dann war Stille.
Ich machte die Augen auf und saß immer noch in diesem kleinen Cafe in Rickmansworth, in der prallen Sonne und hörte die Vögel zwitschern.
Ich schaute an mir herab und konnte nichts besonderes feststellen.
Meine Hose hatte immer noch genauso viele Löcher wie noch vor einem kurzen Augenblick und mein Oberteil konnte zu meinem Erstaunen nicht kleiner sein, als es eh schon war.
Äußerlich war ich immer noch ein 17- Jahre junges Mädchen, das sich heute morgen nicht gewaschen hatte.
Erst mal nahm ich meine äußerlich nicht zu erkennende Veränderung einfach hin und hörte weiter den Vögeln zu, die sich in einer großen Pappel vor dem Cafe aufhielten.
Ich kramte aus meiner Handtasche einen kleinen Spiegel und mein Schmink-Set hervor und machte mich an die Arbeit.
Meine Lider senkten sich schlagartig und ich schlief ein.
Ich fing an zu träumen und befand mich in einer großen Lagerhalle.
Überall um mich herum standen große Behälter, die mich an einen Film erinnerten, auf dessen Namen ich momentan nicht kam.
Ich näherte mich mit langsamen Schritten einem dieser riesigen Behälter und konnte obwohl ich am liebsten schreiend hinausgerannt wäre mich meiner Neugier, die meine Vernunft besiegte nicht entziehen und plötzlich stand ich genau vor diesem monströsen Behälter.
Ich sah eine kleine Inschrift, die ich nur schwer erkennen konnte, da es stockduster in dieser Halle war.
Doch das blaue Licht aus dem Behälter erhellte die Inschrift und meinen Körper in einem eigenartigen Licht.
Ich näherte mich langsam der Inschrift und las ohne es zu bemerken laut vor:
„ Jesus-Klone. Weltverbesserung von Tiffany Swansinger“

Mir stockte der Atem und ich konnte es nicht fassen, dass mein Name auf diesem Behälter stand.
Ich ging ein paar Schritte zurück und sah mit weit offenen Augen in den Behälter.
Aneinandergereihte Menschen mit langen Haaren und Birkenstocksandalen befanden sich in diesem großen Behälter.
Sie hatten vielleicht gerade so viel Platz um aus Wasser, Wein zu machen und sahen sehr mitgenommen aus.
Doch bevor ich mir diese ekelhaften Dinger weiter ansehen konnte, erwachte ich aus meinem wegweisenden Traum und lag mit dem Kopf auf dem Tisch, auf dem ich mich gerade noch geschminkt hatte.
Ich schaute in den Spiegel, meine Haut war bleich und nur der rote Lippenstift ließ etwas Leben auf meinem Gesicht erkennen.
Ich dachte eine Zeit über den Traum nach und meine Gedanken wurden nur einmal durch einen schnuckeligen Bodybuilder, der die Strasse hinab ging, gestört.
Ich wusste, dass dieser Traum, trotz dieser Grausamkeit, eine Eingebung war.
Vielleicht war es sogar die Zukunft.
Ich war für mehr als nur England bestimmt.
Ich war etwas Besonderes.
Das war jetzt ohne Zweifel klar und auch meine Mutter würde das wohl anerkennen müssen.
Die Welt brauchte in jedem Kontinent eine Million Jesusklone, die für Recht und Frieden sorgen würden.
Dafür, dass immer genügend Wein da war und dass Nutten geschützt werden.
Sie würden zusammen alles regeln.
Wenn schon einer alleine vor 2000 Jahren so viele Anhänger hatte, dann würde das funktionieren.
Die Menschen werden jetzt endlich ihr Glück und unendlichen Frieden finden, das war sicher.
Ich war ein Genie und ich musste sofort meinem Freund von meiner unglaublichen Entdeckung erzählen.
Leider hatte ich kein Kleingeld dabei und schlich mich langsam an die Kasse des Cafes heran, um in einem Moment der Unachtsamkeit des Kellners etwas Geld aus der selbigen zu stibitzen.
Es war ja nicht das erste Mal und es war ja diesmal wirklich für einen guten Zweck.
Aufgeregt lief ich zu dem draußen stehenden Münztelefon um hastig die Nummer von Josh zu wählen.
Während es klingelte machte ich mir noch ein paar Gedanken zum Ausfeilen meines Plans.
Bekämpfe Grausamkeit mit Grausamkeit.
Das war einfach nur genial.
Josh hob ab und begrüßte mich mit einem für seine Verhältnisse herzlichen
„ Wer isn da?“
Bevor ich sprechen konnte, löste ich mich genau wie alles Andere in eine kleine Wolke aus Nichts auf und mein Traum war dahingeträumt.
Es war perfekt.....aber es kam wohl doch etwas zu spät für die Menschheit.

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