IRC-Galerie

Neueste Blogeinträge

milchMittwoch 03.03.2010 09:51 AM

Was frisst eine Kuh?

Kühe stehen in den Sommermonaten häufig auf der Weide und fressen Gräser, so viel ist wohl jedem von uns bekannt. Aber was fressen die Tiere außer einer Menge Gras? Klee, Kräuter, Luzerne, Heu, Stroh, Silage, Karotten, Futterrüben, Getreideschrot und Mineralien um es kurz zu sagen. Und umso besser das Futter, desto besser ist auch die Milch...

Luzerne ist eine Nutzpflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler. Sie wird weltweit als Viehfutter angebaut.
Heu besteht aus luftgetrockneten, geschnittenen Futterpflanzen, d. h. meist aus Gräsern, aber auch zum Beispiel aus Klee oder Kräutern.
Stroh dagegen ist ein Sammelbegriff für ausgedroschene und anschließend getrocknete Halme und Stängel, im weiteren Sinn von jeglichen Feldfrüchten, im engeren Sinne nur von Getreide. Es ist den Kühen nicht sehr nahrhaft als Futter und wird eher als Einstreu für den Stall genutzt.
Silage ist durch Milchsäuregärung konserviertes hochwertiges Grünfutter und riecht leicht säuerlich. Maissilage hat den höchsten Energiegehalt aufgrund der Stärke gefolgt von reiner Grassilage. Luzerne oder Klee sind proteinreich, aber haben weniger Energie.
Schrot ist ein grob zerkleinertes Mahlgut vorwiegend aus Getreide.

Milchkühe dürfen als Wiederkäuer und reine Pflanzenfresser auf keinen Fall Tiermehl erhalten.




Wie viel frisst und trinkt eine Milchkuh am Tag?
Über die Essgewohnheiten der Tiere habe ich bisher noch keine eindeutigen Zahlen gefunden, nur dass die Tiere 6 bis 14 'Mahlzeiten' pro Tag zu sich nehmen.

An Wasser nimmt eine Kuh etwa 60 bis 120 Liter am Tag zu sich, welches aber zum Teil auch in der Nahrung schon enthalten ist. Drei- bis zehnmal am Tag bedient sich die Kuh an der Tränke, wobei Sie einen enormen Schluck am Leibe hat, da sie durchschnittlich 10 Liter Wasser in einer halben Minute aufnimmt.

Sehr interessant ist die Rechnung, dass man für ein Kilogramm Rinderbraten bis zu 100.000 Liter Wasser benötigt! Eingerechnet werden die Wassermengen für die Bewässerung der Felder, die Tränkung des Viehs und auch der Wasserverbrauch bei Verarbeitung und Transport. Die Angaben über die Wassermenge schwanken je Studie sehr stark. Der letzte mir bekannte Artikel zu dem Thema erschien im August 2006 im der Zeitschrift 'Der Spiegel'; dort wird von etwa 10.000 Litern Wasser pro Kilogramm Fleisch gesprochen.




Auch die Kuh muss mal... Der Kuhfladen

Glückliche Kühe geben gute Milch, heißt es. Aber wer spricht von glücklichen Mistkäfern? Die Kuh produziert acht bis zehn grün-braune Kuhfladen am Tag, die einen Durchmesser von etwa 30 cm haben und nass bis zu zwei Kilogramm wiegen. Diese sind Lebensraum zahlreicher Insekten, die dafür sorgen, dass die Fladen wieder von der Wiese verschwinden. So gräbt zum Beispiel der Mistkäfer unter dem Fladen ein bis zu 50 Zentimeter tiefes Röhrensystem. In kleinen Höhlen legt er dort einen Vorrat an Mistkugeln an. Dazwischen platziert das Weibchen ihre Eier. Die geschlüpften Larven ernähren sich dann von den Proviant-Bällchen.

Die erste Fliegen schwirrt bereits nach 15 Sekunden über dem Haufen; nach einer Minute herrscht schon reger Betrieb. Leisten die Käfer, Fliegen und ihre Larven gute Arbeit, ist ein Fladen nach etwa einem bis drei Monaten verschwunden.

Aufgrund seiner organischen Bestandteile wird Kuhmist in der mitteleuropäischen Landwirtschaft als Düngemittel verwendet; zusätzlich kann das bei der Vergärung dieser Exkremente unter Sauerstoffabschluss entstehende Methan zur Erzeugung von Biogas dienen. Ein Kuhfladen enthält so viel Energie, dass man daraus 0,1 Kilowattstunden Strom erzeugen kann.

In manchen baumarmen Hochgebirgsregionen und Hochebenen der Alpen, Tibets, Indiens und der Türkei hatten bzw. haben Kuhfladen eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung, da sie getrocknet als Heizmaterial Verwendung finden.

Auch gilt Kuhdung als ausgezeichnetes Baumaterial, entweder als Zuschlagstoff zu Baulehm, oder pur in weiten Gebieten Afrikas als Putz von Flechthütten. In Indien diente frischer Kuhdung traditionell als Bodenbelag, vor allem in Küchen - man sprach ihm reinigende Wirkung zu. Dazu wurde täglich auf den Lehmboden des Raums eine dünne Dungschicht aufgetragen, die nach kurzer Zeit zu einer harten und geruchlosen Oberfläche erhärtete.

Du bist noch kein Mitglied?

Jetzt kostenlos mitmachen!

Als registrierter Nutzer könntest du...

...Kommentare schreiben und lesen, was andere User geschrieben haben.