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Du hast immer zwei MöglichkeitenFreitag 06.11.2009 10:55 PM

Jeff war der Typ Mensch, den man gerne hasst. Er war immer gut gelaunt und hatte immer etwas Positives zu sagen. Wenn jemand ihn fragte, wie es ihm gehe, dann antwortete er „ Wenn es mir besser ginge, wäre ich Zwillinge!“

Er war ein einmaliger Manager, denn er hatte mehrere Kellner, die ihm von Restaurant zu Restaurant folgten. Der Grund, weshalb ihm die Kellner folgten, war seine Einstellung. Er war ein natürlicher Motivator. Wenn ein Angestellter einen schlechten Tag hatte, war Jeff zur Stelle, um dem Angestellten zu sagen, wie er die Situation von der positiven Seite her betrachten konnte.

Als ich diesen Stil sah, wurde ich wirklich neugierig, und so ging ich eines Tages zu Jeff und fragte ihn: „Ich verstehe nicht! Du kannst doch nicht die ganze Zeit ein positiver Mensch sein. Wie machst Du das?“ Jeff antwortete, „Jeden Morgen wache ich auf und sage mir, Jeff, Du hast heute zwei Möglichkeiten. Du kannst beschliessen, eine schlechte Laune zu haben oder Du kannst beschliessen, eine gute Laune zu haben. Ich wähle gutgelaunt zu sein. Jedes Mal, wenn etwas Schlechtes passiert, kann ich wählen, ein Opfer zu sein oder ich kann beschliessen, davon zu lernen. Ich wähle die Option „davon zu lernen“. Jedes Mal, wenn jemand reklamiert, kann ich beschliessen, es zu akzeptieren oder ich kann auf die positiven Seiten des Lebens hinweisen. Ich wähle die positive Seite des Lebens. „Ich protestierte: Moment, so einfach ist es nicht.“ „Doch, ist es“, sagte Jeff. Im Leben geht es immer um Auswahlmöglichkeiten. Wenn man allen Ramsch wegnimmt, ist jede Situation letztlich eine Frage der Auswahl. Du bestimmst selber, wie Du auf eine Situation reagierst. Du bestimmst selber, wieweit andere Leute Deine Stimmung beeinflussen. Du bestimmst selber, ob Du in guter oder schlechter Stimmung bist. Die Grundaussage lautet: Du bestimmst wie Du dein Leben lebst.“

Ich dachte über das nach, was Jeff sagte. Bald darauf verliess ich die Restaurantbranche, um mein eigenes Geschäft zu gründen. Wir verloren den Kontakt, aber ich dachte oft an ihn, wenn ich eine Entscheidung zu meinem Leben traf, anstatt darauf zu reagieren.

Einige Jahre später hörte ich, dass Jeff etwas getan hatte, was man in der Restaurant-Branche nie machen sollte: Er liess eines Morgens die Hintertür offen und wurde von drei bewaffneten Räubern bedroht. Während er versuchte, den Safe zu öffnen, wählte er aus Nervosität die falsche Kombination. Die Räuber gerieten in Panik und schossen auf ihn. Zum Glück wurde Jeff relativ schnell gefunden und ins lokale Spital gebracht. Nach einer Operation von 18 Stunden Dauer und Wochen intensiver Betreuung wurde Jeff aus dem Spital entlassen, immer noch mit Kugelfragmenten in seinem Körper.

Ich sah Jeff ungefähr sechs Monate nach dem „Unfall“. Als ich ihn fragte, wie es ihm ginge, antwortete er „Wenn es mir noch besser ginge, wäre ich Zwillinge. Willst Du meine Narben sehen?“ Ich lehnte es ab, seine Wunden zu sehen, aber ich fragte ihn, was ihm durch den Kopf gegangen war, als der Raubüberfall stattfand. „Das erste, was mir durch den Kopf ging war, dass ich die Hintertüre hätte abschliessen sollen“ antwortete Jeff. Dann, als ich am Boden lag, erinnerte ich mich daran, dass ich zwei Möglichkeiten hatte: Ich konnte wählen zu leben oder ich konnte wählen zu sterben. Ich entschloss mich zu leben. „Hattest Du keine Angst? Verlorst Du das Bewusstsein?“, fragte ich. Jeff fuhr fort, „die Ambulanzmediziner waren grossartig. Sie sagten mir dauernd, dass alles wieder gut käme. Aber als sie mich in den Notfallraum rollten und ich den Ausdruck auf den Gesichtern der Ärzte und Schwestern sah, wurde mir wirklich angst und bange. In ihren Augen las ich „Er ist ein toter Mann.“ Da wusste ich, dass ich etwas unternehmen musste. „Was hast Du gemacht?“ fragte ich. „Nun, da war eine grosse, kräftige Krankenschwester, die mir Fragen zuschrie“, sagte Jeff. Sie fragte mich, ob ich auf irgendetwas allergisch sei. „Ja“, antwortete ich. Die Ärzte und Schwestern unterbrachen ihre Arbeit und warteten auf meine Antwort.
Ich atmete tief durch und schrie: „auf Kugeln“. Während sie lachten, erklärte ich ihnen „ich wähle zu leben. Operieren Sie mich als lebenden Menschen, nicht als toten“. Jeff überlebte dank der Kunstfertigkeit der Ärzte, aber auch dank seiner erstaunlichen Einstellung. Von ihm lernte ich, dass wir jeden Tag die Wahl haben, das Leben voll auszuschöpfen.
Einstellung ist letztendlich alles.

Du hast immer zwei Möglichkeiten

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