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Wie gut das es Chucks gibtDienstag 03.06.2008 04:13 PM

Wie gut das es Chucks gibt



Da war ich nun, ganz auf mich allein gestellt, vor mir eine Schar von Faultieren und hinter mir diese fiesen ukuleischen Maulwürfe, das waren die schlimmsten, wie ich gehört hatte.
Gegen sie war ich quasi Machtlos. Ich brauchte Hilfe. Undzwar schnell. Aber mein Rettungsschnellantriebsboot worin sich mein Mobiltelefon befand war ja bereits untergegangen.
Also musste ich mir was anderes einfallen lassen...
Ich stand auf, in der Hocke ließ es sich so schwer nachdenken, und da geschah es, meine fast verwesten violetten Chucks brachten ein quitsch Geräusch von sich das sich verwechslich ähnlich dem Emo-Killer-Entern-Ruf anhörte. Ich war gerettet! Wieso hatte ich nicht gleich daran gedacht.
Doch meine Freude war zu früh, statt das sich meine geliebte Tochter Gertrud den schweren Weg durch den Wald vorbei an den fieslichen Tieren, die keine normalen Tiere mehr waren, bahnte, wurden diese nur noch aggressiver, und sie konnte ich nirgends entdecken.

Ein so unverdächtig aussehender Maulwurf holte aus einer Tasche, die ich vorher noch gar nicht erspäht hatte, ein unnormal großen CD-Player zum auf der Schulter tragen, den richtigen Begriff dafür vergaß ich in all der Aufregung. Viel wichtiger war für mich die Frage was er damit vor hatte. Gespannt lauschte ich seinen Atem bei jeder Tat die er vollbrachte. Als er die Taste <<Play>> drückte erschrak ich, aus dem Ghettoblaster klangen die seltsam schnell hintereinander gesprochenen Worte:

,,Ich zeig dir die Realität, das ist meine Straße. Hier sprechen wir 'ne eigene Sprache. Komm her, ich zeig' dir meine Welt...“

Oh my fucking Bäcker! Dachte ich nur. Was ist das denn? Der Maulwurf begann mitzurappen, hüpfte auf seinen Beinen hin und her und schrie so etwas wie ,,Joo Aggro!!!!“
Da war es mir klar, noch bevor ich etwas tun konnte stiegen die anderen Maulwürfe mit ein.
Alles hüpfte und unverständliche Worte schallten durch den Wald.
Die Faultiere machten hektische Handbewegungen mit ihren überwältigend großen Armen und wollten mich somit schlagen. Aber ich war schneller. Nur gut das ich in meiner frühen Kindheit das ein oder andere mal Seil gesprungen war. Das brachte mich einen Schritt voran. Die Musik wurde lauter. Alles stimmte nun mit ein. Und da hörte ich es.
Ein ganz schwaches Schnattern, und vor meinem inneren Auge sah ich schon meine alles geliebte, etwas dämliche, aber herzensgute Tochter Gertrud. Hoffentlich ließ sie sich nicht von der merkwürdigen Musik beirren oder stimmte schlimmstenfalls mit ein. Aber daran wollte ich partout nicht glauben. Und ich hatte mich nicht geirrt. Gertrud und ihre Emo-Killer-Enten-Crou segelten schnatternd aus einer Baumkrone auf mich zu. Das war meine Rettung! Innerlich freute ich mich schon wie ein kleiner Hamster der das erste mal ein Stückchen Brokkoli essen durfte. Aber da hatte ich mich wieder mal zu früh gefreut.

