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Geh doch ein bisschen auf der autobahn spielen! NEUER ACC NAME ^^ DieNeue

Mal etwas zum nachdenkenFreitag 02.10.2009 02:35 AM

Es gibt einige Freundschaften, die im Himmel beschlossen sind und auf Erden vollzogen werden. (Matthias Claudius)

Dieses Zitat von Matthias Claudius hat mich veranlasst, einmal über die Freundschaft nachzudenken. Was bedeutet Freundschaft überhaupt? Sicher für jeden von uns etwas anderes und Freundschaft ist genau so facettenreich wie die Liebe. Ist nicht Liebe und Freundschaft sehr verwandt? Kann eine Freundschaft ohne Liebe überhaupt funktionieren, genau wie eine Liebe ohne Freundschaft?

Denken wir doch einmal daran, wie es uns ergeht, wenn wir in Kindergesichter blicken. Da liegt ein Baby im Kinderwagen. Wir schauen herein und das Baby schaut uns neugierig an. Dann, mit einem Mal, von einer Sekunde auf die andere, geht ein Strahlen über das Babygesicht. Was passiert da mit uns? Wir lächeln und unser Herz wird in diesem Moment von einer Welle der Zärtlichkeit für dieses Kind überflutet.

Oder wir sitzen in der S-Bahn und kommen mit einem wildfremden Menschen ins Gespräch. Genau so kann es uns beim Einkaufen im Supermarkt, bei der Post, an der Haltstelle oder auch an der Ampel passieren. Ein nettes Wort, ein Lächeln, nur ganz kurz und doch hinterlässt dieses für einen Moment Spuren in unserem Gesicht, auch wir lächeln.

Freundschaften gibt es zwischen Frau und Frau, Mann und Frau, Mann und Mann, Erwachsene zum Kind, zu Tieren, zu Gegenständen. Aber eines haben sie alle gemeinsam, nämlich die Liebe. Es ist eine Liebe, die nichts fordert, die nicht einengt, die geschenkt wird, die die Seele berührt. Diese Liebe finden Sie überall. Nein, das ist nicht ganz richtig, diese Liebe finden Sie nicht, die wird Ihnen geschenkt. Es gibt sie (ganz selten) unter Kollegen, es gibt sie (ganz oft) bei Kindern, es gibt sie bei Nachbarn, in Krankenhäusern, zwischen Patienten und Personal. Manchmal halten sie auch ganz lange, wenn man sie zulässt. Es ist aber eine ganz andere Liebe als die zum Lebenspartner.

Es fängt ja meistens schon in der Sandkiste an. Mit manchen Kindern spielen wir gerne, mit anderen nicht so gerne und wieder bei anderen laufen wir weg, ganz schnell zur Mutter. In diesem Alter handeln wir noch unverdorben und ohne nachzudenken, einfach aus dem Gefühl heraus. Später im Kindergarten und dann in der Schule, haben wir nicht mehr die Möglichkeit einfach wegzulaufen. Da lernen wir dann, uns an die zu halten, bei denen wir uns wohlfühlen und den anderen gehen wir größtmöglich aus dem Weg. Einige sind sicherlich dabei, mit denen man seit der Sandkiste, über die Schule, dem Studium und der Heirat zusammenbleibt.

Später, wenn wir selber eine Familie gründen, sind wir so in dem Aufbau und in unserem Beruf gefangen oder auch mit den Kindern, dass alte Freundschaften meistens auf der Strecke bleiben. Sei es durch zuviel Arbeit, sei es durch zu große Entfernungen oder auch, weil die Partner mit den alten Freunden keinen Konsens finden. Die Freunde verändern sich, es sind Arbeitskollegen oder Nachbarn, und auch diese Freundschaften verändert sich im Laufe der Jahre, denn auch wir verändern uns.

So leben wir jahrzehntelang in dem festen Glauben, gute Freunde zu haben. Dann schlägt das Schicksal zu und wir werden mit Krankheit und oder noch schlimmer, mit dem Tod konfrontiert. Und genau an diesem Punkt, wo wir unsere Freunde am dringendsten brauchen, ziehen sie sich zurück. Wo sind sie mit einem Mal, unsere Freunde, mit denen wir jahrelang gefeiert, geweint und gelacht haben? Zum Teil sogar unsere Urlaube zusammen verlebt haben. Weshalb haben sie sich von uns zurückgezogen? Sind wir es ihnen nicht mehr wert, noch ihre Freunde zu sein oder können sie mit der neuen Situation nicht umgehen? Antworten auf diese Fragen sind sehr schwer zu finden. Kaum einer gibt dazu überhaupt die Gelegenheit darüber zu sprechen.

Mit einem Mal wird es still um Sie. Sie sind vielleicht in der Trauer um Ihren verstorbenen Partner, oder er hat Sie wegen einer jüngeren verlassen. Sie haben vielleicht mit einer schweren Krankheit zu kämpfen oder müssen sich um ein schwer erkranktes Familienmitglied kümmern. Und dabei sind Sie allein, ohne Freunde.

Nachdem Sie dieses Tal durchlitten, durchlebt und durchweint haben, nehmen Sie so ganz langsam das Umfeld wieder war. Natürlich ist Ihr Gesicht gezeichnet von dem lang anhaltenden Kummer, trotzdem fangen Sie an, wie ein Baby, neugierig auf die Welt da draußen zu schauen. Und ganz allmählich merken Sie, wie das Herz wieder weicher wird. Der Panzer bricht ganz langsam auf.

Dann geschieht etwas, woran Sie selber nicht mehr geglaubt haben. Sie haben wieder Lust am Leben, werden zufrieden und mit der Zeit sogar wieder fröhlich. Sie fangen an, das Leben wieder neu zu lernen. Trotzdem sind Sie auch vorsichtiger geworden, die Verletzungen aus der Vergangenheit sind einfach zu groß. Dann lernen Sie neue Menschen kennen, die mit Ihrem alten Leben nichts zu tun haben. Es sind nun die kleinen Dinge die Ihnen im Leben wichtig geworden sind. Der freundliche Gruß, ein kleines Lächeln, die Blumen, der Wind, ja sogar der Regen. All über diese Dinge können Sie sich freuen. Über Freundschaften haben Sie eine andere Sichtweise erlangt. Freundschaften die in Ihrer dunklen Zeit zustande gekommen sind, haben für Sie eine tiefere Bedeutung erhalten.

Wenn Sie in dieser Zeit einen Menschen kennen lernen, der es schafft, ein Lächeln auf Ihr Gesicht zu zaubern, halten Sie diesen fest, es ist ein ganz besonderer Mensch. Vielleicht hält ja auch dieser Mensch den Schlüssel zu Ihrem Herzen in der Hand

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