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LebenSonntag 16.09.2007 09:19 PM

[16 September 2007. Etwas geht mir etwas durch den Kopf...]


Leben

Lange halte ich das nicht mehr aus. Ich spüre meinen Nieren schon nicht mehr. Oder besser- ich kann sie spüren. Diese Kälte bringt mich noch ins Grab. Und alles wegen diesem Kerl. Ich hätte auf sie hören sollen. Und ihn erschießen. Aber das Herz denkt nicht so weit wie der Verstand. Und nun bin ich hier. Friere. Dezember. Im Oktober war noch alles so traumhaft. Doch jetzt.
Das macht mich noch ganz verzweifelt. Wenn ich es nicht schon bin.


Die Kälte kriecht in mir hoch. Doch da muss ich dran vorbei. Zuerst das eine dann das andere Auge öffnen.
Ein leises ,,Morgen” gelangt aus dem Mund meiner Nachbarin. ,,Morgen” verschlafen blicke ich sie an, sie sieht wirklich von Tag zu Tag schlechter aus. Und komischerweise fiel die letzte Nacht für sie ohne Decke aus. Mich wundert das sie noch lebt.
,,Hast du hunger?” frage ich sie, ohne Gewährleistung das sie verstanden hat was ich von ihr will.
Doch dann, oh Wunder, eine Antwort: ,,Ja hast du denn noch etwas Geld oder wie”
Ich nicke. Ziehe mit knirschendem Blick meine Hand unter der Decke weg und zeige ihr mein kleines Reichtum. ,, Zwei Euro dreißig, das reicht wohl. Pack deine Sachen zusammen, lass uns gehen!”
Sie nickt verschlafen, schnappt sich ihre Sachen und wir gehen los.

Auf dem Weg ging es uns schon nicht so gut. Wir dachten wir schaffen es nicht mehr. Ein Knall. Ein Schuss. Stille. Sie lag am Boden. Mein erster entsetzter Blick fiel in ihre Richtung. Dann in Richtung Osten. Und ich sah keinen anderen als meine große Liebe. Die Liebe die aus mir die gemacht hat die ich jetzt war. Nichts.
Keine klaren Gedanken konnte ich mehr fassen. Mein Blick fiel abwechselnd von ihr- die blutende am Boden liegende, zu ihm- der östlich von mir stehende mit einer Knarre in der rechten. Ich wusste nicht was ich tun sollte.
Bück dich! Helf’ ihr! Sagte eine Stimme in mir. Doch alle Hilfe war zu spät. Ich legte meine Sachen ab, und lief in seine Richtung. 5..4..3 Meter, ich kam ihm näher und näher.
Meine Hand schwebt in Richtung seines Gesichts. Ich kann seine Wange spüren. Seine Limettengrünen Augen blicken in meine und verzaubern mich ein letztes mal.
Er presst seine Lippen auf meine und ein Kuss der nicht sein darf passiert.
Doch dann, schiebt er seine Pistole nahe meines Rückens. Umarmt mich ein letztes mal und drückt ab.
Erschöpft fallen wir zu Boden. Es hat uns beide getroffen. Es sollte einfach nicht sein.
Das Leben ist eben so- man bekommt nicht das was einen erwartet.
Und die Liebe gibt es nicht.

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