Ich war so durch meine Freude abgelenkt, dass ich ganz vergessen hatte zu springen, also fiel ich hin, Gertrud, die mich soeben befreien wollte, konnte mich somit nicht losbinden. Was eine äußerst fatale Sache war.
Mit aller Kraft versuchte ich mich gegen das schreckliche ,,Lied“ zu wehren, was mit Sicherheit schon zum fünften mal lief, zu hüpfen und gleichzeitig schadenfrei aufzustehen.
Ich wusste immer das ich mehr Sport treiben sollte. Gertrud konnte mich nach gelungenen aufstehen losbeißen und nahm mich auf ihren Rücken, sie krächzte etwas wie ,,nack nack“ und gab mir damit zu verstehen das wir gemeinsam diese gemeinen Dinger bekämpfen müssten. Es hieß jetzt also fressen oder gefressen werden. Oder so ähnlich, darauf kam es in diesem Augenblick nicht an.
Ich krallte mich so gut ich konnte an ihren verschwitzten Federn fest und bemerkte zufällig das sich darin etwas großes Befand, es war eine Tüte mit den acht Armen eines Tentakeln.
<<Die Wahnsinns Waffe>> dachte ich nur, piekste Gertrud in die Rippen, um sie zum schnelleren Fliegen zu animieren, und schuf einen Plan wie wir mit den heiligen acht Armen die Ungetüme loswerden könnten.
Doch sehr viel Zeit hatte ich nicht. Von unten, wo alle standen und danceten strömten die Schallwellen ihrer Stimmen zu uns und brachten uns ins Schaukeln. Also musste ich schnell handeln. Ich nahm eine der Arme und schmiss sie mit voller Wucht auf eines der Faultiere, dieses war sofort beleidigt und schrie unverständliche Dinge in die Höhe, hörte jedoch auf zu singen, was einige der anderen irritierte. Also schmiss ich noch ein paar weitere auf ihn.
Von oben konnte ich sehen wie eine andere Ente, ich glaube sie hieß Liselotte, mit dem Ober-Maulwurf um den Ghettoblaster kämpfte, und von da an wusste ich es, wenn man den König verschreckt sind somit alle lahmgelegt.
Ich setze zur Landung an, stand nun gegenüber dieses Monsters und holte meine noch übrig gebliebenen Arme raus. Einen an den Kopf, den anderen an sein sich noch im Takt bewegendes Bein, den nächsten ans Ohr, oder zumindest da wo eins sein sollte. Und dann war da nur noch ein Arm, wie im wilden Westen standen wir da nun er zuckte mit seinem Kopf im Takt ich mit meinem Arm. Die Zeit verging wie in Zeitraffer. Alle kämpfenden Tiere hörten schlagartig auf und schauten auf uns. Die Musik wurde lauter und machte, so nahm ich an, und beide etwas aggressiver. Die Sekunden kamen mir vor wie Stunden, wenn nicht Tage.
Alles schwieg.
Plötzlich ertönte ein lautes ,,Quaaaaaaack!!“ von hinten was den Maulwurf mächtig irritierte, mich aber somit zum Champion machte, mit einem mächtigen Ruck schmiss ich den Arm auf den Ghettoblaster der von einer auf die andere Sekunde verstummte.
Lediglich die traurige Miene des Maulwurf war in meinem Sinn. Nichts mehr mit tanzen oder gar rappen. Ich hatte gewonnen. Und das wusste er auch. Mit eingeschüchterten Blick flehte er um Gnade, das ich ihm nicht seine CD wegnehmen sollte.
Da ich ein äußerst freundlicher Mensch zu dieser Zeit war, da ich ja gerade eine Mission gewonnen hatte, blieb ich gnädig und nickte, schickte ihn und alle anderen aber mit einem nicht misszuverstehenden ,,Wääh“ weg, woraufhin sie sich nie wieder blicken lassen sollten.

Grinsend drehte ich mich zu Gertrud und ihren Freundinnen um, alle waren sichtlich kaputt aber glücklich das wir das gepackt hatten.
Zur Feier des Tages nahm mich meine Tochter auf dem Rücken mit zu ihrem Ufer wo wir alle zusammen Crepes mit Gras aßen.
Die Maulwürfe und Faultiere ließen sich nie mehr blicken. Zu viel Respekt hatten sie vor uns und unserem Mut. Und eins hatte ich gelernt - gehe nie alleine mit deinem Boot spazieren. Und das das Fernsehen Recht behielt mit ihrer Tatsache das die ukuleischen Maulwürfe die schlimmsten waren.

Ende.




Hier ein Schnappschuss das die Zeitung ohne unsere Erlaubnis gemacht hat.
http://www.pictureupload.de/pictures/030608150834_wie_gut_das_es_chucks_gibt.jpg

(c) Anne.

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